Fußpilz

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Klassifikation nach ICD-10
B35.3 Tinea pedis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Fußpilz (interdigitale Form)

Der Fußpilz ist eine Pilzinfektion der Füße durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese Pilze befallen Hornsubstanz, also beispielsweise Haut, Haare und Nägel. Beim Fußpilz unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Erkrankungsformen: A) Infektion der Zehenzwischenräume (interdigital: Tinea pedis interdigitalis, Interdigitalmykose), als häufigste Form meist zwischen den Zehen vier und fünf. B) auf der Fußsohle (squamös- hyperkeratotisch: Tinea pedis, auch Tinea pedum) und C) im Fußgewölbe (vesikulös- dyshidrotisch:).[1]

Ursache[Bearbeiten]

Verursacht wird Fußpilz durch Fadenpilze (Dermatophyten), die das Hornmaterial (Nägel, Haare) befallen und sich hauptsächlich in den Zehenzwischenräumen ansiedeln. Meist sind Trichophyton rubrum, Trichophyton mentagrophytes var. interdigitale oder Epidermophyton floccosum die Auslöser.[2] Bei der Entstehung von Fußpilz spielen jedoch individuelle Faktoren eine große Rolle.[1] Innere (endogene) Dispositionsfaktoren können beispielsweise Stoffwechselerkrankungen und Immundefekte sein[3]. So haben beispielsweise Patienten mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen ein erhöhtes Risiko für Fußpilz oder Nagelpilz. Ursache kann aber auch eine längere Antibiotikatherapie sein[3].

Eigentlich ist der Fußpilzerreger für Menschen ungefährlich. Der unbehandelte Befall kann aber die natürliche Abwehr der Haut so weit schwächen, dass es zu einer Streptokokkeninfektion kommt, die sich durch eine Wundrose bemerkbar macht. Diese ist eine schwere Hautinfektion, die von hohem Fieber begleitet werden kann und stationärer Behandlung bedarf. Des Weiteren begünstigt der Fußpilz die Infektion mit einem Nagelpilz, wenn sich zum Zeitpunkt der Krankheit am Fuß Risse oder offene Stellen an den Zehennägeln befinden.

Übertragung[Bearbeiten]

Die Übertragung der Fußpilzerreger erfolgt indirekt von Mensch zu Mensch per Kontakt- oder Schmierinfektion über mit den Erregern infizierte Laufflächen und Gegenstände oder auch direkt durch Kontakt mit einem infizierten Fuß einer anderen Person.

Eine indirekte Ansteckung ist überall dort möglich, wo Menschen in feucht-warmen Umgebungen barfuß laufen, die dies sonst nicht tun – etwa in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen oder Saunen. Eine feuchte Umgebung in Schuhen; bedingt etwa durch Fußschweiß, mangelndes Abtrocknen oder zu enges Schuhwerk fördert die Fußpilzinfektion. Neben Diabetikern sind Menschen mit einer Fehlstellung des Fußes, die zu besonders engen Zehenzwischenräumen führt, gefährdet.

Vorbeugung[Bearbeiten]

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist die Füße vollständig abzutrocknen, bevor man sich nach einem Besuch in Schwimmbädern und ähnlichem wieder Schuhe anzieht – alternativ kann man auch vorerst ganz auf Schuhe verzichten. Badeschuhe sind dagegen wirkungslos bis kontraproduktiv, da der Fuß so zwar nicht mehr mit dem Boden in Berührung kommt, jedoch weiterhin mit herumschwappendem Wasser. Zudem können sich Sporen, die einmal in diesen Schuhen sind, da besonders gut halten.

Für Menschen, die dauerhaft barfuß gehen, ist es nahezu unmöglich, sich Fußpilz zuzuziehen, da das erforderliche feuchte Fußklima fehlt. Auf Textilien sind Fußpilzsporen nach einer 60°-Wäsche nicht mehr nachweisbar.[4]

Symptome[Bearbeiten]

Typische Symptome des Fußpilzes sind Rötung, Nässen, Schuppung, Blasenbildung und Juckreiz, oft begleitet von Entzündungen.

