Frisches Haff

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Landsat-Foto des Frischen Haffs
Frisches Haff und Frische Nehrung an der Danziger Bucht auf einer Landkarte von 1910.

Das Frische Haff (polnisch Zalew Wiślany, russisch Калининградский залив) ist ein Teil (Haff) der Ostsee, westlich und insbesondere südwestlich der Stadt Kaliningrad (früher Königsberg).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Frische Haff wird durch die Frische Nehrung, eine ca. 70 km lange und 2 km breite Halbinsel, von der Danziger Bucht getrennt. Das Pillauer Seetief ist der einzige Durchlass zwischen dem Haff und der Ostsee. Die größten Flüsse, die in das Haff münden, sind die Nogat und der Pregel. Quer durch das Frische Haff verläuft die Grenze zwischen Polen und der russischen Exklave Kaliningrad. Die bedeutendsten Städte am oder in unmittelbarer Nähe zum Frischen Haff sind Kaliningrad (Königsberg) und Baltijsk (Pillau) in Russland sowie Elbląg (Elbing) in Polen.

Aktuell gibt es polnische Planungen, auf dem polnischen Teil der Frischen Nehrung einen Kanal zwischen Ostsee und dem Haff zu bauen. Damit soll der Hafen der Stadt Elbląg reaktiviert werden, der momentan darunter leidet, dass die einzige schiffbare Verbindung zur Ostsee, das Pillauer Seetief, auf russischem Gebiet liegt. Das Projekt ist allerdings aufgrund der ungewissen Auswirkungen auf das Ökosystem des Frischen Haffs stark umstritten.

Name[Bearbeiten]

Zeitweise hieß das Haff auch „Friesisches Haff“, eine Bezeichnung‚ die von den ersten deutschen Siedlern auf der Nehrung, den Friesen, stammt. Der Begriff wurde im Laufe der Zeit zu „Fries’sches Haff“ und später zu „Frisches Haff“. In dem Buch Speculum Germaniae oder ein kurtzer geographischer Bericht von dem gesammten Teuschland von 1676 wird die Lage von Fischhausen, Frauenburg oder Tolkemit am „frischen Haff“ erwähnt.[1]

Auf Russisch heißt das Frische Haff Kaliningrader Bucht (Калининградский залив, Kaliningradski saliw). In der DDR wurde es auch Weichselhaff genannt, welches der wörtlichen Übersetzung aus dem Polnischen entspricht.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1945 gehörten das Frische Haff und die Frische Nehrung zum Deutschen Reich. Als die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westen vordrang, schnitt sie zehntausenden ostpreußischen Flüchtlingen den Landweg ab, weshalb diese den Weg über das zugefrorene Frische Haff nahmen. Tausende erfroren oder starben durch sowjetische Luftangriffe, welche sowohl aus Bombardierungen der Eisdecke als auch aus Maschinengewehrbeschuss bestanden.

Infolge des Potsdamer Abkommens wurde das Gebiet im Norden unter sowjetische, im Süden unter polnische Verwaltung gestellt. Heute ist der südliche Teil somit zu Polen gehörig, der nördliche ist Teil der Oblast Kaliningrad (Russland).

Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Speculum Germaniae.... Nürnberg, 1676. Beispiel: Frauenburg am frischen Haff, S. 458

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Ohlert: Skizzen aus Ostpreußen. II. Das frische Haff. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 3, Königsberg 1866, S. 97-122 (Volltext).

Ansichten[Bearbeiten]

54.47638888888919.767777777778Koordinaten: 54° 28′ 35″ N, 19° 46′ 4″ O