Bad Oeynhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Oeynhausen
Bad Oeynhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Oeynhausen hervorgehoben
52.28.855Koordinaten: 52° 12′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Minden-Lübbecke
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 64,83 km²
Einwohner: 48.294 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 745 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32545, 32547, 32549
Vorwahlen: 05731, 05734
Kfz-Kennzeichen: MI
Gemeindeschlüssel: 05 7 70 004
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ostkorso 8
32545 Bad Oeynhausen
Webpräsenz: www.badoeynhausen.de
Bürgermeister: Klaus Mueller-Zahlmann (SPD)
Lage der Stadt Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke
Minden Hüllhorst Espelkamp Bad Oeynhausen Lübbecke Rahden Petershagen Preußisch Oldendorf Porta Westfalica Hille Stemwede Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Niedersachsen Kreis Herford Kreis Lippe Niedersachsen NiedersachsenKarte
Über dieses Bild

Bad Oeynhausen Zum Anhören bitte klicken! [ba:t'ʔø:nhaʊzn]a a (niederdeutsch: Bad Öinusen) ist eine Kurstadt am Südrand des Wiehengebirges im Kreis Minden-Lübbecke (Nordrhein-Westfalen). Die nächsten größeren Städte sind Bielefeld (39 km südwestlich) und Hannover (80 km östlich).

Geografie[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet reicht vom Wiehengebirge im Norden bis an Ausläufer des Lipper Berglandes im Süden
Mündung der Werre in die Weser beim Großen Weserbogen. Im Hintergrund das Wiehengebirge bei Dehme.
Großer Weserbogen mit Dehme und Werremündung

Bad Oeynhausen liegt als südlichste Gemeinde des Kreises Minden-Lübbecke südlich des Kamms des Wiehengebirges.

Das Stadtgebiet gehört größtenteils zum Naturraum der Ravensberger Mulde. Prägend ist die Lage in der Niederung der Werre, der Fluss durchquert die Stadt von West nach Ost und mündet bei Rehme in die Weser, die die östliche Stadtgrenze bildet. Das Stadtzentrum, die Stadtteile Lohe, Oberbecksen und Rehme liegen südlich, die restlichen Stadtteile nördlich der Werre. Beiderseits der Flussniederung schließt sich allmählich ansteigendes Hügelland an. Im Norden erstreckt sich die Stadt bis zum Kamm des Wiehengebirges, das die Stadt vom Kerngebiet des Kreises trennt. Im Süden steigt die Stadt aus den Werreniederungen langsam ins Lipper Bergland empor.

Bad Oeynhausen ist Teil des Ballungsraumes im nördlichen Ostwestfalen-Lippe, der sich vom Kreis Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden ausdehnt. Es ist mit dem Löhner Stadtteil Gohfeld vollständig zusammengewachsen.

Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt auf 45 m ü. NN, der höchste auf 269 m ü. NN. Das Stadtgebiet ist 6.480 ha groß.[2] Die größte Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 12,5 km und in Ost-West-Richtung etwa 10,3 km.

Die fruchtbaren Böden werden intensiv landwirtschaftlich genutzt, so dass insgesamt nur eine geringe Waldfläche zu verzeichnen ist. Die folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[3]

Fläche
nach Nutzungsart
Siedlungs- und
Verkehrsfläche
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
sonstige
Freiflächen
Fläche in Hektar 2.479 3.348 518 135
Anteil an Gesamtfläche 38,3 % 51,7 % 8,0 % 2,0 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen grenzt im Osten (teilweise getrennt durch die Weser) an die Stadt Porta Westfalica, im Norden (getrennt durch das Wiehengebirge) an die Stadt Minden sowie die Gemeinde Hille und im Nordwesten an die Gemeinde Hüllhorst. Im Westen und Süden schließen sich die Städte Löhne und Vlotho des Kreises Herford an.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen-Stadtteile.svg

Gemäß der Hauptsatzung der Stadt Bad Oeynhausen unterteilt sich die Stadt in folgende Stadtteile:

Keine Ortsteile im Sinne der Hauptsatzung sind Bad Oexen (Eidinghausen), Bergkirchen (Wulferdingsen) und Oberbecksen (Rehme).

Klima[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen wird durch das atlantische Seeklima beherrscht. Dadurch sind die Temperaturunterschiede zwischen den Jahrenzeiten weniger groß als in einem Kontinentalklima. Die vorliegenden Klimadaten im langjährigen Mittel (1961–1990) beziehen sich bei der Temperatur auf Herforder Werte[4] und beim Niederschlag auf Bad Oeynhausener Werte:[5]

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Temperatur in °C 1,3 1,9 4,7 8,4 13,0 15,9 17,4 17,1 14,0 10,2 5,4 2,5 9,4
Niederschlag in mm 61,3 45,7 57,7 52,2 62,4 73,9 66,1 65,5 60,9 46,7 61,5 71,1 724,8

Geschichte[Bearbeiten]

Sültemeyer-Brunnen
Kurpark Bad Oeynhausen
Blick auf Bad Oeynhausen mit Kurpark

Der älteste urkundliche Nachweis für das heutige Stadtgebiet belegt den Ort Rehme (Rimie) 753 in den fränkischen Reichsannalen[6].

