Flörsheim am Main

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Flörsheim am Main
Flörsheim am Main
Deutschlandkarte, Position der Stadt Flörsheim am Main hervorgehoben
50.0116368.42813390Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 22,95 km²
Einwohner:

20.393 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 889 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65439
Vorwahl: 06145
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 004
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 12
65439 Flörsheim am Main
Webpräsenz: www.floersheim-main.de
Bürgermeister: Michael Antenbrink (SPD)
Lage der Stadt Flörsheim am Main im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Flörsheim am Main ist eine Stadt im Main-Taunus-Kreis in Hessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Das Mainufer

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Flörsheim grenzt im Norden an die Stadt Hofheim am Taunus, im Osten an die Stadt Hattersheim am Main, im Süden an die Städte Raunheim und Rüsselsheim (beide Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Stadt Hochheim am Main.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Die Stadt ist in die Stadtteile Stadtmitte (12.342 Einwohner), Weilbach (3.746 Einwohner), Wicker (3562 Einwohner), Keramag/Falkenberg (729 Einwohner) unterteilt (Stand: 31. Dezember 2012).[2] Bad Weilbach ist ein Ortsteil des Stadtteiles Weilbach.[3]

Geschichte [Bearbeiten]

Die Geschichte Flörsheims kann nicht ohne eine gleichzeitige Betrachtung seiner heutigen Stadtteile Wicker und Weilbach verstanden werden. Alle drei Orte entstanden aus fränkischen Siedlungen, von denen Flörsheim bereits im Jahre 828 urkundlich erwähnt wurde, während Wicker erst 910 und Weilbach im Jahre 1112 folgten. Bis in die jüngste Zeit bestanden enge Bindungen zu Mainz. Dies änderte sich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Herrschaft Napoleons, als die drei Orte 1803 dem Fürstentum Nassau zugeschlagen wurden. Nach dem preußisch-österreichischen Krieg 1866 gelangten die drei Gemeinden an Preußen, das das Herzogtum Nassau zerschlug. Einen erneuten Besitzerwechsel gab es 1945 nach der Auflösung Preußens durch die Alliierten, als die drei Gemeinden dem neu gebildeten Bundesland Hessen zugeschlagen wurden. 1953 wurde Flörsheim zur Stadt erhoben. Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform 1972 schlossen sich Flörsheim, Weilbach und Wicker freiwillig zu einer Stadt zusammen.

Veranstaltungen [Bearbeiten]

Straße zu Ehren des Initiators des Verlobten-Tages
Alte Schule

Jedes Jahr am letzten Montag im August feiert die Stadt den „Verlobten Tag“. Dieser hat seinen Ursprung im Jahr 1666, als in Flörsheim die Pest wütete. Nachdem innerhalb kürzester Zeit mehr als 200 Einwohner gestorben waren und der kleinen Gemeinde die völlige Ausrottung drohte, beteten der Überlieferung nach die Überlebenden in höchster Not um Rettung. Als die Pest dann tatsächlich endete, gelobten die Flörsheimer zusammen mit dem Initiator Pfarrer Johannes Laurentius Münch „solange in Flörsheim Stein auf Stein steht, eine Dankprozession zum Lobpreis des Allerhöchsten alljährlich durchzuführen“. Dieses Gelöbnis wurde bisher strikt eingehalten; auch in Kriegszeiten und trotz zeitweisem Verbot dieser Veranstaltung. 2011 wurde der „Verlobte Tag“ deshalb zum 345. Mal gefeiert.[4]

