Hamburger Kunsthalle

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Altbau (Backsteinbau)
Hamburger Kunsthalle, Kuppelanbau
Galerie der Gegenwart

Die Hamburger Kunsthalle beheimatet mehrere bedeutende Kunstsammlungen und spannt den Bogen vom Mittelalter bis zur modernen und zeitgenössischen Kunst.

Das Museum besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäuden zwischen dem Hauptbahnhof, den Bahngleisen, dem Glockengießerwall und der Alster auf der ehemaligen Bastion Vincent der Hamburger Wallanlagen. Die gesamte Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche summiert sich auf mehr als 13.000 Quadratmeter. Ein traditioneller Schwerpunkt der Sammlung ist das 19. Jahrhundert. Außerdem verfügt das Museum über Abteilungen für Alte Meister und die Moderne. Der Kunst der Gegenwart ist ein eigener Gebäudekomplex gewidmet. Das Kupferstichkabinett umfasst über 120.000 Blätter[1]. Die Bibliothek der Hamburger Kunsthalle umfasst mehr als 175.000 Bände, darunter ca. 3000 illustrierte Bücher und Künstlerbücher.

Gebäudekomplex[Bearbeiten]

Der Gebäudekomplex der Kunsthalle setzt sich aus Altbau (1863 bis 69), Neubau (1909, 1912 bis 21) und Galerie der Gegenwart (1993 bis 96) zusammen.

Architektur[Bearbeiten]

Altbau[Bearbeiten]

Der Ursprungsbau ist nach Entwürfen von Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude in Anlehnung an die Berliner Schinkel-Schule entstanden. Die Fassade des Gebäudes ist im eleganten Stil der italienischen Renaissance in Ziegelstein mit Künstlerporträts aus Terrakotta gestaltet. Insgesamt befinden sich 36 Medaillons an den Kanten des Kernbaus und der Eckbauten. Die Ausführung der lebensgroßen Sandsteinfiguren, die beispielhaft für die Gattungen Malerei, Plastik, Architektur und Kupferstich stehen, war im 19. Jahrhundert von der Zahlungsfreude der Hamburger Bürger abhängig. Der Auswahl und Anordnung der von unbekannten Bildhauern geschaffenen Skulpturen namhafter Künstler liegt ein komplexes System mit einer bestimmten Reihenfolge zu Grunde. Die vollplastischen Figuren von Michelangelo und Raffael, welche an der Hauptfassade durch rahmende Ädikulen hervorgehoben sind, bilden hierzu den Ausgangspunkt.[2]

Wie bei fast allen Museumsbauten im 19. Jahrhundert wurden im Altbau der Kunsthalle Glasdächer eingebaut. Rußende Gaslampen oder Kerzen waren aufgrund des Schutzgedankens für die ausgestellte Kunst keine Option. Durch die Glasdächer fiel das Tageslicht auf die darunter liegenden Lichtdecken aus milchigem Glas und schaffte so ideale Lichtverhältnisse: Der Besucher wurde nicht geblendet, die Gemälde gleichmäßig ausgeleuchtet und es wurde kein Platz durch Fenster verschwendet. Diese Konstruktion brachte neben den vielen Vorteilen aber auch einige gravierende Nachteile: Die Räume wurden nur an Sonnentagen, meist zwischen 10 und 14 Uhr voll ausgeleuchtet und das Dach ließ sich kaum isolieren, so dass an Heizen im Winter nicht zu denken war. Auch wurden die Dächer mit der Zeit wasser- und luftdurchlässig, so dass sich ständig Kondenswasser bildete und die Stahlkonstruktion angriff. Von dem Auge des Museumsbesuchers blieben diese Mängel zwar aufgrund der Milchscheiben jahrzehntelang verborgen aber Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss sich die Stadt und die Museumsleitung zur Sanierung. Die Glasdecken blieben dem Bau aber trotz immenser Mehrkosten erhalten und wurden aufwendig erneuert. Uwe Schneede, von 1991 bis 2006 Direktor der Hamburger Kunsthalle, äußerte sich hierzu wie folgt: „Wir wollten die klaren, historischen Grenzen wieder herstellen. Jetzt kann jeder, der durch das Gebäude geht, seine Architektur verstehen, ihre Symmetrie, die Bedeutung des Treppenhauses, den großen Atem der lichten Atmosphäre in den Ausstellungsräumen.“ [3]

Bei der Wandfarbe wurde hingegen bei der Sanierung gegenüber dem Ursprungszustand ein Kompromiss gewählt. Um die kleinformatigen Bilder in ihrer eigenen Farbgebung mehr zu betonen, wurde statt des ehemals strahlenden Weiß ein Mischton gewählt. Es wurde ein heller, sanfter Grauton mit zarten Unter- und Nebentönen ins Blau und Aubergine gewählt. Eine harmonische, neutrale und zurückgenommene Klangfarbe, die das Auge bei der Beleuchtung mit Tageslicht für die Differenziertheit der Farben und Formen der Kunstwerke sensibilisieren soll.[3]

Bei der Sanierung wurde auch die technische Gebäudeausrüstung modernisiert. Es wurde ein Brandschutzkonzept mit Flucht- und Rettungswegplänen, welches als Grundlage zur Realisierung von den neuen Brandmelde- und Sicherheitsbeleuchtungsanlagen diente, erstellt. Eine Zu- und Abluftanlage, durch die stündlich 15.000 Kubikmeter konditionierte Luft in die sieben Ausstellungsräume quillt, wurde eingebaut. Jeder Ausstellungsraum ist nun mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ausgestattet. Die Gebäudeautomationsanlage kontrolliere anhand von Sicherheitsparametern Tag und Nacht plötzliche Veränderungen der Luftfeuchte und der Temperatur. Treten unvorhergesehene Abweichungen auf, wird die gesamte Belüftungsanlage abgeschaltet. In den Wänden in den Ausstellungsräumen im 1. Stock wurden über 1000 Meter Kupferrohr im Sockelbereich unter Putz verlegt. Das heiße Wasser in den Rohren gibt Wärme an die Wände ab, und sorgt so für eine gleichmäßige Erwärmung der Ausstellungsräume, was wiederum dazu führt, dass die Luft weniger befeuchtet werden muss, um die erforderlichen klimatischen Bedingungen zu erfüllen.[3]

Neubau[Bearbeiten]

Die ersten Entwürfe des Neubaus fertigten Albert Erbe und Alfred Lichtwark als Vorplanung an. Die Realisierung wurde von Fritz Schumacher durchgeführt. Mit der im Allgemeinen schmucklos neoklassischen Fassadengestaltung in Muschelkalk und mit kuppelbekrönten Rotunde hebt sich der Neubau demonstrativ vom Altbau ab. Auch im Neubau, welcher die Ausstellungsfläche auf insgesamt etwa 6000 Quadratmeter anhob, wurden Oberlichter, allerdings ohne Glasdecken, eingezogen.[2]

Galerie der Gegenwart[Bearbeiten]

Der Baukörper nach Entwürfen von Oswald Mathias Ungers besteht aus einem geböschten Sockelbau in rotem, schwedischem Granit und einem Quader in hellem, portugiesischem Kalkstein. Der fünfstöckige Kubus mit einer Ausstellungsfläche von 5600 Quadratmetern wird durch eine zentrale Halle aufgebrochen. Selbst die Sprossenfenster und die quadratischen Bodenfliesen, welche so eingepasst wurden, dass sie nicht geschnitten werden mussten,[4] unterstreichen die für den Kölner Architekten typische Bindung an die Würfelform. Auch das 2012 eröffnete, auf der Plateau-Ebene gelegene Café-Restaurant "The Cube" mit 80 Plätzen draußen und 80 Plätzen im hellen Inneren, bildet hier keine Ausnahme.[5]

In dem Gebäude, das über lange Wege vom Altbau zu erreichen ist, wird die Kunst der Moderne und Werke der Pop Art in wechselnden Ausstellungen gezeigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hamburger Bürger, Mitglieder des 1817 gegründeten Kunstvereins, postulierten 1846 die Anforderungen für ein Kunstmuseum in der Hansestadt. Die Stadt stellte daraufhin ein Grundstück zur Verfügung, auf dem der von den Berliner Architekten Schirrmacher und von der Hude entworfene Backsteinbau, errichtet wurde.[6] Am 22. Dezember 1865 wurde der Grundsteingelegt, am 12. Oktober desselben Jahres das Richtfest begangen und 20. August 1869 Eröffnung gefeiert. Die Baukosten betrugen 618.000 Mark, 316.000 wurden von Hamburger Bürgern getragen, 250.000 kamen aus der Staatskasse und 52.000 Mark aus Verzinsung.[4] In den ersten Jahren war die Sammlung geprägt von Schenkungen und ersten Erwerbungen im Geschmack der Zeit.

1886 stiftete Gustav Christian Schwabe der Kunsthalle eine Sammlung mit 128 Gemälden.[7] Um dafür Platz zu schaffen, wurden nach Plänen von Hans Zimmermann mehrere Eckpavillons und ein 1909 nach Südwesten gerichteter Saal erbaut.[8] Diesen Komplex erweiterte Fritz Schumacher von 1912 bis 1919 um einen Anbau aus Muschelkalkstein, mit der heute für den Bau charakteristischen Kuppel.[9]

Die zweite Erweiterung war auch wegen der erwarteten Kosten stark umstritten. 1985 wurde der Wettbewerbs ausgeschrieben, welcher 1986 zur Ermittlung des Preisträgers Oswald Mathias Ungers führte.[4] Sieben Jahre später wurde der Grundstein zu der Galerie der Gegenwart nahe der Lombardsbrücke gelegt und im Oktober 1994 das Richtfest gefeiert. Im Oktober 1995 wurde eine zweite Kostensteigerung auf 104,3 Millionen Mark bekannt. Anfänglich hatte der Senat knapp 74 Millionen bewilligt.[10] Im Sommer 1996 war der Bau bezugsfertig.[11] Am 24. Februar 1997 fand die Eröffnung, bei der Bundespräsident Roman Herzog, Bürgermeister Henning Voscherau und der Maler Georg Baselitz sprachen, statt.[12]

Von 2003 bis 2006 wurde der Gründerbau - unter Leitung der Hamburgischen Immobilien Management Gesellschaft mbH (IMPF) - saniert. Neben der Fassade und dem Dach wurde auch die technische Gebäude-Ausrüstung an den Stand der Technik angepasst.[13]

Im Mai 2010 wurden Mängel an den Brandschutzklappen der Lüftungsanlage in der Galerie der Gegenwart bekannt.[14]

Geschichte der Sammlung[Bearbeiten]

Alfred Lichtwark[Bearbeiten]

Erst Alfred Lichtwark, der 1886 seine Tätigkeit als erster Direktor der Kunsthalle aufnahm, sorgte für eine systematisch aufgebaute Sammlung: „Wir wollen nicht ein Museum, das dasteht und wartet, sondern ein Institut, das thätig in die künstlerische Erziehung unserer Bevölkerung eingreift.“

Unter seiner Ägide entstand eine Sammlung mittelalterlicher Kunst in Hamburg mit Werken wie dem Grabower Altar des Meister Bertram, den Lichtwark zurück nach Hamburg holen ließ, nachdem er als einstiger Hauptaltar der Hauptkirche Sankt Petri identifiziert worden war. Weitere mittelalterliche Meisterwerke stammen von Meister Francke und seinen Nachfolgern.

Der Schwerpunkt der Erwerbungen lag jedoch auf der Kunst des 19. Jahrhunderts. Hierzu zählen Werke von Max Liebermann, mit dem Lichtwark befreundet war, Lovis Corinth, Anders Zorn, Edouard Vuillard, Pierre Bonnard und anderen, die auf Anregung Lichtwarks Ansichten der Stadt Hamburg malten. Theodor Hagen war mit mehreren Hafenbildern vertreten. Er machte das Werk von Philipp Otto Runge und vor allem von Caspar David Friedrich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Mit Adolf Menzel und Wilhelm Leibl wurden gezielt weitere Werke zeitgenössischer Maler erworben.

Aus mehreren Vermächtnissen (unter anderem der Sammlung Hudtwalcker/Wesselhöft) entstand eine Sammlung niederländischer Maler und das Kupferstichkabinett. Die Begeisterung für die französischen Impressionisten, wird dem Einfluss von Max Liebermann zugeschrieben.

In Lichtwarks Amtszeit fiel auch der Erwerb von 2499 Münzen und Medaillen, die teilweise im Münzkabinett ausgestellt sind.

Seine wegweisenden Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken, später in Vorträgen und Büchern verbreitet, begründeten die Museumspädagogik.

Gustav Pauli[Bearbeiten]

Lichtwarks Nachfolger Gustav Pauli, der 1914 von der Bremer Kunsthalle nach Hamburg kam, ließ den Bestand des Kupferstichkabinetts wissenschaftlich aufarbeiten. Er erweiterte die Sammlung um Künstler des Expressionismus, wie etwa Oskar Kokoschka und Franz Marc. Nicht zuletzt wegen seines Engagements für die Moderne, musste Pauli am 30. September 1933 sein Amt abgeben. Aus politischen Gründen war er bereits monatelang vorher beurlaubt worden.

Zwischen 1933 und 1946[Bearbeiten]

Franz Marcs Der Mandrill (1913) befindet sich gegenwärtig in der Pinakothek der Moderne, München

Seit Herbst 1933 leitete der Direktor der Landeskunstschule, der Innenarchitekt Hermann Maetzig, die Kunsthalle kommissarisch. Nachdem er ca. 900 Bilder aus Kunsthallen-Besitz zum Ausschmücken von Ämtern und Diensträumen ausgeliehen hatte, wurde er im Frühjahr 1934 beurlaubt. Sein Nachfolger Wilhelm Freiherr Kleinschmit von Lengefeld war bis August 1937 verantwortlicher Leiter der Kunsthalle.[15] Im Mai 1934 wurde Harald Busch Leiter der Gemäldegalerie. Nach dem „Parteitag der Kunst“ im Herbst 1934 in Nürnberg, erhielt er die Kündigung und musste am 30. November 1935 die Kunsthalle verlassen. 1936 wurde Werner Kloos Nachfolger von Busch, zunächst als Assistent für die Gemäldegalerie, danach am 1. April 1938 als Kustos. Schließlich hatte er ab dem 9. November 1941 die Funktion als ordentlicher Direktor der Hamburger Kunsthalle inne. Während seiner Amtszeit veranstaltete das Propagandaministerium unter Joseph Goebbels, der sich mit der Reichskulturkammer den Zugriff auf die Künste gesichert hatte, 1937 die Aktion „Entartete Kunst“. Diese propagandistisch aufbereitete Aktion bedeutete allein für die Kunsthalle den Verlust von mehr als eintausend Werken der Moderne. Adolf Ziegler konfiszierte 1937 72 Gemälde, unter ihnen Meisterwerke beispielsweise von Kokoschka Die Windsbraut, von Marc Der Mandrill sowie Buveuse assoupie (Eingeschlafene Trinkerin) von Pablo Picasso, ferner bedeutende Werke von Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner. Hinzu kamen 296 Aquarelle, Pastelle und Handzeichnungen, 926 Radierungen, Holzschnitte und Lithografien sowie acht Skulpturen.[16] Einige von ihnen wurden ins Ausland verkauft, ein Großteil jedoch wurde gezielt vernichtet.

Nach 1945[Bearbeiten]

Kunsthallenleiter nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren Carl Georg Heise (1946 bis 1956), Alfred Hentzen (1956 bis 1969), Werner Hofmann (1969 bis 1990). Im Juli 1978 machte die Kunsthalle durch einen spektakulären Kunstraub Schlagzeilen. Während einer Renovierungsmaßnahme war die Alarmanlage abgeschaltet. Diese Sicherheitslücke nutzten unbekannte Einbrecher, um 22 Gemälde im Wert von damals etwa zwei Millionen Mark aus der Kunsthalle zu stehlen. Von 1990 bis 2006 leitete Uwe M. Schneede das Museum, ihm folgte 2006 Hubertus Gaßner nach.

Sammlungen[Bearbeiten]

Erdgeschoss[Bearbeiten]

Kupferstichkabinett[Bearbeiten]

Die Sammlung umfasst mehr als 100.000 Blätter und reicht vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Schwerpunkte bilden unter anderem französische Graphik des 19. Jahrhunderts, italienische Druckgraphik, deutsche Expressionisten sowie Werke von Horst Janssen.

Kunst in Hamburg[Bearbeiten]

Hier sind Bilder von Hamburg aus dem 19. Jahrhundert von Außenalster, Stadt-Silhouette und Hafen ausgestellt.

Münzsammlung im Café Liebermann[Bearbeiten]

Das Café Liebermann im Erdgeschoss besteht aus einer Halle mit sechs Paar Säulen. In seitlichen Schaukästen befinden sich Münzen und Medaillen. An der Schmalseite des Saals ist eine Skulptur (Bronzeabguss vom Gipsmodell) von Johann Gottfried Schadow (1764–1850) mit dem Titel Die Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen ausgestellt. Die Halle dient als Café mit Museumsflair.