Im Jahre 1745 wunderte sich Colon Sültemeyer über die salzige Kruste auf seinen Schweinen, nachdem sie sich im Morast gewälzt hatten. Nach Bekanntwerden dieses Fundes befahl König Friedrich II. den Bau einer Saline, die den Namen „Königliche Saline Neusalzwerk“ bekam. An diesen Beginn der Stadtentwicklung erinnert heute der Sültemeyer-Brunnen („Schweinebrunnen“) im Zentrum Bad Oeynhausens.

In den Jahren ab 1830 bohrte der Berghauptmann Karl von Oeynhausen (1795–1865) auf dem Gelände des heutigen Kurparks nach weiteren Salzvorkommen, stieß stattdessen aber 1845 im damals tiefsten Bohrloch Europas auf eine Thermalsolequelle[7]. Schnell wurde die Heilkraft dieser Quelle erkannt und die ersten Thermalbäder entstanden in dem Ort, der sich nun „Neusalzwerk bei Rehme“ nannte. Nach der Enteignung und Entschädigung von vier Kolonen, die bereits Badeanstalten auf ihren Grundstücken betrieben, erfolgte die Genehmigung des Badebetriebs durch das Finanzministerium im Dezember 1844.[8] 1848 gab König Friedrich Wilhelm IV. dem Ort den Namen „Königliches Bad Oeynhausen“. Nach Gründung der Stadt am 1. Januar 1860 durch Ausgliederung aus der Gemeinde Rehme[9] wurde der Name beibehalten.

Im zu Bad Oeynhausen gehörenden Bergkirchen befand sich in vorchristlicher (sächsischer) Zeit am dortigen Übergang über das Wiehengebirge ein Höhen-Quellheiligtum, an dessen Stelle später, im 9. Jahrhundert, eine Kirche erbaut wurde. Die heutige Kirche ist ein Nachfolgebau dieses Gebäudes. An der Kirche und an der unterhalb liegenden „Wittekindsquelle“ weisen Tafeln darauf hin. Wenige Meter von der Kirche entfernt steht noch heute ein Fachwerk-Gehöft aus dem 13. Jahrhundert.

Mit der Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahn 1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Die folgende Bad- und Stadtentwicklung war außergewöhnlich und dauerte bis in die Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Es entstand unter anderem der Kurpark nach Plänen von Peter Joseph Lenné, dem damals bekanntesten preußischen Gartenarchitekten. 1908 wurde darin das neubarocke Kurhaus errichtet, das von 1980 bis 2002 auch das Spielcasino beherbergte; heute finden sich hier – unter dem Namen Kaiserpalais – ein GOP-Varieté, ein Edelrestaurant und eine Diskothek. Rund um den Kurpark entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnhäuser des gehobenen Bürgertums. Eines der bekanntesten von ihnen, die Farne-Villa, musste 1969 einem Neubau weichen. Auch wurden weitere Thermalsolequellen erbohrt, darunter 1926 der Jordansprudel, der mit einer Schüttung von 6000 l/Min die größte kohlensäurehaltige Thermalsolequelle der Welt und heute das Wahrzeichen der Stadt ist. Im Februar 1936 fand in Bad Oeynhausen die zweite Reichssynode der Bekennenden Kirche statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Bad Oeynhausen 20 Lazarette für Verwundete eingerichtet. Systematische Bombenangriffe im Juni und November 1944 sowie kurz vor Ende der Kampfhandlungen im März 1945 zielten auf die Weserbrücken und die Weserhütte. Der Krieg endete in Bad Oeynhausen am 3. April 1945 mit der glücklicherweise kampflosen Übergabe der Stadt an die US-Armee, nachdem zwar eine Panzersperre errichtet und die Verteidigung mit einsatzfähigen Soldaten aus den Lazaretten und mit dem Volkssturm vorgesehen war, aber der Kampfkommandant Oberst Heise sich mit seiner Truppe über die Weser nach Osten abgesetzt hatte.[10]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war bis zum Umzug nach Berlin Bad Oeynhausen Sitz der britischen Militärregierung. In der Stadt war zusätzlich das Hauptquartier der britischen Rheinarmee angesiedelt. Das Hauptquartier befand sich im Hotel Königshof, das bis zum Kriegsende als Lazarett diente. Ein großer Teil der Innenstadt war für das zivile Leben gesperrt, Anwohner und Geschäfte waren zwangsumgesiedelt. Nach und nach wurden die Absperrungen zurückgenommen. Erst nach Freigabe der Innenstadt durch die Briten 1954 konnte der Badebetrieb wieder aufgenommen werden. Die Briten verlagerten ihr Hauptquartier dann nach Rheindahlen. Die letzten Soldaten der Britische Streitkräfte in Deutschland wurden im Juni 2014 mit einem Zapfenstreich verabschiedet.[11]

Bad Oeynhausen als Kurort war bis zum Jahr 2004 Staatsbad des Landes Nordrhein-Westfalen. Anfang 2004 wurde das Staatsbad kommunalisiert, die Trägerschaft hat die Stadt Bad Oeynhausen übernommen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Stadt Bad Oeynhausen entstand im Rahmen der im Bielefeld-Gesetz festgelegten Kommunalreform mit Wirkung vom 1. Januar 1973. Dabei wurde die alte Kernstadt mit dem Amt Rehme zusammengelegt. Eingemeindet wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Dehme, Eidinghausen, Lohe, Rehme, Volmerdingsen, Werste und Wulferdingsen.[12] Auch Gebietsteile der ehemaligen Gemeinde Rothenuffeln (4 ha, 15 Einwohner) und der Stadt Löhne (62 ha, 173 Einwohner aus der ehemaligen Gemeinde Gohfeld) kamen hinzu.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1973 (1. Januar) 44.983
1974 (30. Juni) 45.025
1975 (31. Dezember) 44.730
1980 (31. Dezember) 44.336
1985 (31. Dezember) 43.215
1987 (25. Mai) ¹ 44.036
1990 (31. Dezember) 46.475
1995 (31. Dezember) 49.014
Jahr Einwohner
2000 (31. Dezember) 50.007
2001 (31. Dezember) 49.850
2002 (31. Dezember) 49.771
2003 (31. Dezember) 49.628
2004 (31. Dezember) 49.493
2005 (31. Dezember) 49.221
2006 (31. Dezember) 49.194
2007 (31. Dezember) 49.116
Jahr Einwohner
2008 (31. Dezember) 48.867
2009 (31. Dezember) 48.516
2010 (31. Dezember) 48.300
2012 (31. Dezember) 48.354

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Blick auf die Kirche in Bergkirchen

Die Stadt ist überwiegend evangelisch geprägt. Am Rande des Kurparks wurde 1872 die evangelische Auferstehungskirche als einschiffiger neugotischer Bau errichtet und 1907 zur dreischiffigen Basilika in neubarocken Formen mit Jugendstilelementen erweitert. Diesen Bau zerstörte ein Feuer 1947 bis auf die Umfassungsmauern. Vorübergehend nahm eine Notkirche ihren Platz ein. Architekt Diez Brandi (Göttingen) erbaute unter Verwendung der Außenmauern den heutigen dreischiffigen Saalbau, wobei die Chorapsis beseitigt und durch einen geraden Abschluss ersetzt wurde. 1956 fand die Einweihung statt. Von der Ausstattung sind erwähnenswert das große Altarraumfenster von Hans Gottfried von Stockhausen (Stuttgart) mit dem Auferstehungsthema und die von Gerhard Marcks entworfenen Stücke wie das Kruzifix im Altarraum, der Altartisch, die Kerzenleuchter und die Wetterfahne des Turmes.

Eine weitere sehenswerte evangelische Kirche in landschaftlich sehr exponierter Lage auf dem Kamm des Wiehengebirges (Ursprung 15.Jahrhundert, Umbauten Mitte 18.Jahrhundert) steht im nördlichen Ortsteil Bergkirchen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Bad Oeynhausen hat derzeit 44 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die Mitglieder des Rates sind für die Dauer von fünf Jahren gewählt, die letzte Kommunalwahl fand 2014 statt. Nach der Kommunalwahl 2009 wurde eine Koalition aus SPD, Grünen, FDP und UW gebildet, die Ende Dezember 2011 durch den Austritt der FDP aufgelöst wurde. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[14][15][16][17] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 16 36,54 15 33,60 18 40,85 22 50,01 20 41,51 18 37,97 20 45,25 20 43,93 21 46,44
SPD 14 32,28 14 30,96 16 36,37 16 36,37 18 38,05 20 43,78 21 45,25 21 47,58 20 44,27
GRÜNE 5 10,17 4 9,28 7 15,22 4 9,35 7 16,15 4 10,41 4 9,50
BBO1 4 9,55 4 9,27
FDP 1 3,21 3 7,31 3 7,57 2 4,26 0 4,29 3 7,84 4 8,49 4 9,29
UW2 2 3,47 2 5,77
LINKE 2 4,78 2 3,80
Gesamt3 44 100 44 100 44 100 44 100 45 100 45 100 45 100 45 100 45 100
Wahlbeteiligung 45,54 49,28 52,14 53,11 80,75 66,32 69,59 73,29 86,19

1Bürger für Bad Oeynhausen
2Unabhängige Wähler Bad Oeynhausen
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ab dem 1. März 1946 ist der Posten des Bürgermeisters ehrenamtlich übernommen worden. Seit 1999 gibt es wieder einen Hauptamtlichen Bürgermeister[18]

  • 1885–1899: Karl Thiele
  • 1899–1906: Dr. Georg Zimmer-Wallis
  • 1907–1933: Dr. Fritz Neuhäußer
  • 1933–1934: Dr. Herbert Krupp
  • 1934–1945: Dr. Rudolf Stoßberg
  • 13. April 1945–1. März 1946: Dr. Walter Kronheim
  • 1. März 1946–27. September 1946: Wilhelm Rottwilm (SPD)
  • 27. September 1946–17. Oktober 1948: Heinrich Schlüter (CDU)
  • 1948–1950: Dr. Fritz Hopmann (CDU)
  • 1950–1952: Heinrich Schlüter (CDU)
  • 1952–1961: Albert Rusch (CDU)
  • 1961–1972: Dr. Ernst Adolf Lehmann (CDU)
  • 1973–1984: Dieter Fürste (CDU)
  • 1984–1993: Wilhelm Spilker (SPD)
  • 1994–1999: Toni Fritz (SPD)
  • 1999–2004: Gerhard Paul (CDU)
  • seit 2004: Klaus Mueller-Zahlmann (SPD)

Aktueller Bürgermeister ist Klaus Mueller-Zahlmann (SPD), der sich im Oktober 2004 nach einer Stichwahl mit 58,19 % der Stimmen gegen seine Konkurrentin Helke Nolte-Ernsting (CDU) durchsetzte. Bei der Bürgermeisterwahl 2009 wurde Mueller-Zahlmann mit 35,76 % im Amt bestätigt.

Stadtdirektoren 1946–1999[Bearbeiten]

Von 1946 bis 1999 war das Bürgermeisteramt in Bad Oeynhausen ein Ehrenamt; die Geschäfte wurde von Stadtdirektoren geführt, die in der folgenden Liste aufgeführt sind:[18]

  • 1946–1950: Dr. Walter Kronheim
  • 1950–1960: Dr. Rudolf Lawin
  • 1960–1968: Heinz Reiss
  • 1968–29. Mai 1973: Werner Meyer zu Selhausen
  • 30. Mai 1973–31. August 1973: Karl-Heinz Gaul
  • 1. September 1973–1984: Werner Meyer zu Selhausen
  • 1984–1991: Dr. Heinrich Möllenhoff
  • 1991–1999: Klaus-Walter Kröll

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Die Wahlergebnisse der letzten Wahlen für Bad Oeynhausen:[19][20]

Parteien und Wählergemeinschaften Europawahl 2004 Kommunalwahl 2004 Landtagswahl 2005 Bundestagswahl 2005 Europawahl 2009 Kommunalwahl 2009 Bundestagswahl 2009 Landtagswahl 2010 Landtagswahl 2012
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,58 % 40,85 % 45,49 % 42,87 % 36,90 % 33,60 % 34,19 % 33,97 % 26,58 %
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,49 % 36,37 % 38,43 % 44,88 % 28,39 % 30,97 % 30,78 % 37,78 % 41,32 %
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,35 % 15,22 % 5,24 % 3,31 % 10,96 % 9,28 % 8,51 % 11,29 % 9,85 %
FDP Freie Demokratische Partei 7,95 % 7,57 % 5,75 % 3,78 % 11,96 % 7,31 % 14,18 % 5,88 % 8,20 %
LINKE / PDS / WASG Die Linke bzw. Partei des Demokratischen Sozialismus bzw. Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative 1,48 % 1,63 % 4,06 % 4,43 % 3,80 % 7,80 % 5,85 % 2,53 %
REP Die Republikaner 1,93 % 1,18 % 0,87 % 0,44 % 0,31 %
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,10 % 0,78 % 0,52 % 0,46 %
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 0,84 % 1,51 % 1,06 % 7,44 %
Sonst. Sonstige Parteien 5,21 % 2,27 % 5,65 % 15,04 % 1,82 % 3,31 % 3,60 %
Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 100 %

Wappen, Flagge, Banner und Siegel[Bearbeiten]

Wappen

Der Stadt Bad Oeynhausen ist vom Regierungspräsidenten in Detmold am 13. Dezember 1973 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge und eines Banners erteilt worden. (Hauptsatzung § 2)[21]

Beschreibung des Wappens:
In Blau, eine silberne (weiße) viersprossige Leiter. Darüber, getrennt durch einen silbernen (weißen) Wellenbalken, in einem roten Schildhaupt drei silberne (weiße) Merletten.

Das Wappen besteht seit 1863 und ist eine Übernahme des Familienwappens der Familie von Oeynhausen. Carl von Oeynhausen hat sich bei der Erbohrung der ersten Solequelle für die Stadt verdient gemacht. Die Merletten im Schildhaupt stammen aus dem Wappen des ehemaligen Amtes Rehme, dessen Gebiet einen Großteil der Fläche der heutigen Stadt Bad Oeynhausen einnimmt.

Beschreibung der Flagge:
Von Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild der Stadt.

Beschreibung des Banners:
Von Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt in der oberen Hälfte.

Weiterhin führt Bad Oeynhausen ein Dienstsiegel, das das Stadtwappen zeigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen verbindet mit drei europäischen Städten intensive Städtepartnerschaften. Die längste Partnerschaft besteht mit der französischen Stadt Fismes in der Champagne, die diese 1968 mit der Gemeinde Eidinghausen einging und die dann im Zuge der kommunalen Neugliederung auf die Stadt Bad Oeynhausen überging. 1977 wurde auch mit dem englischen District Wear Valley in der Grafschaft Durham eine Verbindung eingegangen. Die jüngste Städtepartnerschaft besteht mit der polnischen Stadt Inowrocław in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, die sich auch auf eine gemeinsame Vergangenheit von Salzgewinnung und Solebädern stützt, die beide Städte den Bohrungen des Freiherrn von Oeynhausen verdanken. Zur Pflege dieser Partnerschaften existiert seit 1980 der „Partnerschaftsring Bad Oeynhausen“, dem Privatleute und mehrere Vereine angehören und der sich im Rahmen der Partnerschaften für die Völkerverständigung einsetzt und unter anderem regelmäßige gegenseitige Besuche organisiert.[22]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Jordansprudel

Der Jordansprudel, benannt nach dem Kur- und Salinendirektor Albert Jordan (1865–1934), ist das Wahrzeichen der Stadt Bad Oeynhausen. Er ist eine der größten kohlensäurehaltigen Thermalsolequellen der Welt. Früher konnten ihn die Gäste nur einmal im Jahr erleben, wenn er zur jährlichen Kurparkillumination „Parklichter“ aus seinem unterirdischen Gefängnis entlassen wurde und das Wasser aus rund 700 m Tiefe 50 m hoch in die Luft schoss. Dank des Sponsorings und neuer, ressourcenschonender Technik springt er nun ständig (außer in den Wintermonaten) und schießt zwischen 9 und 20 Uhr zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten in voller Höhe in die Luft.

Theater[Bearbeiten]

Das Kaiserpalais, das ehem. Kurhaus

Das Theater im Park (Kurpark) bietet Gastspiele auswärtiger Theater und Konzerte der Bielefelder Philharmoniker und der Nordwestdeutschen Philharmonie an. Ebenfalls im Kurpark befindet sich das GOP-Varieté im Kaiserpalais. Dieses Gebäude wurde als Kurhaus in neubarocken Formen erbaut. Vorheriger Nutzer war das Spielcasino Bad Oeynhausen, der heutige Name und die Nutzung bestehen seit dem Jahr 2000.

Museen[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen beherbergt mit dem Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseum einen Sammlungshort von Märchen aus der Region des Weserberglands, der vor allem auf dem Werk der Brüder Grimm fußt. Es wurde 1973 in den Räumen der Paul-Baehr-Villa, einer prachtvollen Jugendstilvilla, am Kurpark von Bad Oeynhausen eröffnet. Initiator war die Privatsammlung des 1992 verstorbenen Schriftstellers Karl Paetow. Mit diesem Museum als Symbol ist Bad Oeynhausen Teil der Deutschen Märchenstraße.

Weiterhin wird die kulturelle Bau- und Kulturgeschichte im Museumshof Bad Oeynhausen mit Haupthaus (1739), Heuerlingshaus (1654), Spieker, Scheune, Backhaus, Hofwassermühle (1772) und Bauerngarten im Landschaftspark Siekertal dargestellt.

Ein weiteres Museum in der Nähe der Weser ist das Motor Technica Museum. Im Außenbereich des Museumsgeländes stehen zahlreiche historische Flugzeuge und Fahrzeuge; es sind durchaus sehenswerte und wertvolle Stücke, allerdings in einem sehr erbärmlichen Zustand. Das Museum ist seit 2007 geschlossen.[23]

Bauwerke[Bearbeiten]

Badehaus I
Energie-Forum-Innovation
Ronald McDonald-Haus
Im Einkaufszentrum „Werre-Park“

Durch die besondere Funktion als Staatsbad mit illustren Gästen wurden in Bad Oeynhausen repräsentative Gebäude errichtet. So finden sich im Kurpark zahlreiche klassizistische und neobarocke Gebäude, etwa das 1905 bis 1908 als Kurhaus erbaute Kaiserpalais, das Badehaus I, erbaut 1852 bis 1857 nach Plänen von Robert Ferdinand Cremer und Karl Ferdinand Busse, sowie das Badehaus II, erbaut 1885, das Theater von 1915 und die Wandelhalle aus dem Jahre 1926.

Weiterhin findet sich in Bad Oeynhausen-Eidinghausen das Wasserschloss Ovelgönne.

Ein Zeichen neuer Industriearchitektur findet sich das Energie-Forum-Innovation. Er beherbergte die EMR Verwaltung und ein Blockheizkraftwerk. Der Architekt des Gebäudes ist Frank O. Gehry.

Das Ronald McDonald-Elternhaus wurde ebenfalls nach den Plänen des amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry gebaut. Der Bau beherbergt 12 Apartments. Die einzelnen Wohnungen sind durch glasgesäumte Flure miteinander verbunden und führen zum Mittelpunkt des Hauses. Das wie ein Schneckenhaus geformte Dach schraubt sich zwölf Meter in die Höhe. Das Haus soll für Eltern oder weitere Angehörige der herzkranken Kinder ein Zuhause auf Zeit sein, solange die kleinen Patienten im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen behandelt werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Weserhütte befindet sich das Einkaufszentrum Werre-Park mit dem Spielcasino Bad Oeynhausen.

Für weitere Bauwerke siehe → Liste der Baudenkmäler in Bad Oeynhausen

Parks[Bearbeiten]

Gradierwerk im Sielpark

Herzstück von Bad Oeynhausen ist der Kurpark, er wurde zwischen 1851 und 1853 nach Plänen von Peter Joseph Lenné geschaffen. Die noch vorhandenen Gebäude zeugen von einer glanzvollen und mondänen Kur- und Bäderwelt, die ihren Höhepunkt am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte.[24]

Westlich des Kurparks liegt die weitläufige Anlage des Landschaftsparks Siekertal mit Heimatmuseum und großem Baumbestand.[25] Die Oeynhauser Schweiz liegt östlich vom Kurpark. Es ist ein Landschaftspark und Stadtwald mit Damwildgehege.[26] Weiterhin zu nennen ist der Sielpark mit dem 1990 neu errichteten Gradierwerk und dem Bülowbrunnen von 1806. Ein Biergarten sowie ein Café-Restaurant im Brunnenmeisterhaus gehören ebenfalls dazu. Zu finden ist hier weiterhin das Salz- und Zuckerland. In diesem Laden können die Kunden ihre Süßwaren nach traditioneller Art selbst kochen und gestalten.