Jeweils im Oktober findet jedes Jahr entlang des Mainufers die Flörsheimer „Kerb“ statt. Diese Kirmesveranstaltung entstand aus dem Kirchweihfest der St. Gallus-Kirche. Seit den 1970er Jahren gibt es außerdem an einem Juli-Wochenende das „Flörsheimer Open Air“, ein kleines Pop- und Rock-Musikfestival mit freiem Eintritt auf den Wiesen unter der Mainbrücke nach Rüsselsheim. Überregional bekannt ist der Flörsheimer „Fassenachtsumzug“ mit zum Teil über 3.500 Teilnehmern (um die 160 Nummern), der jeweils am Fastnachtssonntag um 13.31 Uhr beginnt und regelmäßig rund 35.000 Zuschauer hat. 2007 waren es laut Polizeischätzungen sogar rund 80.000. Dies liegt daran, dass in den anliegenden Nachbargemeinden in den ungeraden Jahren am Sonntag keine Fastnachtsumzüge stattfinden.[5]

Flörsheim zeichnet sich zudem durch seinen einmaligen Fastnachtsruf (Narrenruf) „Hall di Gail“ aus. Der Ruf entstammt der frühen Zeit, als im Fastnachtszug noch viele Wagen mit Pferdegespannen fuhren. Wurden diese Pferde dann wegen der vielen schreienden und winkenden Menschen unruhig, rief man den Pferdelenkern des Öfteren die Aufforderung zu, ihre Pferde fest am Zügel zu halten. Kurz und knapp formuliert: „Halte die Gäule (Pferde)!“ oder eben auf Flerschemerisch: „Hall di Gail“. Um sich von den befreundeten Mainzer Fastnachtern etwas abzuheben, beschloss der Flörsheimer Carnevals Verein (FCV) dies nun künftig durch die Straßen der Stadt zu rufen.[6]

Seit 1980 finden im vierten Quartal eines Kalenderjahres die Gallus-Konzerte statt, eine musikkulturelle Reihe, deren konzertante Aufführungen teilweise als Veranstaltungen des Hessischen Rundfunks geführt werden.[7]

Politik [Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[8]

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,8 %
28,0 %
25,4 %
5,0 %
3,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-11,6 %p
+5,2 %p
+7,4 %p
+0,9 %p
-1,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,8 14 49,4 18 48,0 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,0 10 22,8 8 25,3 9
GALF Grüne Alternative Liste Flörsheim 25,4 10 18,0 7 22,1 8
dfb DIE FREIEN BÜRGER 5,0 2 4,1 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,8 1 5,7 2 4,6 2
Gesamt 37 37 37
Wahlbeteiligung in % 49,2 61,4

Bürgermeister [Bearbeiten]

Michael Antenbrink (SPD) wurde in der Stichwahl am 17. September 2006 mit 56,1 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein Vorgänger Ulrich Krebs (CDU) beendete seine Amtszeit vorzeitig, da er am 26. März 2006 zum Landrat des Hochtaunuskreises gewählt wurde.

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau auf silbernen Wellen ein goldenes Schiff mit zwei silbernen Segeln, Flaggen und Mastkorb silbern und rot; auf dem Hauptsegel nebeneinander drei schwarze Großbuchstaben F, auf der roten Heckflagge ein sechsspeichiges silbernes Rad.“[9]

Seit dem 18. Jahrhundert wurde auf Grenzsteinen und im Siegel ein Steuerrad als Ortszeichen auf Grenzsteinen und im Siegel verwendet, ab 1816 das Bild eines Marktschiffs auf den Main, seit 1908 in der im heutigen Wappen gezeigten Form. 1930 kamen die drei F als Zeichen der 1765 vom Mainzer Kurfürsten angesiedelten[10] und bis 1914 produzierenden[11] Flörsheimer Fayence-Fabrik dazu. Das Wappen ist seit 1951 offiziell.[9] Das Rad auf der Heckflagge weist als Mainzer Rad auch auf die jahrhundertelange (1270–1803) Zugehörigkeit zum Mainzer Domkapitel hin.[12]

Partnerstädte [Bearbeiten]

Verkehr und Infrastruktur [Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude von 1839
Flörsheimer Fahr, Anlegeplatz bis 1928 der Fähre nach Raunheim
Raunheimer Ufer
  • Flörsheim ist bei Weilbach an die A 66 angebunden (Mainz/Wiesbaden–Frankfurt–Hanau-Fulda).
  • Über Rüsselsheim und Wallau besteht Anschluss an die A 3 (niederländische Grenze–Ruhrgebiet–Düsseldorf–Franken–Oberpfalz–Regensburg–Passau–österreichische Grenze).

