Hans von Hopfen

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Hans von Hopfen
C. W. Allers: Hans Hopfen (1897)
Hans Hopfen, Der letzte Hieb, 5. Auflage, Stuttgart/Berlin 1907

Hans Demetrius Ritter von Hopfen (* 3. Januar 1835 in München; † 19. November 1904 in Groß-Lichterfelde) war ein bayerischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Hans Ritter von Hopfen (urspr. Mayer) war Sohn der Tänzerin und Schauspielerin Angelotta Mayer (1807–1880)[1], Tochter des später als Mayer von Lindenthal geadelten kaiserlich-königlichen Oberarztes Dr. med. Karl Mayer und der Wilhelmine Therese Ronchi Edle von Löwenfeld. Im Alter von 10 Jahren wurde er von seinem Vater Simon Hopfen, einem jüdischen Kaufmann, anerkannt. Hans Hopfen studierte von 1853 bis 1858 Rechtswissenschaft und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1854 wurde er Mitglied (später Ehrenmitglied) des Corps Franconia München.[2]

Aus dem Staatsdienst des Königreichs Bayern schied er bald nach dem Referendariat aus. Er begann mit der Veröffentlichung erster Lieder und Balladen in dem von Emanuel Geibel herausgegebenen Münchener Dichterbuch (1862) und wurde Mitglied des Münchner Dichterkreises. Den Ruf eines begabten Romantikers erwarb er sich schon als 25-Jähriger mit seinen Gedichten. Die wuchtige Ballade von der Sendlinger Bauernschlacht blieb ein Höhepunkt seines Schaffens. Weithin bekannt wurde auch sein humorvoller Bauernroman Der alte Praktikant.

Eine Bildungsreise führte Hopfen 1862 nach Venedig. 1863 ging er nach Paris und 1864 nach Wien, wo er bald Franz Grillparzer nahestand.

1865/66 war er unter der Präsidentschaft von Paul Heyse Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung in Wien. Seit 1866 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Im Dreikaiserjahr wurde Hopfen von Prinzregent Luitpold von Bayern nobilitiert.

Bedeutung erlangte Hopfen auch als führende Persönlichkeit des 1888 gegründeten Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC), dessen Vorsitzender er von 1895 bis zu seinem Tod war. Nach seiner Amtsübernahme legte er den Plan vor, dem Fürsten Otto von Bismarck zum 80. Geburtstag auf der Rudelsburg ein corpsstudentisches Denkmal zu setzen. Schon am 25. Juni konnte er den Grundstein legen. 1897 gründete er den Teltower AHSC zu Berlin.[3]

Werke[Bearbeiten]

  • Peregretta, Roman (Berlin 1864)
  • Der Pinsel Mings, eine sehr ergötzliche chinesische Geschichte in Versen (Stuttgart 1868)
  • Verdorben zu Paris, Roman (Stuttgart 1868, 2 Bde.)
  • Arge Sitten, Roman (Stuttgart 1869, 2 Bde.)
  • Aschenbrödel, Schauspiel (1869)
  • In der Mark, Schauspiel (1870)
  • Der graue Freund, Roman (Stuttgart 1874, 4 Bde.)
  • Juschu. Tagebuch eines Schauspielers (Stuttgart 1875)
  • Verfehlte Liebe, Roman (Stuttgart 1876, 2 Bde.)
  • Bayrische Dorfgeschichten (Stuttgart 1878)
  • Der alte Praktikant (Stuttgart 1878)
  • Die Heirat des Herrn von Waldenberg (Stuttgart 1879, 3 Bde.)
  • Die Geschichten des Majors (Berlin 1880, 3. Aufl. 1882)
  • Kleine Leute, Novellen (Berlin 1880)
  • Mein Onkel Don Juan. Eine Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert, historischer Roman (Berlin 1881)
  • Erzählung (Berlin 1881, 2 Bde.)
  • Die Einsame, Novelle (Dresden 1882)
  • Gedichte (Berlin 1883)
  • Tiroler Geschichten (Dresden 1884–1985, Bd. 1 u. 2)
  • Das Allheilmittel (Dresden 1885)
  • Ein wunderlicher Heiliger (Leipzig 1886)
  • Der letzte Hieb (Stuttgart 1886)
  • Robert Leichtfuß (Stuttgart 1888)
  • Es hat so sollen sein, Lustspiel, aufgeführt im Deutschen Volkstheater Wien, am 7. Januar 1893

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mayer, Angioletta (Angiolina, Pseud. Angela Hopfen)
  2. Kösener Corpslisten 1930, 108, 210
  3. Eckhart Dietrich: 100 Jahre Teltower AHSC Berlin, in: Der Corpsstudent 4/1997, S. 161 ff.

Schrifttum[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans Hopfen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Emil von Schauß VAC-Vorsitzender
1895–1904
Jean Louis Sponsel