Gbaya (Volk)

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Die Gbaya (auch Gbaja, Baja, Baya) sind ein Volk in Zentralafrika.

Die Volksgruppen der Gbaya leben hauptsächlich in der Zentralafrikanischen Republik, daneben auch im östlichen Zentral-Kamerun, dem Norden der Republik Kongo und dem Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo.

Insgesamt gab es 970.000 Gbaya am Ende des 20. Jahrhunderts. Sie sind die größte Volksgruppe in der Zentralafrikanischen Republik und stellen dort mittlerweile 34 % der Bevölkerung.[1] Etwa 20 % sind Moslems, der Rest Christen und Anhänger von Naturreligionen.[2]

Die wichtigen Gbaya-Untergruppen sind Mbodomo, Kara, Lai, Dooka, Buli, Bofi, Biyanda, Gbeya, Suma, Ali, Gbanu, Mbusuku, Yangere, Bokare, Yayuwe und Bokoto.[3] Jede Untergruppe spricht ein Dialekt der Gbaya-Sprache. Manche Dialekte sind ähnlich, bei anderen ist ein Verständnis untereinander schwierig. Auch die Kulturen der Untergruppen sind verschieden, aber dennoch ähnlich genug, dass diese einen gemeinsamen Ursprung haben müssen. [4]

Die Gesellschaft der Gbaya ist in patrilinearen Clans organisiert. Traditionell leben sie in Lehmhäusern in umzäuntem Gelände und praktizieren Brandrodungswirtschaft, indem sie Mais und Maniok für Eigenbedarf und zum Verkauf anbauen. Von den Fulbe haben sie auch die Rinderzucht übernommen.[2]

Über die Geschichte der Gbaya ist wenig bekannt, die schriftliche Überlieferung beginnt um 1800. Ursprünglich lebten die Gbaya im Norden von Nigeria, jedoch sind sie im 19. Jahrhundert nach Süden gewandert, um den Fulbe, die im Zuge des Dschihad der Fulbe gegen ihrer Nachbarn, unter anderem gegen die Gbaya, Krieg geführt haben, auszuweichen.[5] Manche Gbaya-Gruppen haben mit den Fulbe kooperiert, andere konnten ihnen widerstehen. Die Gbaya waren wenig vom atlantischen Sklavenhandel betroffen. Durch ihre Kontakte zu den Fulbe beteiligten sie sich am transsahararischen Sklavenhandel; meist als Sklavenfänger, gelegentlich als Versklavte. Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Gbaya unter die deutsche (Deutsch-Kamerun) und französische (Französisch-Äquatorialafrika) Kolonialregierung. [6]. Um 1920 erreichten Gbaye christliche Missionare.[2] Bis zum Ende der Kolonialzeit leisteten sie Widerstand. Anfang der 1920er erhoben sie sich gegen die französische Regierung, weil sie zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. 1929 erhoben sie sich erneut, weil sie wiederum zur Arbeit beim Bau der Kongo-Ozean-Eisenbahn verpflichtet wurden. Der zweite Aufstand dauerte drei Jahre und führte zum Tod der meisten Rebellen. Später integrierten die Franzosen einige der Clan-Chefs in ihre Verwaltungsstruktur.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Philip C. Burnham: Gbaya: The Heritage Library of African Peoples Series, Verlag The Rosen Publishing Group, 1996, ISBN 0823919951 [1]
  • James Stuart Olson: The Peoples of Africa: An Ethnohistorical Dictionary, Verlag Greenwood Publishing Group, 1996, ISBN 0313279187, Seite 193 [2]
  • Muḥammad Zuhdī Yakan:Almanac of African Peoples & Nations, Verlag Transaction Publishers, 1999, ISBN 1560004339 [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Encyclopædia Britannica
  2. a b c James Stuart Olson: The Peoples of Africa, Seite 193
  3. Philip C. Burnham: Gbaya, Seite 9
  4. Philip C. Burnham: Gbaya, Seite 11
  5. Yakan: Almanac of African Peoples & Nations, Seite 228
  6. Philip C. Burnham: Gbaya, Seite 12
  7. Yakan: Almanac of African Peoples & Nations, Seite 229