Hans Dieter Bohnet

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Hans Dieter Bohnet (* 1. Januar 1926 in Trossingen; † 2006 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Bohnet lebte seit 1939 in Stuttgart[1]. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er von 1945 bis 1946 zunächst Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1946 wechselte er zur Bildhauerei und zur Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Dort war er von 1948 bis zu seinem Abschluss 1950 Meisterschüler von Otto Baum. Bohnet arbeitete seit 1950 als freischaffender Künstler in Stuttgart.[2] 1962 führte ihn ein Stipendium an die Villa Massimo, Rom. 1979 bis 1980 erhielt er ein Stipendium der Cité Internacionale des Arts, Paris.[3]

Werk[Bearbeiten]

Bohnet beschäftigte sich bis Mitte der 1960er Jahre zunächst mit figürlicher Plastik. Seit Ende der 1960er Jahre ist sein Werk von stereometrischen Formen bestimmt, insbesondere seit 1970 von der Kugel und dem Kubus sowie seit den 1990er Jahren vom Oktaeder.

«Das Spiel mit der Geometrie von Räumen ist seit Jahrzehnten zentrales Thema in den Arbeiten des Stuttgarter Bildhauers. Bohnet "hinterfragt" den Raum und die geometrische Form im wörtlichen Sinn, nämlich indem er sie aufbricht, sie "auseinander" nimmt, sie in ihre Einzelteile zerlegt. Als Resultat des bildhauerischen "Eingriffs" kehren die vorwiegend aus Edelstahl gefertigten Skulpturen ihre geometrische Struktur, quasi ihr "Konstruktionsprinzip" nach außen. Gleichzeitig provozieren die scheinbar "perfekten", nunmehr manipulierten Formen, verstärkt durch die stellenweise Verwendung glänzender, spiegelnder Oberflächen, den Betrachter zum Nachdenken über die eigene Wahrnehmung - gerade dort, wo er überzeugt ist, längst schon alles gesehen zu haben.»[4]

Kunststationen[Bearbeiten]

Hans Dieter Bohnet war von Anfang an (seit 1986) in die Planungen für die Internationale Gartenbauausstellung 1993 (IGA 93) in Stuttgart eingebunden. In der Realisierungsphase schuf er auf dem Wartberg drei Kunststationen:

  • Den Egelsee mit seinen zahlreichen Wasserspielen, darunter dem Kugelsee mit einem Kugelspringbrunnen und dem Fontänensee mit einer Wasserorgel.
  • Die Station Im Keuper, eine landschaftsarchitektonische Installation aus einer Keuperwand mit negativer Eiform und einem Marmorei sowie einer Felsenquelle.
  • Die Station Unter den Stangen, eine landschaftsarchitektonische Installation aus 17 Messlatten, die in einem amphitheaterähnlichen Gelände mit ihren Enden die Höhe von 308 m über NN markieren.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1993 H. D. Bohnet - Bildhauer. Städtische Galerie Böblingen [mit Katalog]
  • 2006 Hans Dieter Bohnet: Kugel- und Würfel-Objekte. Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Freiburg im Breisgau

Fotogalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Fredric Gundel: Akademie-Schülerschaft und Lehre nach 1945. Zur Bedeutung und Problematik am Beispiel von Otto Baum und Herbert Baumann als Kunsthochschullehrer, Dissertation Universität Heidelberg, Heidelberg 1995, Seite 56-60.
  • Künstlerische Gestaltung der Bauwerke am Neckar. In: Die Rheinschiffahrt. Fachzeitschrift für die Binnenschiffahrt und das Fährwesen Nr. 4 vom 25. Februar 1963, Seite [49] (Skulptur Schiffer, Hessigheim).
  • Fritz Wiedermann: Plastische Kunstwerke für die Neckarstaustufen. In: Der Holz- und Steinbildhauer 1956, Heft 1, Seite 1-6, Hans Dieter Bohnet: Bild 4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bärbel Küster (Hrsg.): Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Kehrer Verlag, Heidelberg, 2006
  2. Biografie, Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart
  3. Skulpturen-Rundgang, Kulturforum Schorndorf
  4. Tassilo Schneider: Der Überraschungseffekt des allzu Vertrauten

Weblinks[Bearbeiten]