Gehörbildung

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Gehörbildung ist ein Bereich der Musikbildung. Sie bezeichnet den Prozess, in dem das Gehör geschult wird, Intervalle, Tonhöhen und Rhythmen zu bestimmen. Die Gehörbildung ist notwendige Voraussetzung für Konzertmusiker, Musiklehrer, Dirigenten und Musikwissenschaftler.

An Musikhochschulen werden die Melodiediktate zum Bestehen der Aufnahmeprüfung vorausgesetzt. Ein polyphoner Satz muss hierbei möglichst fehlerfrei nach dem Vorspielen auf dem Klavier notiert werden. Seit 2010 wird diese traditionelle Praxis vor dem Hintergrund der aufkommenden Forderung nach einer kompetenzorientierten Vermittlung von Inhalten sowohl an Schulen als auch an Musikhochschulen und Universitäten hinterfragt.[1] Ebenso ist Gehörbildung ein fester Bestandteil der Abiturprüfung im Leistungskurs Musik einiger Bundesländer.

Anfangs trainiert man das Gehör, Intervalle sukzessiv und simultan zu bestimmen. Rhythmusdiktate und das Hören von Tonfolgen münden in das Melodiediktat. Im fortgeschrittenen Stadium können mehrstimmige Sätze notiert werden. Es besteht die Möglichkeit, viele Aufgaben von geeigneten Computerprogrammen gestellt zu bekommen.

Des Weiteren beinhaltet die Gehörbildung auch die Erfassung verschiedener Akkordgruppen. Im fortgeschrittenen Stadium können auch komplexe Vielklänge und Toncluster bestimmt werden.

Bei der Gehörbildung geht es nicht um das perfekte Hören von komplexen Akkorden oder Intervallen in großer Geschwindigkeit, sondern darum, Zusammenhänge in der Musik (tonal oder atonal) zu erkennen, wie es in der Praxis etwa beim Leiten eines Orchesters gefordert ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Wolf, Kopiez, R., und Platz, F.: Der Status Quo der musiktheoretischen Zulassungsprüfung an Musikhochschulen: Eine testtheoretische Analyse. In: Beiträge empirischer Musikpädagogik. 3, Nr. 2, Oktober 2012.