Gebrüder Suhr

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Die Gebrüder Suhr

waren deutsche Lithografen, Maler und Zeichner.

Leben[Bearbeiten]

Dirk van Hogendorp, Gouverneur von Hamburg (C. Suhr, um 1814)

Die Gebrüder Suhr erschufen mehrere hundert Lithografien, Zeichnungen, Stiche, Grafiken sowie Radierungen und zählen – bereits seit ihren Lebzeiten – zu den bedeutendsten Künstlern Hamburgs. Als Motive dienten zumeist die Stadt Hamburg und deren Volksleben sowie die damaligen Vorstädte. Die Bilder der Gebrüder Suhr prägen bis heute den Begriff der Hamburgensie.[1]

Christoffer Suhr absolvierte – übrigens als einziger der drei Brüder – eine künstlerische Ausbildung. Zunächst lernte er bei dem Porträtmaler F.C. Löhr in Hamburg, später ging er nach Braunschweig, um beim Landschaftsmaler P.J.F. Weitsch weitere Kenntnisse zu erwerben. Da es zur damaligen Zeit üblich war, als Künstler Italien zu bereisen, erkundete auch Christoffer drei Jahre lang, von 1792 bis 1795, das mediterrane Land. 1796 verlieh die Berliner Akademie ihm den Titel Professor extraordinarius. Seit 1796 war er wiederum in Hamburg ansässig. Christoffer war schon zu dieser Zeit ein prominenter Porträtmaler, bekannt war er insbesondere auch durch seine Werke Kleidertracht und Gebräuche in Hamburg (ab 1800) und Der Ausruf in Hamburg (1806/07) [2]. Er war seit 1817 Mitglied der Hamburger Freimaurerloge St.Georg zur grünenden Fichte.

Cornelius Suhr arbeitete seit 1805 mit seinem Bruder Christoffer zusammen. Er arbeitete vorwiegend als Stecher und Zeichner und war gewissermaßen für die großen Panoramaansichten Hamburgs „zuständig“, die er schuf und deren Vertrieb er auch besorgte.

Peter Suhr war zunächst als Kaufmann tätig. Er stieß erst vergleichsweise spät, nämlich etwa 1819, ins Unternehmen seiner beiden älteren Brüder, der forthin benannten Spielkartenfabrik und Kupferdruckerey C.C.P. Suhr. Er unterstützte Christoffer bei der Panoramenausstellung in Hamburg und baute nebenbei seine Steindruckerei auf, die er ab 1828 betrieb. Peter war derjenige der Brüder, der die Druckerei und das Verlagsgeschäft organisierte. Er schuf insbesondere die zeichnerischen Vorlagen für den Familienbetrieb. So hat er unter anderem wesentlich an der ab 1829 erschienenen Serie Ansichten von Hamburg und deren Umgegend mitgewirkt, die im Folio- und Oktavformat erschienen. 1831 wurde aus der Spielkartenfabrik und Kupferdruckerey C.C.P. Suhr das Lithographische Institut Peter Suhr. Ab 1838 gab er lieferungsweise das Werk Hamburg’s Vergangenheit in bildlichen Darstellungen im Folioformat heraus. Die Bilder fanden auf diese Weise eine weite Verbreitung und erreichten eine hohe Bekanntheit. Nachdem der älteste Bruder verstorben war, führte Peter ab 1842 neben der Steindruckerei auch die Panoramenausstellung weiter.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Ehrung[Bearbeiten]

Der Suhrsweg im Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord trägt den Gebrüdern Suhr zu Ehren seit 1914 ihren Namen.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Ausruf in Hamburg. 36 farbige Blätter nach Kupfern von Christoffer Suhr. Johannes Asmus Verlag, Hamburg 1963 (Neuauflage).
  • Hamburger Bilderbuch. Ein Bildband mit 43 Schwarzweiß- und 50 Farbfotos, sowie 44 Kupferstichen nach Christoffer Suhr. Printas-Verlagsgesellschaft, Hamburg 1978, ISBN 3-921449-01-4 (Neuauflage).
  • Trachten und Gebräuche in Hamburg um 1800. Broschek Verlag, Hamburg 1971, ISBN 3-87102-028-1 (Neuauflage).
  • Otfried Schroeder und Rolf Müller: Hamburgs liebe Denkmale. Hamburgensien und Panoramen Peter Suhrs und seiner Brüder. Mit Bildbeschreibungen von Rüdiger Wagner. Verlag Das Topographikon, Hamburg 1967, ISBN 3-920953-04-5.
  • Wilhelm Sillem: Suhr, Christoffer. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 139–141.
  • Rolf Müller und Rüdiger Wagner: Hamburg heute und gestern. Verlag Das Topographikon, Hamburg 1982, ISBN 3-920953-19-3
  • Gisela Jaacks: Suhr, Christoffer. In: Hamburgische Biografie, Band 4, Wallstein, Göttingen 2008, S. 345–346.
  • Hamburgisches Künstler-Lexikon, Die bildenden Künstler Bd. 1, bearb. von einem Ausschusse des Vereins für Hamburgische Geschichte, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1854, S. 258 ff., (online Hamburg Staats- und Universitätsbibliothek).

Quelle[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamburger Abendblatt, Artikel Hamburgensie - Nur in Hamburg vom 26. Juni 2002
  2. Die fünf Sinne, Farblithografie von Christoffer Suhr auf der Titelseite vom Lichtwark-Heft Nr. 69 . Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2004 ISSN 1862-3549. (Stand 31. Mai 2010).
  3. Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte von Christian Hanke, Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2006, 4. Auflage, S. 62, ISBN 3-929229-41-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gebrüder Suhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien