Hans-Georg Kluge

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Hans-Georg Kluge (* 4. März 1953 in Berlin) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Fachhochschuldozent, ehemaliger Kommunalpolitiker der CDU, Staatssekretär a.D. und Richter a. D.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1973 in Bad Oeynhausen, studierte Kluge Rechtswissenschaften in Bielefeld, Köln und Bonn. Neben seiner Tätigkeit als freier Journalist, in der Politik, insbesondere als Funktionär der CDU und für Bundestagsabgeordnete, arbeitete Kluge als Verwaltungsrichter in Potsdam und als Verwaltungsrichter in Aachen. 1998 wurde er Richter am Oberverwaltungsgericht Brandenburg. Von 1999 bis 2003 war er Landrat des ostwestfälischen Kreises Herford. Er war der erste direkt gewählte, damit gleichzeitig der erste hauptamtliche Landrat im Kreis und daher auch an der Spitze der Verwaltung des Kreises stehend. Er erhielt im ersten Wahlgang 47,77 Prozent der gültigen Stimmen. In der Stichwahl konnte er sich mit 53,27 Prozent der Stimmen gegen den bisherigen Oberkreisdirektor Henning Kreibohm (SPD) durchsetzen.[1] Er trat 2002 vor Ablauf der Wahlperiode vorzeitig als Landrat zurück und wechselte im Januar 2003 als Justizstaatssekretär und Europastaatssekretär ins Brandenburgische Ministerium der Justiz und für Europaangelegenheiten unter Ministerin Barbara Richstein. Seine Nachfolgerin im Landratsamt wurde Lieselore Curländer (CDU). 2004 schied er gleichzeitig mit seiner Ministerin aus der Brandenburgischen Regierung aus. Hintergrund war laut eigener Aussage auch die sogenannte Trennungsgeldaffäre. [2].

Nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik arbeitet Kluge in einer Anwaltskanzlei in Berlin mit dem Schwerpunkt Tierrecht. Aufsehen erregte vor allem seine Tätigkeit zum umstrittenen Schächten[3]. Auch ein Prozess am Landesarbeitsgericht Berlin erregte Aufsehen. Eine diskriminierte Berlinerin und Rechtsanwalt Kluge konnten in der deutschen Rechtsgeschichte erstmals mithilfe statistischer Methoden eine Diskriminierungsklage gegen ein Unternehmen gewinnen, das sie bei der Beförderung übergangen hatte. [4]

Daneben wurde er vom 1. Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Norbert Röttgen 2005 beauftragt, eine Projektgruppe zu bilden, die sich über den Bürokratieabbau Gedanken machen sollte. Die Ergebnisse der Projektgruppe führten zum Gesetz zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrates mit Wirkung vom 14. August 2006. Dem Normenkontrollrat gehört u. a. sein Vorgänger als Verwaltungschef des Kreises Herford, der ehemalige Oberkreisdirektor Henning Kreibohm an. Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter an der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld. Dort war er an der Gründung eines nationalen Kompetenzzentrums für Bürokratiekostenabbau beteiligt.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans-Georg Kluge (Hrsg.): Tierschutzgesetz. Kohlhammer, Stuttgart 2002, ISBN 3170152017.
  •  Hans-Georg Kluge; Boris Wolnicki: Verfassungsgericht des Landes Brandenburg. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1999, ISBN 3789064130.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landrat gefunden! Hans-Georg Kluge ist neuer Landrat!
  2. Kluge: Trennungsgeld
  3. Zeitungsgruppe Lahn-Dill (Hrsg.); www.mittelhessen.de; Iris Baar: Das Schächten von Schafen steht auf Messers Schneide. Bundesverfassungsgericht muss am 23. November entscheiden / Rechtsanwalt Hans-Georg Kluge sieht gute Chancen für den Tierschutz. (PDF-Datei; 645 kB). 14. November 2006.
  4. Sueddeutsche.de: Diskriminierung. 16 Männer und keine Frau. 26. November 2008.
  5. Deutschlandradio; Miriam Grabenheinrich: Bürokratieabbau in Hochschulen. 2007.

Weblinks[Bearbeiten]