Wasserkrater, Aqua Magica

Die Aqua Magica ist ein rund 20 ha großer Landschaftspark in Bad Oeynhausen und Löhne. Der Park wurde 1997 von den französischen Landschaftsarchitekten Henri Bava und Olivier Philippe entworfen. Ziel war die Neuanlage eines Parks zur Landesgartenschau im Jahr 2000. Das eindrucksvollste Werk der Aqua Magica ist der Wasserkrater. Es ist eine begehbare, unterirdische Brunnenskulptur und eine Station auf der Reise in das „Land des Staunens“. Auf dem Gelände befindet sich seit 2009 ein Hochseilgarten, welcher an Wochenenden und in Schulferien geöffnet ist.[27]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Stadtfest „Innenstadtfete“ findet immer am Wochenende vor den Sommerferien statt. Das „Fest von Bürgern für Bürger“ zieht seit über 40 Jahren regelmäßig 50000 Besucher aus der Stadt und dem Umland an.

Die „Parklichter“ finden alljährlich Anfang August im Kurpark statt. Die Veranstaltung hat ihren Ursprung als Feier der Freigabe des Kurparks durch die britische Besatzungsmacht im Jahre 1956. Die Parklichter haben sich im Laufe der Zeit gewandelt und umfassen mittlerweile 3 Tage, in denen es verschiedene Angebote für alle Altersgruppen gibt. Seit einigen Jahren werden auch namhafte Musiker (2006: Tobias Regner, Mike Leon Grosch, 2007: Reamonn, 2008: Culcha Candela, The BossHoss, Sunrise Avenue, 2009: MIA., Revolverheld, Curse, Extrabreit, The Clairvoyance Prophecies of a Gilly Flower, 2010: Jan Delay, Livingston) für Auftritte verpflichtet, mit denen die Parklichter überregional attraktiver und bekannter gemacht werden sollen. Abschluss der Veranstaltung ist traditionell ein Feuerwerk.

Sport[Bearbeiten]

In Bad Oeynhausen fanden mehrmals die deutschen Schachmeisterschaften statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Flößer-Denkmal

Aufgrund der Lage Bad Oeynhausens südlich des Wiehengebirgskamms verlaufen die Hauptverkehrswege etwa parallel dazu in Ost-West-Richtung, so die Bundesautobahn 2 und Bundesautobahn 30 sowie die Eisenbahn entlang der im 19. Jahrhundert entstandenen Cöln-Mindener Eisenbahntrasse.

Früher wurde die Weser, die bei Bad Oeynhausen schiffbar ist, von Flößern zum Abtransport von Holzstämmen genutzt, die in den Wäldern im Einzugsbereich der Oberweser geschlagen worden waren. Dieser Tätigkeit wurde durch das Flößerdenkmal in der Nähe der Werremündung ein Denkmal in Form einer Bronze-Skulptur gesetzt.

Bahn- und Busverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Bad Oeynhausen

Bad Oeynhausen ist an zwei Bahnstrecken mit Personenverkehrsbahnhöfen angeschlossen.

Der Bahnhof Bad Oeynhausen liegt an der Bahnstrecke Hamm–Minden, von hier fahren im 30-Minuten-Takt Züge ins nächstgelegene Oberzentrum Bielefeld. Er wird von den IC-Linien MünsterOsnabrückHannoverBerlin und KölnWuppertalMagdeburgLeipzig bedient. RE-Züge fahren im Stundentakt nach Hannover–Braunschweig und BielefeldDüsseldorf (Westfalen-Express), alle zwei Stunden nach Osnabrück–Rheine sowie nach MindenNienburg.

Der Südbahnhof wird von der Weserbahn (Bünde)-LöhneHamelnHildesheim bedient. Der Bahnsteig ist ohne Stufen behindertengerecht erreichbar. In Löhne besteht Anschluss an die Bahnstrecke Hamm–Minden. (Der Bahnhof Löhne ist allerdings nicht behindertengerecht).

Das Stadtgebiet wird von Stadt- und Regionalbussen erschlossen. Teilweise kommen Kleinbusse auf Anruflinien („Taxibus“) zum Einsatz. Markenbezeichnung für das Busnetz ist Weser-Werre-Bus. Regionalbusse bedienen u.a. Löhne, Minden, Hüllhorst und Hille.

Hauptartikel: Werre-Bus

Die Stadt gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH). In den Regionalzügen nach Niedersachsen gilt auch das Niedersachsen-Ticket.

Bis 2009 verkehrte eine touristische „Bimmelbahn“ (genannt Wolkenschieber) mit dem Startpunkt im Kurpark nahe der Wandelhalle durch das Kurgebiet und die Parkanlagen und wurde dann wegen defizitären Betriebes ersatzlos eingestellt. 2013 wurde „Emil“, wie die Bahn genannt wird, wiederbelebt und verkehrt regelmäßig außer an Montagen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bad Oeynhausen liegt an den zwei Bundesautobahnen A 2 und A 30, außerdem führen die Bundesstraßen B 61 und B 514 durch das Stadtgebiet.

Die A 30 endet am westlichen Stadtrand und wird als B 61 durch das Stadtgebiet zum Autobahnkreuz Bad Oeynhausen mit der A 2 geführt. Dies führt dazu, dass der Verkehr von der A 30 zur A 2 durch die Stadt, teilweise in unmittelbarer Nähe zu den Kureinrichtungen, geführt wird. Derzeit sind dies etwa 50.000 Fahrzeuge am Tag.

Seit den frühen 1970er Jahren wurden als Lösungen für den Autobahnlückenschluss zwei Alternativen diskutiert: entweder eine Weiterführung der A 30 zur A 2 durch den Bad Oeynhausener Norden als Nordumgehung oder eine Weiterführung in Troglage im ungefähren Verlauf der bisherigen Verkehrsführung. 1993[28] sprach sich der Stadtrat in einem Beschluss für die Variante der Nordumgehung aus. Die Bürgerproteste gegen diese Trassenführung wurden dennoch weitergeführt. (Bürgerinitiative: „Notgemeinschaft Bad Oeynhausen/Löhne e. V.“). Am 12. Januar 2007 erließ die Bezirksregierung Detmold einen Planfeststellungsbeschluss für den letzten Abschnitt der A 30 in Form der Nordumgehung. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 9. Juli 2008 die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss abgewiesen hatte, begannen im September 2008 die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen. Im März 2014 ist ein erster Teilabschnitt für den Verkehr freigegeben worden. Mit der Freigabe für die gesamte Strecke wird Anfang 2017 gerechnet.[29]

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Hannover, ein kleiner Flugplatz in der Nachbarstadt Porta Westfalica.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Am Nordbahnhof gibt es eine Fahrradstation. Mehrere Fernradwege und lokale Radwege durchqueren Bad Oeynhausen: Mühlenroute, Weserradweg, Wellness-Radroute, Else-Werre-Radweg, Soleweg und weitere. Die Weser kann auf dem Radweg der Autobahnbrücke (A2) überquert werden. Eine bequeme Überquerung des Wiehengebirges ist an der Wallücke (Gemeinde Hille) möglich, für die Gegenrichtung fehlt leider eine ähnlich leichte Möglichkeit. In der Innenstadt (Fußgängerzone) gibt es weitreichende Fahrradverbote.

Weserfähre[Bearbeiten]

Weserfähre „Amanda“

Die Fähre Amanda verbindet Bad Oeynhausen-Rehme mit dem Freizeit- und Naherholungsgebiet Großer Weserbogen (Stadt Porta Westfalica). Sie setzt Fußgänger und Fahrradfahrer von März bis Oktober über die Weser. Traditionsgemäß wird die Fährsaison Karfreitags vom Landrat des Kreises Minden-Lübbecke und den Bürgermeistern der Städte Bad Oeynhausen und Porta Westfalica eröffnet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Balda AG, Kunststofftechnik
  • Denios AG, Umweltschutz & Sicherheit

Medienlandschaft[Bearbeiten]

Die Tageszeitungen Neue Westfälische und Westfalen-Blatt produzieren Lokalausgaben für Bad Oeynhausen. Das Lokalradio ist Radio Westfalica.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Überörtliche Bedeutung hat das Amtsgericht Bad Oeynhausen, das zuständig ist für die Bereiche Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho. Der Abfall der Stadt Bad Oeynhausen wird gemäß Abfallgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Entsorgungszentrum Pohlsche Heide entsorgt.

Gollwitzer-Meier-Klinik

Bad Oeynhausen beherbergt das renommierte Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, das über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und der Universitätsklinik Bochum zugeordnet ist.

Ferner weist Bad Oeynhausen verschiedene anerkannte Reha-Kliniken auf, die bekanntesten sind die Gollwitzer-Meier-Klinik (Herz- und Kreislauferkrankungen), die Klinik am Korso (die einzige deutsche Spezialklinik für die Behandlung von Essstörungen), die Auguste-Viktoria-Klinik (Orthopädie) sowie die Klinik Bad Oexen (Onkologie). Der größte Arbeitgeber Bad Oeynhausens ist die diakonische Stiftung Wittekindshof im Ortsteil Volmerdingsen mit circa 2000 Beschäftigten.

Der Regelversorgung dient das Krankenhaus Bad Oeynhausen, das zum Verbund der Mühlenkreiskliniken gehört.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Bad Oeynhausen unterhält neun Grundschulen im Stadtgebiet. Die weiterführenden Schulen sind auf die Schulzentren Nord und Süd verteilt. Im Schulzentrum Süd befinden sich das Immanuel-Kant-Gymnasium sowie eine Realschule. Im Schulzentrum Nord sind eine weitere Realschule, eine Gesamtschule, eine Hauptschule sowie die Bernart-Schule, eine Sonderschule, ansässig. Zudem trägt die Stadt eine Volkshochschule und eine Musikschule.