Seit Inbetriebnahme der vierten Bahn am Flughafen Frankfurt im Oktober 2011 ist Flörsheim stark von Fluglärm betroffen.

Der Flörsheimer Bahnhof (an der Taunus-Eisenbahn) wird von der S1 angefahren (Wiesbaden – Mainz-Kastel – Frankfurt – Rödermark-Ober-Roden). Das Gebäude von 1839 stammt vom Architekten Ignaz Opfermann, wurde mit Beginn der Taunusbahn errichtet und zählt zu den ältesten erhaltenen Bahnhöfen in Deutschland. 1875 wurde das Obergeschoss als Wohnung für den Bahnhofsvorsteher angebaut. Seit 2001 dient es nach der Renovierung als Stadtbüro der Verwaltung Flörsheim und das Nebengebäude als Kinder- und Jugendtreff.

Mehrere Buslinien fahren außerdem durch/ab Flörsheim:

  • 809: Hochheim Bahnhof – Flörsheim-Falkenberg – Flörsheim – Flörsheim-Wicker – Flörsheim-Weilbach – Hofheim Bahnhof
  • 819: Flörsheim – Flörsheim-Wicker – Flörsheim-Weilbach – Flörsheim
  • AST 818: Flörsheim – Flörsheim Falkenberg
  • 1: Flörsheim – Rüsselsheim

Am Mainufer verlaufen mehrere Radwanderwege:

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Ehrenbürger [Bearbeiten]

  • 1914: Gustav Dyckerhoff[13]
  • 1914: Rudolf Dyckerhoff[13]
  • 1949: Georg von Opel (1912–1971), ein deutscher Automobilunternehmer, Sportfunktionär und erfolgreicher Sportler[13]
  • 1953: Andreas Schwarz[13]
  • 1953: Philipp Schneider[13]
  • 1955: Jakob Altmaier (1889–1963), deutscher Politiker (SPD), MdB[13]
  • 2011, 18. März: Mathäus Lauck (* 1921), Kommunalpolitiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande[13]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Flörsheim am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Flörsheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
  2. l Stadt Flörsheim - Zahlen, Daten, Fakten
  3. Weilbach. Stadt Flörsheim am Main. Abgerufen am 23. Februar 2013.
  4. Faltblatt: 341. Verlobter Tag (pdf-Datei)
  5. hr-online Fastnachtsumzüge: Hessen fest in Narrenhand - 80.000 Zuschauer in Flörsheim
  6. FCV 1928 e.V. – Herkunft von „Hall die Gail“
  7. Saisoneröffnung der Gallus-Konzerte 2010 auf: hr-online.de
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl
  9. a b Klemens Stadler: Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 3: Die Gemeindewappen des Landes Hessen, Bremen 1967, S. 33
  10. Flörsheim am Main. www.kulturland-rheingau.de, abgerufen am 11. Mai 2013.
  11. Rudolf Schäfer: Zur Wirtschaft im Main-Taunus-Gebiet vor der Industrialisierung. 1980, abgerufen am 12. Mai 2013.
  12. Stadtporträt. Stadt Flörsheim am Main, abgerufen am 12. Mai 2013 (Text erscheint nach Anklicken des Wappens).
  13. a b c d e f g Bericht über die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Mathäus Lauck mit Benennung aller bisheriger Ehrenbürger der Stadt. In: echo-online.de. Echo Online GmbH, 22. März 2011, abgerufen am 17. März 2013.