Hans-Heinrich Sievert

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Hans-Heinrich Sievert (* 1. Dezember 1909 in Liensfeld bei Eutin; † 6. April 1963 in Eutin), war ein deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer, der in den 1930er Jahren im Zehnkampf erfolgreich war. Sein größter Erfolg ist der Sieg bei den Europameisterschaften 1934. Außerdem stellte er am 8. Juli 1934 in Hamburg einen Zehnkampf-Weltrekord auf.

Hans-Heinrich Sievert galt zur Zeit des Nationalsozialismus als Symbol der „Herrenrasse“ und als große Hoffnung während der Olympischen Spiele 1936. Sievert war jedoch verletzt, das Olympische Gold holte sich Glenn Morris (USA), der auch Sieverts Weltrekord überbot.

Hans-Heinrich Sievert übte den Beruf eines Amtsgerichtsrats aus. Im Zweiten Weltkrieg geriet er als Offizier der Wehrmacht 1944 in Ungarn auf eine Mine und verlor den linken Fuß. Nach dem Krieg war er Vorsitzender des Hamburger Leichtathletikverbandes und Sportreferent der Bundesregierung. 1957 erkrankte er schwer, gab seine Ämter auf und lebte seitdem auf dem Gut seines Vaters in Eutin (Holstein).

Er war mit Ruth Hagemann verheiratet, einer in den 1930er Jahren bekannten Leichtathletin. Seine beiden Töchter waren in den 1960er Jahren ebenfalls Leichtathleten.

Hans-Heinrich Sievert gehörte dem Sportverein Eimsbütteler TV an. In seiner Wettkampfzeit war er 1,88 m groß und wog 88 kg.

Einsätze bei internationalen Höhepunkten im Einzelnen[Bearbeiten]

  • 1932, Olympische Spiele
    Platz 6 im Kugelstoßen (13,87 - 14,99 - 14,75 - 15,07 m - ungültig - ungültig)
    Platz 11 im Diskuswerfen (ungültig - 38,92 - 44,51 m)
    Platz 5 im Zehnkampf (7941,075 Punkte = 6515 Punkte nach der Tabelle von 1985: 11,4 s - 6,97 m - 14,50 m - 1,78 m - 53,6 s - 16,1 s - 44,54 m - 3,20 m - 53,91 m - 5:18,0 min)
  • 1934, Europameisterschaften
    Platz 1 im Zehnkampf (8103,245 Punkte = 6688 Punkte nach Tabelle von 1985: 11,2 s - 7,00 m - 14,77 m - 1,80 m - 49,6 s - 16,0 s - 45,03 m - 3,30 m - 55,47 m - 5:55,2 min)