Handicapism

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Handicapism ist ein Begriff der soziologischen Fachsprache, der eine Theorie und eine Reihe von Praktiken bezeichnet, die ungleiche und ungerechte Behandlung, Diskriminierung und Unterdrückung von Menschen mit Behinderung fördern. Dabei werden Menschen nach der Art der scheinbaren oder angenommenen körperlichen oder geistigen Behinderung kategorisiert und auf dieser Basis jeder der Gruppen gewisse gemeinsame Fähigkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften zu- oder abgesprochen. Diese Stereotype dienen wiederum als Rechtfertigung für Handicapism-Praktiken und haben Einfluss auf die Einstellung und das Verhalten gegenüber den Menschen der jeweiligen Gruppe[1]. Das Konzept ist mit dem des Rassismus oder Sexismus vergleichbar.

Die Etikettierung hat auch Auswirkungen auf die Person in der jeweiligen Kategorie. Ihre Handlungsmöglichkeiten werden beschränkt, die Identität verändert sich[2].

Annahmen, Mythen (Auswahl)[Bearbeiten]

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Handicapism unterstellt, dass Menschen mit Behinderungen

  • abhängig (ewiges Kind)
  • Empfänger (das Bild des Behinderten mit der Mütze in der Hand, bettelnd)
  • mängelbehaftete, defizitäre, funktionsgestörte und dadurch minderwertige Wesen
  • vor allem mit Blick auf den Arbeitsmarkt weniger leistungsfähig, leistungsunfähig oder Arbeitskraft minderer Güte
  • leidgeplagt, bedauernswert

sind und

  • das Zusammensein mit Ihresgleichen vorziehen[3]("Sie fühlen sich sicherer, wo sie nicht mit normalen Menschen konkurrieren.")
  • bestimmte Eigenschaften haben (beispielsweise "Sie hat so ein gutes Gedächtnis." "Blinde Menschen sind so.")

Auswirkungen[Bearbeiten]

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Persönliche Verhaltensweisen

  • persönlichen Distanz, Kontaktvermeidung.
  • es wird für sie gesprochen und zur gleichen Zeit über sie, als ob sie nicht anwesend wären,
  • bei der Kommunikation wird der Vorname statt Herr oder Frau namens... benutzt
  • gehäuftes übertriebenes Lob für Menschen mit Behinderungen, als ob sie noch Kinder wären, die Leistung wird wegen der Behinderung als außergewöhnliche, unglaublich bezeichnet.[4]
  • Einer Frau, die viel lächelt, wird gesagt "Es ist so gut, dass Sie noch lächeln können. Weiß der Himmel, Sie haben eigentlich keinen Anlass zur Freude."

Mit dem Etikett "behindert" ergibt sich eine no win Situation. Erfüllt eine Person das Klischee, ist sie eine arme, traurige Person mit einem Herz aus Gold, man erwartet Dankbarkeit und ein Bedürfnis nach Mitleid und Nächstenliebe. Wenn ein Ausbrechen aus dem Stereotyp gelingt, gilt sie als ungewöhnlich, ein seltener Fall, erstaunlich.

Gesellschaft

  • Barrieren, zum Beispiel schwieriger Zugang zu Verkehrsmitteln und Gebäuden für Menschen mit Behinderungen
  • Massenmedien
Hässlichkeit und Schönheit sind nicht nur willkürlich definiert, sie dienen auch als Hinweise für Gut und Böse. Hässlichkeit wird gleichgesetzt mit Gewalt und Angst, ein beliebtes Thema von Horrorfilmen. Dagegen schüren Figuren wie Captain Hook, die Ängste der Kinder vor behinderten Erwachsenen.
Behinderten als hilflose Objekte der Wohltätigkeit, des Mitleids, Behinderung dargestellt als Kostenfaktor um Spenden zu sammeln+ daraus resultierende Leistungen werden als Privileg bezeichnet.
  • Charity gibt vor, Behinderung beseitigen zu wollen, benutzt traditionell entwürdigende Bilder (Bereits im 17. und 18. Jahrhundert z.B. konnten die Bürger gegen Eintritt Arbeits- Zucht- oder Irrenhäuser besuchen, um „die tobenden Irren“ zu begaffen, welche dort in Käfigen angekettet waren.)
  • Institutionalisierung

Menschen, von denen angenommen wird, dass sie weniger können, als andere und deshalb (und aufgrund ihrer Verfassung im Allgemeinen) leiden, muss geholfen - konkret gegeben - werden (Zeit, Aufmerksamkeit, pädagogische Anstrengung, Pflege, finanzielle Unterstützung...) Sie werden als leistungsunfähig und nutzlos gesehen und man erwartet, dass sie sich geduldig und dankbar verhalten. Ihnen wird nicht zugestanden, Ansprüche oder Kritik zu formulieren.
Handicapism setzt Inkompetenz nicht nur voraus, sondern entwickelt sie[5], durch Verweigerung menschenwürdiger Arbeit entsteht Abhängigkeit. Die zugeschriebene Leistungsunfähigkeit der Empfänger bestätigt sich somit kreislaufartig selbst.
Jedem Menschen werden in der Gesellschaft mehrere Rollen zugeschrieben. Handicapism bewirkt, dass andere Rollenerwartungen überlagert werden, wie auch die Geschlechterrolle, so dass Menschen mit Handicap oft als geschlechtslose Wesen wahrgenommen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Soziologie – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Soziologie

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Fandrey: Krüppel, Idioten, Irre: zur Sozialgeschichte behinderter Menschen in Deutschland ISBN 978-3925344718

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Wüllenweber: Pädagogik bei geistigen Behinderungen: ein Handbuch für Studium und Praxis S. 149, abgerufen am 17. Januar 2012
  2. Zuschreibungstheorie nach Speck abgerufen am 17. Januar 2012
  3. Handicapism (en), abgerufen am 17. Januar 2012
  4. Rebecca Maskos: Bist Du behindert oder was?! (PDF; 55 kB) abgerufen am 18. Januar 2012
  5. Leistungsprinzip und soziale Positionierung behinderter Menschen abgerufen am