Jelling

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Dänemark Jelling
Wappen fehlt
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Jelling (Dänemark)
Jelling
Jelling
Basisdaten
Staat: Dänemark
Verwaltungsbezirk: Syddanmark
Kommune (seit 2007): Vejle
Koordinaten: 55° 45′ N, 9° 25′ O55.7558333333339.4194444444444Koordinaten: 55° 45′ N, 9° 25′ O
Einwohner: (2014[1]) 3.362
Postleitzahl: 7300 Jelling
Website: www.jelling.dk
Jelling Kirche (1866)
Jelling Kirche (1866)
Runensteine vor Grabhügel

Der Ort Jelling [ˈjɛleŋ] oder Jellinge [ˈjɛleŋə] liegt mitten in Jütland, nordwestlich von Vejle. Das königliche Jelling gehört zu den bedeutenden archäologischen Fundplätzen Dänemarks. Zwischen den größten Grabhügeln (Nord- und Südhügel) Dänemarks liegt hier eine Steinkirche aus der Zeit um 1100 n. Chr., die über älteren Holzkirchen errichtet wurde. Davor stehen der Thyrastein und der Haraldstein. Das Ensemble von Kirche, Grabhügeln und Runensteinen wurde 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Platz hatte bereits seit der Bronzezeit kultische Bedeutung. Nicht weit von Viborg liegt Mammen, wo eine in diese Zeit passende mit Silberdraht eingelegte Prunkaxt gefunden wurde. Aber es waren Könige des 10. Jahrhunderts, die Jelling seine heutige Bedeutung gaben.

Gorm der Ältere[Bearbeiten]

Der heidnische König Gorm der Ältere gilt (vielleicht zu Unrecht) als Reichseiniger Dänemarks. Ältere, mythologisch überlieferte Könige waren wohl regionale Herrscher. Gorm erweiterte den Nordhügel und setzte den Thyrastein für seine Frau. Im Nordhügel wurde eine unterteilte Holzkammer gefunden, die als Doppelgrab angesehen wird. Sie war aber bis auf einen Silberbecher leer. Gorm starb etwa 936 (nach anderen Quellen 958) n. Chr. Das Grab wurde wenig später ausgeräumt. Ob er oder sein Enkel den Südhügel errichteten, der nie benutzt wurde, ist offen.

Harald Blauzahn[Bearbeiten]

Der Sohn Gorms, Harald Blauzahn, wurde erst im reiferen Alter von etwa 40 Jahren König und ließ sich im Jahre 960 taufen. Danach gab er wohl jenen gewaltigen Runenstein in Auftrag, der Haraldstein oder der Taufstein Dänemarks genannt wird. Er ließ die erste Holzkirche bauen, in die er seine Eltern umbettete.

Sven Gabelbart[Bearbeiten]

Der anscheinend 965 und damit als Sohn christlicher Eltern geborene Sven Gabelbart war der dritte Sohn Harald Blauzahns und der Anführer einer heidnischen Gegenreaktion. In dem Machtkampf zwischen Vater und Sohn unterlag der greise König. Während einer Seeschlacht, anscheinend bei Bornholm, wurde Harald Blauzahn schwer verwundet und konnte sich an Pommerns Küste flüchten. Dort verstarb er nach Adam von Bremen (1074) auf pommerschem Boden, entweder in der Jomsburg oder in Jumne (möglicherweise identisch mit dem heutigen polnischen Wollin), am Allerheiligentag (1. November) des Jahres 985 oder 986. Der königliche Leichnam wurde anschließend von seinem Gefolge nach Dänemark überführt und dort bestattet. [2] Sein Sohn Sven als nachfolgender dänischer König ist der Bauherr der vier sogenannten Wikingerburgen im Land. Damit endet die Bedeutung des heute kleinen Ortes Jelling, da der Hof nach Roskilde verlegt wurde, wo auch Harald und Sven begraben sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Panorama mit den beiden Grabhügeln, den beiden Runensteinen und der Kirche von Jelling

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Der "Kleine" und der "Große Jellingstein" in Jelling/Jütland/Königraich Dänemark - Symbol des Ruhmes und der Macht der Könige Gorm der Alte (um 900- um 945) und Harald Blauzahn (um 945- 986) zur Wikingerzeit. In: Steinkreuzforschung (SKF). Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Hrsg. von Rainer H. Schmeisssner, Monographienreihe, Band Nr. 10: Beiträge zur Runensteinforschung, Regensburg 1999, S. 64-77

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF44: Folketal pr. 1. januar fordelt på byer (dänisch)
  2. Vgl. Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte. Geschichte der Erzbischöfe von Hamburg. Übersetzt von J.C.M. Laurent und W. Wattenbach. Hrsg. von Alexander Heine. Reihe: Historiker des deutschen Altertums. Essen, Stuttgart: Phaidon Verlag 1986, II/25, S. 106f

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jelling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien