Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten Reformationsbewegung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten Reformationsbewegung (STA-REF) ist eine protestantische Glaubensgemeinschaft, die auf eine Abspaltung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zurückgeht.

Geschichte[Bearbeiten]

Weltanschauliche Differenzen in der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten führten 1919 dazu, dass sich die so genannten Reformadventisten von der Mutterkirche abspalteten und in der Internationalen Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (IMG) zusammenfanden. Zu diesen weltanschaulichen Differenzen zählt als elementarer Punkt die sogenannte Militärfrage: Als „guten Bürgern“ war es den Adventisten von Seiten ihrer verantwortlichen Seelsorger freigestellt, im Ersten Weltkrieg in Deutschland für „Kaiser und Volk“ am Militärdienst teilzunehmen, wenn auch zuvorderst im Sanitätsdienst. Diese Haltung konnten die Gründer der „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“ nicht teilen und zogen es vor, den Dienst an der Waffe in jeder Form zu verweigern – was ihnen, ebenso wie im Dritten Reich, Verfolgung und Schwierigkeiten als sogenannte „Vaterlandsverräter“ einbrachte. Sie gründeten 1925 in Gotha die „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“. 1951 kam es auch in dieser Kirche (Glaubensgemeinschaft) zu einer Spaltung; die zu diesem Zeitpunkt mit jeweils 5000 Mitgliedern etwa gleich starken Gruppen existierten zunächst beide unter dem alten Namen nebeneinander; 1952 benannte sich jedoch eine von ihnen in „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“ um.

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Mitgliederzahl der STA-REF wird heute weltweit auf 25000 geschätzt. Ihre Weltkirchenleitung (Seventh Day Adventist Reform Movement) sitzt in Roanoke (Virginia); die deutsche Zentrale befindet sich in Schwäbisch Gmünd. In Deutschland wurde die Mitgliederzahl im Jahr 2003 mit 200 angegeben.[1] Die Kirche gibt den vierteljährlich erscheinenden Herold der Reformation und die Kinderzeitschrift Der Freund heraus.

Lehre[Bearbeiten]

Der Mittelpunkt der Lehre ist die Botschaft von dem zukünftigen Wiederkommen Jesu Christi auf unsere Erde. Er ist der Gottessohn, Herr der Schöpfung und Gekreuzigter von Golgota und sagt dieses große, sichtbare Ereignis im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, voraus: „Siehe ich komme bald...“(Offb 3,11 LUT) Dieser Gedanke kommt auch im Namen der Gemeinschaft deutlich zum Ausdruck. Ihre Gläubigen streben danach, sich in ihrem täglichen Leben auf diesen Moment hoffnungsvoll vorzubereiten. Sie sind davon überzeugt, dass Jesus Christus die zahlreichen Probleme unseres Planeten (Umwelt, Kriminalität, Not, Krankheit, Tod) durch eine Neuschöpfung lösen wird.

Die „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“ versteht sich als gegenwärtiger Teil einer historischen Gemeinde Gottes, die die biblische Wahrheit seit Bestehen der Menschheit bis in die Gegenwart weiterträgt. Das Wort Gottes wurde demnach von den biblischen Patriarchen über die Propheten, Jesus Christus und die Apostel, die Epoche des christlichen Niedergangs und der Reformation bis in die Neuzeit immer wieder durch aufrichtig studierende Christen weitergegeben.

Ellen G. White, Mitbegründerin der Siebenten-Tags-Adventisten, war nach Überzeugung der Gemeinschaft ein weiteres Werkzeug Gottes, das zahlreiche Bücher, Inspirationen, Bibelerklärungen und -auslegungen verfasste, um Millionen Menschen die verlorene biblische Wahrheit wieder nahezubringen. Dazu gehört auch die Beachtung des biblischen Sabbat als Ruhetag Gottes, der unveränderter Teil der Zehn Gebote und Geschenk an die Menschheit ist. Wie alle Siebenten-Tags-Adventisten halten daher die Gläubigen am Samstag ihren Gottesdienst.

Ein weiterer wichtiger Teil der Glaubensdoktrin ist die „Heiligtumslehre“, die alttestamentliche Zeremonien der Israeliten und die Stellung des Hohenpriesters im Tempel als Prophezeiung oder Vorschau auf Jesus Christus ansieht. Jesus starb nicht nur als „Lamm Gottes“ am Kreuz, sondern sei auch heute „Hoherpriester“ in einem vergleichbaren Heiligtum in Gottes Nähe. Er nehme Menschen an, die ihr fehlerhaftes Leben einsehen, bereuen und ihm nachfolgen. Dieses biblische Verständnis wird als göttlicher Erlösungsplan für die von Gott entfernte und abgefallene Menschheit gesehen. Nach Überzeugung der Gemeinschaft ist dies Teil eines wichtigen Gottesverständnises, der von den Kirchen der Ökumene als Sonderlehre betrachtet, nicht weiter beachtet und/oder abgelehnt wird. Daher verstehen sich die STA-REF als Reformationsbewegung.

Ebenso wie die IMG hat die STA-REF eine ähnliche theologische Ausrichtung wie ihre Mutterkirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, legt diese aber strenger aus. Dazu zählen die unbedingte Einhaltung des Sabbatgebotes, die Gläubigentaufe und der Glaubensgrundsatz des konsequenten Vegetarismus. Dies drückt sich im weiteren in einer Lebensreform aus, die Genussmittel wie Tabak und Alkohol, ungesunde Ernährung und Modeerscheinungen ablehnt. Anders als die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind beide reformadventistische Gruppen darum bemüht, in erster Linie ihre Glaubensvorstellungen und Traditionen und weniger den gesellschaftlichen Trend zu leben. Daher lehnen sie zum Beispiel auch die ökumenische Bewegung ab, deren Bestrebungen als Vereinheitlichung zu einem nicht biblischen Universalglauben gesehen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst: Religionen in Deutschland: Mitgliederzahlen,remid.de, 3. Mai 2006