Deutscher Impressionismus[Bearbeiten]

Auf der Fußgängerinsel von Aristide Maillol: Der Fluss, 1939

Diese Sammlung umfasst Skulpturen des 20. Jahrhunderts von Georg Kolbe, Paul Hamann (1891–1973) und anderen. Beispielsweise

  • Georg Kolbe: Der Tänzer (1913/1919)
  • Georg Kolbe: Große Nacht (1926–1930). Bronzeguss.
  • Paul Hamann: Bertolt Brecht (1930). Kopf.

Weitere Skulpturen befinden sich außerhalb auf dem Platz vor der Rotunde und auf der Mittelinsel des Fußgängerüberwegs über den Glockengießerwall.

Erstes Stockwerk[Bearbeiten]

Die Sammlungen Alte Meister, 19. Jahrhundert und Klassische Moderne befinden sich im 1. Stockwerk.

Alte Meister[Bearbeiten]

Jan Massys: Flora, 1559
  • Deutsche Kunst vor 1400 bis 1800
  • Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts
  • Italienische Malerei von 1350 bis 1800
  • Französische Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts

Bilder folgender Maler werden ausgestellt: Meister Bertram, Rembrandt, Peter Paul Rubens, Canaletto.[17]

Galerie des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Die Galerie stellt mehrere Bilder von Caspar David Friedrich aus, beispielsweise das Gemälde Das Eismeer, zu dem er im kalten Winter 1820 Skizzen am Dresdner Elbufer machte.[18]

Weitere Bilder sind von Philipp Otto Runge und Edouard Manet.[19]

Klassische Moderne[Bearbeiten]

In der Abteilung Klassische Moderne sind Bilder und Skulpturen von Künstlern wie Wilhelm Lehmbruck, Edvard Munch, Emil Nolde, Paul Klee, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann und Lyonel Feininger bis hin George Grosz und Max Ernst ausgestellt.

Sonderausstellungen ab 2010[Bearbeiten]

In neuerer Zeit fanden zahlreiche Ausstellungen statt, in denen auch Ergänzungen der Hamburger Bestände gezeigt wurden. Zudem wurden weitere Räume für zeitgenössische Künstler geschaffen.

Mit Übernahme der ehedem zum Thalia Theater gehörigen Räumlichkeit des Theaters in der Kunsthalle (tik) kam eine weitere Ausstellungsfläche hinzu, die nach dem Mäzen als Hubertus-Wald-Forum bekannt ist. Dieser exponierte Raum war - seit der Errichtung des Gebäudes - als Vortragsraum genutzt worden. Erst 1972 war die Nebenbühne des Thalia Theaters dort eingezogen. Bis zur Einrichtung des Hubertus-Wald-Forums verfügte die Hamburger Kunsthalle über keine separaten Ausstellungsräume; so mussten jeweils die Sammlungen selbst für Sonderausstellungen ausgeräumt werden.

Im Untergeschoss der Galerie der Gegenwart werden seit 2010 ebenfalls Wechselausstellungen gezeigt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2009 erhielt die Kunsthalle vom Internationalen Kunstkritikerverband AICA für die Sonderausstellung Sigmar Polke. Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen die Auszeichnung Ausstellung des Jahres.

Finanzierung[Bearbeiten]

Seit 1999 ist die Hamburger Kunsthalle – wie auch die anderen Hamburger Museen – eine unabhängige Stiftung. Zweck dieser Geschäftsform ist es der Leitung ein unabhängiges Wirtschaften zu ermöglichen.[22] Trotzdem kommen die Stiftungen seit Jahren nicht aus den roten Zahlen. Der laufende Betrieb wird durch Zuwendungen der Stadt finanziert und die Kunsthalle beklagt eine „strukturelle Unterfinanzierung“. Ende 2009 lag das Jahresdefizit der Kunsthalle bei 1,905 Millionen Euro. Laut Geschäftsführer Roman Passarge bestand eine jährliche Unterfinanzierung von 800.000 Euro, der übrige Betrag sei mit den Folgen der Finanzkrise und dem drastischen Ausfall von Sponsorengeldern zu erklären.[23]