Therapie[Bearbeiten]

Liegt eine Entzündung vor, wird diese zuerst behandelt, anschließend der Pilz mit einem Antimykotikum topisch in Form von Spray, Salbe, Creme oder Puder. Die Behandlungsdauer der lokalen Behandlung sollte nach der klinischen Heilung noch zusätzlich etwa 3-4 Wochen betragen, bei Terbinafin jedoch nur insgesamt 7 Tage.[1] Bei anhaltenden Beschwerden oder zu großer Ausbreitung kommen auch systemische Antimykotika zur Anwendung. Nach der Behandlung empfehlen sich vorbeugende Maßnahmen, wie etwa die Füße stets sauber und trocken zu halten und getragene Strümpfe und Schuhe zu desinfizieren.

Portugiesische Forscher konnten zeigen, dass Lavendelöl bereits in geringen Konzentrationen verschiedene Hefe- (Candida-Spezies) und Fadenpilze abtötet, die beim Menschen Haut- und Nagelpilzerkrankungen verursachen können.[5][6][7] Bei äußerlicher Anwendung von Teebaumöl ist auf Grund seiner unter anderem fungiziden Wirkung von guten Behandlungserfolgen berichtet worden.[8][9] Auch andere ätherische Öle werden in der Alternativmedizin verwendet.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Band 2: M – Z. 2., vollständig überarbeitete Auflage, Springer, Berlin/ Heidelberg 2010, ISBN 978-3-540-89543-5, Kapitel: Tinea pedum. (online)
  • Herbert Gebler, Gerd Kindl (Hrsg): Pharmazie für die Praxis: ein Lehrbuch für den 3. Ausbildungsabschnitt; ein Handbuch für die Apotheke. 6. vollständig überarbeitete Auflage, Deutscher-Apotheker-Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-7692-4790-9, Kapitel: Mittel gegen Pilzerkrankungen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Fußpilz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Athlete's foot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea derfreien Haut. Auf: AWMF-online (PDF-Datei).
  2. Irene Weitzman, Richard S. Summerbell: Dermatophytes. In: Clinical Microbiology Revies. (Clin. Microbiol. Rev.) Nr. 8, April 1995, S. 240–259. ((PdF; 330 kB)).
  3. a b c Siegfried Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute. Band 2: Rezepturen und Anwendung. 2. Auflage, Elsevier + Urban & Fischer, München 2013, ISBN 3-437-57273-3, S. 409 (eingeschränkte Buchschau bei Google-Books).
  4. Hohenstein Institute: Lauert Fußpilz auch im Wäschekorb? Presseinformation vom 17. März 2010 (PDF; 20 kB).
  5. Mónica Zuzarte, M. J. Gonçalves, C. Cavaleiro, J. Canhoto, L. Vale-Silva, M. João Silva, E. Pinto, L. Salgueiro: Chemical composition and antifungal activity of the essential oils of Lavandula viridis L'Hér. In: Journal of Medical Microbiology. (J Med Microbiol) published online: Februar 2011, doi:10.1099/jmm.0.027748-0; printed: Mai 2011, Vol. 60, Nr. 5, S. 612-618.
  6. A. Angioni, A. Barra, V. Coroneo, S. Dessi, P. Cabras: Chemical composition, seasonal variability, and antifungal activity of Lavandula stoechas L. ssp. stoechas essential oils from stem/leaves and flowers. In: Journal of agricultural and food chemistry. (J Agric Food Chem) 14. Juni 2006, Vol. 54, Iss. 12, S. 4364-70, PMID 16756368.
  7. Mónica Zuzarte, M. J. Gonçalves, C. Cavaleiro, A. M. Dinis, J. M. Canhoto, L. R. Salgueiro: Chemical composition and antifungal activity of the essential oils of Lavandula pedunculata (Miller) Cav. In: Chemistry & Biodiversity. (Chem Biodivers) August 2009, Vol. 6, Iss. 8, S. 1283-92, PMID 19697345.
  8. Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Band 2: M – Z. Kapitel: Tinea pedum.
  9. Andrew C Satchell1, Anne Saurajen et al.: Treatment of interdigital tinea pedis with 25% and 50% tea tree oil solution: a randomizeid, placebo controlled blinded study. In: Australasian Journal of Dermatology. Vol. 43, Iss. 3, 2002, S. 175-178, doi:10.1046/j.1440-0960.2002.00590.x
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