Gossamer Albatross

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Gossamer Albatross im Flug
Gossamer Albatross am Boden
Gossamer Albatross im Aufbau
Gossamer Albatross mit Crew

Die Gossamer Albatross (engl. für Spinnweben (hauchdünner) Albatros) war ein mit menschlicher Muskelkraft angetriebenes Flugzeug, das von einem Team unter Führung von Paul MacCready im Auftrag der NASA entworfen und gebaut wurde. Mit diesem Flugzeug überquerte Bryan Allen am 12. Juni 1979 in 2:49 Stunden den Ärmelkanal zwischen Folkestone und Cap Gris-Nez, Entfernung 35,8 km, und gewann damit den 2. Kremer-Preis.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Flugzeug war mit einem großen, vorne liegenden Stabilisatorflügel, ebenso wie das Vorgängerflugzeug Gossamer Condor, ungewöhnlich konstruiert. Gesteuert wurde die Gossamer Albatross ebenso, wie die Gossamer Condor durch eine Verdrehung der Tragflächen. Das Canard-Prinzip (dt. Entenflügel-Prinzip), mit den vorne liegenden Flächen, ist schon seit den Gebr. Wright bekannt. Der einige Meter vor dem Piloten angebrachte Flügel diente zur Stabilisierung des Fluges um die Querachse.

Das Grundgerüst bestand bei der Gossamer Albatross nicht mehr aus Aluminiumröhrchen, sondern aus einem Carbon-Fiber-Rahmen mit Rippen aus Polyester, überzogen mit einer hauchdünnen, transparenten Plastikhaut aus biaxial orientierter Polyesterfolie.

Technische Daten:

  • Länge: 10,40 m
  • Spannweite: 29,80 m
  • Höhe: 4,90 m
  • Masse des Flugzeugs: 32 kg
  • Gesamtmasse mit Pilot: 100 kg

Das Fluggerät wurde durch einen großen, zweiblättrigen Propeller mit Pedalantrieb bewegt. Es erreichte eine Maximalgeschwindigkeit von 29 km/h bei einer mittleren Flughöhe von 1,5 Metern. Die im Verhältnis zum Rumpf übergroßen, segelflugzeugähnlichen Tragflächen erlaubten einen Flug mit minimalem Kraftaufwand. Bei Windstille wurden lediglich 0,2 kW benötigt, um das Flugzeug in der Luft zu halten. Diese Leistung konnte auch von einem trainierten Radrennfahrer aufgebracht werden.

MacCreadys Team hat gleichzeitig zwei identische Ausführungen der Gossamer Albatross gebaut. Das Fluggerät, mit dem die Überquerung des Ärmelkanals gelang, ist heute im Udvar-Hazy Center des Smithsonian Instituts ausgestellt. Die zweite Anfertigung wurde 1980 intensiv im Langley/Dryden Flight Research Programm der NASA getestet und befindet sich heute im Museum of Flight in Seattle, Washington.

Ein Nachfolgeflugzeug der Albatross war 1980 die solar-angetriebene Gossamer Penguin.[1] Dieses Flugzeug, das bei gleicher Grundkonstruktion wesentlich kleiner (3/4 der Größe des Gossamer Albatross), dafür aber schneller war, wurde ursprünglich als Reserve gebaut für den Fall, dass die Wetterbedingungen am Ärmelkanal einen Flug mit der langsameren Gossamer Albatross nicht zuließen. Nach dem erfolgreichen Flug des Gossamer Albatross über den Ärmelkanal wurde dieses Flugzeug zu einem Solarflugzeug umgebaut.

Literatur[Bearbeiten]

  • R. Moulton, M. Coweley, P. Lloyd: The Gossamer Albertross. Aeromodeller, September 1979
  • Bryan Allen: Winged Victory of 'Gossamer Albatross'. National Geographic, November 1979, vol. 156, n. 5, p. 640-651
  • P. B. S. Lissiman, H. R. Jex, P. B. MacCready: Aerodynamics of Flight at Speeds Under 5 m/s. Man-Powered Flight the Channel Crossing and the Future. The Royal Aeronautical Society, London 1979
  • J. D. Burke: The Gossamer Condor and Albertross: A Case Study In Aircraft Design. Aerovironment Inc. Report AV-R80/S40, June 1980. (Also AIAA Professional Study Series.)
  • Morton Grosser: Gossamer Odyssey. Dover Publications, New York 1981, ISBN 0-486-26645-1
  • H. R. Jex, D. C. Mitchell: Stability and Control of the Gossamer Human-powered Aircraft by Analysis and Flight Test. NASA CR-1627, November 1982

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gossamer Penguin in engl. Wikipedia

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]