Der Etat im Überblick (Stand: 2010): Die Museumsstiftung verfügt über ein Stiftungsvermögen in Höhe von 0,51 Euro. Den laufenden Betrieb – von Strom und Heizung über das Personal bis zu den Kosten für Sonderausstellungen – finanziert die Stiftung Hamburger Kunsthalle zu mehr als 50% aus eigenen Einnahmen (Eintrittserlöse, Sponsoring, Erlöse aus Gastronomie, Parken und Shops) und der Zuwendung der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Die Kunsthalle erhielt 2010 jährlich knapp 11 Millionen Euro an Zuwendungen durch die Stadt, wovon allein 5 Millionen als Gebäudemiete an die Stadt zurückfließen und rund 3,8 Millionen als Personalkosten gebunden sind.[22] Der Gesamtetat betrug ohne Gebäudemiete rund 11 Millionen Euro, einschließlich der Miete rund 16 Millionen Euro. Der Kultursenator verlangte Einsparungen. (Die Hamburger Kunsthalle ist eines der ganz wenigen Museen, die als öffentliche Einrichtung Miete an die öffentliche Hand zahlen, für Vergleiche werden üblicherweise Kennzahlen ohne Miete herangezogen.) In der Zuwendung der FHH war ein Ankaufsetat von 322.000 Euro enthalten, der seit Stiftungsgründung in den Betriebshaushalt fließt, um das Budget auszugleichen. Ankäufe werden in der Hamburger Kunsthalle durch die großzügigen Zuwendungen und Schenkungen von Vereinen, Stiftungen und Privatpersonen ermöglicht.

Doch ist der Etat des Hauses im bundesweiten Vergleich mit knapp zwei Dutzend Häusern in anderen Städten (etwa dem Kunstmuseum Stuttgart, dem Sprengel Museum Hannover und dem Städel in Frankfurt) relativ gering. Die durchschnittlichen Zuwendungen an diese Häuser liegen bei 25 Euro pro Besucher, die Kunsthalle dagegen erhält 13 Euro. Auch die Zuwendungen pro Ausstellungsfläche sind geringer als der Durchschnitt. Dieser liegt bei 859 Euro pro Quadratmeter, der der Kunsthalle hingegen nur bei 483 Euro.[22] Managementfehler könnten eine Ursache des ständigen Defizits sein.[24] 2010 beschäftigte das Thema die Öffentlichkeit, als der Direktor Gaßner die Schließung der „Galerie der Gegenwart“ für ein halbes Jahr ankündigte – angeblich wegen kleinerer Brandschutzmaßnahmen, tatsächlich wohl, um durch Reduzierung der Bewachungs- und Energiekosten 200.000 Euro einzusparen und damit die Etatvorgaben des Senats zu erreichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • » ... diese der edlen Kunst gewidmeten Hallen.« Zur Geschichte der Hamburger Kunsthalle, Ulrich Luckhardt, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 1994, ISBN 3-922909-11-6
  •  Markus Dorfmüller, Markus Kröger: Hinter der Kunst: Die Hamburger Kunsthalle. Sanierung des Gründungsbaus. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-585-2.
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Die Gemälde der Alten Meister (Band I), Hrsg. von Martina Sitt, Uwe M. Schneede, Texte von Martina Sitt, unter Mitarbeit von Gerrit Walczak, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87909-879-8
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Italienische Zeichnungen 1450-1800 (Band II), David Klemm, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2008, ISBN 978-3-412-20261-3
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Die Galerie der Gegenwart - Gemälde, Objekte, Installationen (Band V.1) Hrsg. von Christoph Heinrich, Uwe M. Schneede, Texte von Christoph Heinrich, Nicola Müllerschön, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87909-941-2
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Die Galerie der Gegenwart - Photographie (Band V.2), Hrsg. von Christoph Heinrich, Uwe M. Schneede, Texte von Nina Zimmer, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2008, ISBN 978-3-87909-942-9
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Die Galerie der Gegenwart - Audio. Video (Band V.3), Hrsg. von Frank Barth, Uwe M.Schneede, Texte von Dirck Möllmann, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2008, ISBN 978-387909-953-5
  • Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle - Die Gemälde der Klassischen Moderne (Band IV), Hrsg. von Hubertus Gaßner, Uwe M. Schneede, Texte von Marcus Andrew Hurttig, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86832-008-4
  • Konzeptkunst in der Hamburger Kunsthalle: Die Sammlung Elisabeth Und Gerhard Sohst Ortrud Westheider, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, ISBN 978-3-922909-20-0
  • Deutsche Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle 1450-1800., 2 Bände, Peter Prange, Verlag Böhlau, Köln/Weimar 2006, ISBN 978-3-412-35305-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburger Kunsthalle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hamburger-kunsthalle.de/index.php/museum.html
  2. a b  Ralf Lange: Architektur in Hamburg. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9, S. 30f.
  3. a b c  Markus Dorfmüller, Markus Kröger: Hinter der Kunst: Die Hamburger Kunsthalle. Sanierung des Gründungsbaus. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-585-2, S. 74.
  4. a b c Hamburger Abendblatt - Die Quadratur des Ungers. Axel Springer AG, 22. Februar 1997, abgerufen am 11. Mai 2013.
  5. Hamburger Abendblatt - The Cube in der Galerie der Gegenwart Sechs gute Seiten. Axel Springer AG, 10. September 2012, abgerufen am 11. Mai 2013.
  6.  Markus Dorfmüller, Markus Kröger: Hinter der Kunst: Die Hamburger Kunsthalle. Sanierung des Gründungsbaus. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-585-2, S. 16.
  7. Werner Hofmann, Tilman Osterwold: Gustav Christian Schwabe : Ein Geschmack wird untersucht. Christians, Hamburg 1970. (Die G. C. Schwabe Stiftung, eine Dokumentation herausgegeben von der Hamburger Kunsthalle)
  8. Hamburger Abendblatt - So kam die Kunsthalle zu ihren Schätzen. Axel Springer AG, 24. Oktober 1996, abgerufen am 11. Mai 2013 (PDF; 1,9 MB).
  9. Julius Faulwasser: Der Erweiterungsbau der Kunsthalle in Hamburg. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jg. 41, Nr. 29 (9. April 1921), urn:nbn:de:kobv:109-opus-54775, S. 349–351 (Teil 1) und urn:nbn:de:kobv:109-opus-52253, S. 178–181. (Elf Abbildungen)
  10. Hamburger Abendblatt - Kunsthallen-Anbau teurer als geplant. Axel Springer AG, 2. Oktober 1995, abgerufen am 11. Mai 2013 (PDF; 1,6 MB).
  11. Kunsthalle Hamburg mit Galerie der Gegenwart. Sehnsucht Deutschland GmbH & Co. KG, abgerufen am 11. Mai 2013.
  12. Hamburger Abendblatt - Der Würfel hat gefallen. Axel Springer AG, 22. Februar 1997, abgerufen am 11. Mai 2013 (PDF; 1,9 MB).
  13.  Markus Dorfmüller, Markus Kröger: Hinter der Kunst: Die Hamburger Kunsthalle. Sanierung des Gründungsbaus. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-585-2, S. 48ff.
  14. Die Hamburgische Immobilien Management Gesellschaft mbH IMPF soll die Leitung der Hamburger Kunsthalle darüber informiert haben dass ein Umbau der Brandschutzklappen schnellstmöglich geboten und eine Schließung des Hauses. BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG, 25. Mai 2010, abgerufen am 11. Mai 2013.
  15. Die Geschichte der Freunde: Unter dem Hakenkreuz. Freunde der Kunsthalle, abgerufen am 3. Februar 2013.
  16. Uwe Bahnsen: Im Namen des Führers, welt.de, 17. November 2013, abgerufen am 17. November 2013
  17. Hamburger Kunsthalle (Hrsg.): Was ist wo? Faltblatt von ca. 2011.
  18. Matthias Gretzschel: Der größte Künstler ist die Natur. In: Hamburger Abendblatt vom 28. Januar 2010, S. 3
  19. Hamburger Kunsthalle (Hrsg.): Was ist wo? Faltblatt von ca. 2011.
  20. Sonderausstellung poplife. Hamburger Kunsthalle, abgerufen am 22. April 2013.
  21. http://www.philipp-otto-runge-stiftung.de/html/ausstellung.htm
  22. a b c Tobias Timm: Hamburger Kunsthalle: Klappe zu im Armenhaus. ZEIT ONLINE GmbH, 27. Mai 2010, abgerufen am 22. April 2013.
  23. Katja Engler: Ist die Kür nicht doch die Pflicht? - Die Welt. Axel Springer AG, 4. März 2010, abgerufen am 22. April 2013.
  24. Matthias Gretzschel: AnsichtssacheHamburgs Museen brauchen einen Neuanfang - Hamburger Abendblatt. Axel Springer AG, 4. März 2010, abgerufen am 22. April 2013.

53.55510.002777777778Koordinaten: 53° 33′ 18″ N, 10° 0′ 10″ O