H. C. Horn

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Kühlschiff Ursula Horn lädt tiefgekühlten Fisch auf der Reede vor Bata (Afrika)

H. C. Horn war eine 1956 gegründete deutsche Reederei mit Sitz in Hamburg, die bis zur Übernahme durch die Reederei Hamburg Süd um 1969 bestand.

Sie war vor allem in der Kühlfrachtschifffahrt tätig, bei der bis Anfang 1970 in der weltweiten Fahrt kleine Ladungen von Kühlgütern entweder von Linienfrachtern mit einigen Kühlräumen oder sehr kleinen Kühlschiffen transportiert wurden. Danach übernahmen die Kühlcontainer dieses Ladungssegment.

Globaler Kühlgütertransport verschiedener Kühlgüter in Mio. t von 1985-2005

1864 Gründung von Heinrich C. Horn[Bearbeiten]

Die Reederei Horn entstand aus einer 1864 gegründeten Firma, die anfänglich mit Kohlen handelte und Zündhölzer herstellte. Um 1904 wurden erste Erfahrungen mit der Fruchtfahrt (Mittelmeer, Kanarische Inseln) gesammelt. Jedoch mit Fruchtschiffen, nicht mit Kühlschiffen. Bei Fruchtschiffen wurden die Laderäume gut gelüftet, sie hatten keine Kälteanlagen.

Reedereien Horn-Linie (1949) und H.C.Horn (1956)[Bearbeiten]

Aufgrund von vor dem Zweiten Weltkrieg von Berlin nicht in das Vereinigte Königreich überwiesenen Hypothekenzahlungen gab es nach Kriegsende Probleme mit dem alten Reedereinamen. Daher der Neuanfang mit zwei Reedereien unter neuen Namen.

Horn-Linie (1949)[Bearbeiten]

Ernst Müller-Stinnes begann 1949 mit der Horn-Linie, da Heinz Horn seine Anteile an dem Unternehmen an ihn übertrug.

H.C.Horn (1956)[Bearbeiten]

Heinz Horn startete seine Reederei im Jahr 1956 mit dem Namen "H.C.Horn". Die Idee, mit sehr kleinen Kühlschiffen für weltweite Fahrt eine Nische zu besetzen, war anfangs sehr erfolgreich. Die ersten Schiffe, wie Consul Horn, Therese Horn, Henry Horn, wurden 1957 von den Werften J. J. Sietas, Hamburg und Mimi Horn, Waltraud Horn und Klaus Horn wurden von der Schlichting- Werft, Travemünde abgeliefert. So wurden von 1957 bis 1961 insgesamt 18 Schiffe mit 880 m³ (Consul Horn) bis max. 1.710 m³ (Ursula Horn) abgeliefert. Diese Schiffe wurden aufgrund der weltweiten Fahrt überwiegend im Drei-Wachen-Dienst gefahren, sie wurden von den Besatzungen liebevoll als "Hörnchen" bezeichnet. Die Reederei H. C. Horn kam wie viele Reedereien Mitte der 1960er Jahre in Schwierigkeiten und wurde von der Reederei Hamburg Süd übernommen.

Etwa fünf Jahre später wurde diese Idee der sehr kleinen Schiffe auch von A. F. Harmstorf aufgenommen, von 1960 bis 1967 wurden 6 dieser Schiffe gebaut.

Die Kühlschiffe für H. C. Horn von der Werft J. J. Sietas[Bearbeiten]

Schiffsname Werft / Bau-Nr. Vermessung BRT/TDW Ablieferung Verbleib
Consul Horn Sietas / 416 428 /576 1957 Strandung
Therese Horn Sietas / 417 428 /576 1957 1966 verkauft
Ingrid Horn Sietas / 422 560 / 960 1958 1968 verkauft
Hilde Horn Sietas / 436 428 / 576 1957 1971 verkauft
Dora Horn Sietas / 443 428 / 576 1958 1971 verkauft
Stadt Schleswig Sietas / 444 428 / 576 1958 1971 verkauft
Heinz Horn Sietas / 450 696 / 800 1958 1970 verkauft
Marie Horn Sietas / 451 1140 / 915 1957 1972 Brand
Irmgard Horn Sietas / 455 850 / 850 1958 1971 verkauft
Ursula Horn Sietas / 456 1360 /1425 1959 1969 verkauft
Harald Horn Sietas / 468 1360 / 1390 1960 1972 Umbau zum Forschungsschiff
Caroline Horn Sietas / 469 1360 / 1390 1960 1968 verkauft
Luise Horn Sietas / 470 1360 / 1365 1961 1978 Strandung

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hochhaus, K.-H.: Deutsche Kühlschiffahrt (1902-1995), 1996 Verlag H. M. Hausschild GmbH, Bremen; ISBN 3-931785-11-4
  • Detlefsen, G. U., Kunze, F. W.: Horn Linie, 1990 DF-Verlag, Bad Segeberg