Weitere in Bad Oeynhausen befindliche Schulen sind nicht in städtischer Trägerschaft. Die bedeutendsten sind das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, die „Schule am Weserbogen – Westf. Schule für Körperbehinderte“, die Zivildienstschule und das Evangelische Berufskolleg sowie das Berufsbildungswerk Wittekindshof.[30]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1912 Paul Baehr (* 1855 in Thorn; † 1929 in Bad Oeynhausen), 2. Bürgermeister der Stadt, Stadtverordnetenvorsteher, Schriftsteller, Autor von Heimatliteratur über Bad Oeynhausen.[31]
  • 2008 Reiner Körfer (* 18. Januar 1942 in Kleve), vormals Herzchirurg und Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen.[32]

Nach den Unterlagen des Arbeitskreises für Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen sind zwischen 1933 und 1945 Adolf Hitler, Paul von Hindenburg und Franz Seldte zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt worden. Am 7. Mai 2014 wurden diese drei Ehrenbürgerschaften für nichtig erklärt.[33]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten wurden in Bad Oeynhausen geboren:

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten stammen gebürtig nicht aus Bad Oeynhausen, haben aber hier gewirkt:

Fiktive Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Homepage der Stadt
  3. Kommunalprofil Bad Oeynhausen Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW, Stand 2007 (PDF)
  4. Temperaturdaten des DWD 1961–1990 (zip-File; 48 kB)
  5. Niederschlagsdaten des DWD 1961–1990 (zip; 349 kB)
  6. http://www.thelatinlibrary.com/annalesregnifrancorum.html
  7. Gert Michel: Das Solevorkommen von Bad Oeynhausen. Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen 26, S. 1–43, Krefeld 1977
  8. Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Münster
  9.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 270.
  10. Karl Großmann: Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges in Bad Oeynhausen. Mitteilungen des Mindener Geschichts- und Museumsvereins, Jahrgang 42 (1970), S. 92–94.
  11. Westfalenblatt: Ära der britischen Streitkräfte endet mit Konzert. Abschied in Freundschaft Ausgabe vom 18. Juni 2014, abgerufen am 23. Juni 2014
  12.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 326.
  13.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 115.
  14. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05770004
  15. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  16. Neue Westfälische Ausgabe 23/2012 vom 27. Januar 2012
  17. Kommunales Rechenzentrum Minen-Ravensberg/Lippe
  18. a b Stadtarchiv Bad Oeynhausen, Anfrage vom April 2008
  19. Rechenzentrum der zusammengeschlossenen Kommunen in Ostwestfalen
  20. Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe
  21. Hauptsatzung der Stadt Bad Oeynhausen (PDF; 36 kB) vom 18. September 2008
  22. Städtepartnerschaften
  23. http://www.myheimat.de/bad-oeynhausen/freizeit/muss-das-sein-ein-technikmuseum-vergammelt-d378798.html
  24. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Kurpark Bad Oeynhausen in LWL-GeodatenKultur
  25. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Siekertal in LWL-GeodatenKultur
  26. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Landschaftspark Oeynhauser Schweiz in LWL-GeodatenKultur
  27. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Park der magischen Wasser in LWL-GeodatenKultur
  28. Vlothoer Anzeiger vom 23. Oktober 2008
  29. Neue Westfälische vom 12. März 2014 "Bad Oeynhausener Nordumgehung teilweise freigegeben" (abgerufen am 28. März 2014)
  30. Liste der weiterführenden Schulen der Stadt
  31. Paul Baehr im Lexikon westfälischer Autoren, 1750–1950
  32. Liste der Ehrungen der Stadt
  33. Artikel: Hitler nicht mehr Ehrenbürger von Bad Oeynhausen Quelle: WDR.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rico Quaschny: Die Luisenschule. Zur Geschichte der höheren Mädchenbildung in Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2008, ISBN 3-89534-753-1.
  • Rico Quaschny: Stadtführer Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2007, ISBN 3-89534-652-7.
  • Beiträge zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2006, ISBN 3-89534-670-5.
  • Frank O. Gehry, Manfred Ragati (Hrsg.), Uta Kreikenbohm (Hrsg.): Frank O. Gehry. Das Energie-Forum – Innovation in Bad Oeynhausen. Kerber Christof Verlag, Bielefeld 2000, ISBN 3-924639-64-7.
  • Gerhard Lietz, Hilda Lietz: Bad Oeynhausen in alten Ansichten II. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1999, ISBN 90-288-5377-4.
  • Jost Schilgen, Martina Wengierek: Bad Oeynhausen. Mader, Grasberg 1997, ISBN 3-921957-56-7.
  • Gerhard Seib: Backhäuser im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen. Eilbracht, Löhne-Gohfeld 1996, ISBN 3-9805205-1-X.
  • Werner Meyer zu Selhausen: 125 Jahre Stadtsparkasse Bad Oeynhausen. Deutscher Sparkassen-Verlag, Stuttgart 1987.
  • Baldur Köster: Die Restaurierung des Badehauses I in Bad Oeynhausen. In den Jahren 1989–1992. Rasch, Bramsche 1992, ISBN 3-922469-74-4.
  • Bad Oeynhausen zwischen Krieg und Frieden. Kriegsende und Besatzungszeit in Zeitzeugnissen und Erinnerungen. Verl. für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-621-7.
  • Baldur Köster: Bad Oeynhausen. Ein Architekturmuseum des 19. Jahrhunderts. Hirmer, München 1985, ISBN 3-7774-3930-4.
  • Der Alexander–von–Humboldt–Sprudel in Bad Oeynhausen. Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Krefeld 1977, ISBN 3-86029-826-7.
  • Johannes Henke: Bad Oeynhausen. Die historische Stadt mit Zukunft. Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt in Wort und Bild. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-252-8.
  • Albert Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Minden. Münster 1902.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Oeynhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Bad Oeynhausen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bad Oeynhausen – Reiseführer