Hasso Spode

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Hasso Spode (* 1951 in Berlin-Friedrichshagen) ist ein deutscher Historiker und Soziologe.

Leben[Bearbeiten]

Nach einem längeren Auslandsaufenthalt arbeitete Spode im Lebensmitteleinzelhandel und studierte – zunächst als Werkstudent – Geschichte, Soziologie, Religionswissenschaft und Philosophie an der FU Berlin und der Universität Hannover. Im Jahr 1979 legte er in Berlin die Prüfung zum Magister Artium ab (Hauptfach Neuere Geschichte), 1989 promovierte er in Hannover im Fach Soziologie, 1997 habilitierte er sich bei Oskar Negt ebendort und ist Professor für Historische Soziologie. Seit den 1980er Jahren führte Spode zahlreiche Forschungsprojekte durch (Historische Kommission zu Berlin u.a.) und nahm in den 1990er Jahren seine Lehrtätigkeit auf, neben der Universität Hannover (Soziologie) hauptsächlich an der Charité (Sozialmedizin), der FU Berlin (Tourismus) und der Universität Leipzig (Geschichte) sowie in Lüneburg, Schwerin, Potsdam und Linz. Seit 1999 leitet er das Historische Archiv zum Tourismus, das 2012 von der Freien Universität Berlin an das Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität Berlin umgezogen ist. Spode ist verantwortlicher Herausgeber von Voyage. Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung sowie Mitherausgeber der Annals of Tourism Research und weiterer Fachzeitschriften.

Schwerpunkte der Forschung[Bearbeiten]

Spode wurde in den 1990er Jahren durch seine Arbeiten zur Kultur- und Sozialgeschichte des Alkoholkonsums bekannt. Dabei betont er den globalen und zugleich zyklischen Charakter der Diskurse über den Alkohol („Thematisierungskonjunkturen“). Seine These einer langfristigen Marginalisierung des Rausches in der Moderne und der entsprechenden Umwertung des Trinkens zur Sucht-Krankheit ist zum Allgemeingut geworden.[1] Zugleich zählt Spode zu den Begründern der historischen Tourismusforschung. Zusammen mit Walter Eder und Heinz Hahn vom Starnberger Studienkreis für Tourismus rief er 1989 die Arbeitsgruppe Tourismusgeschichte ins Leben, die weltweit erste Organisation dieser Art. Den Tourismus betrachtet Spode dabei als Produkt der neuzeitlichen Ambivalenz gegenüber dem „Fortschritt“: Genuin sei die touristische Reise eine „Zeitreise rückwärts“, der touristische Raum eine „Chronotopie“. Weitere Forschungsarbeiten behandeln u.a. die gesundheitliche Prävention, den Wandel des Ernährungsverhaltens, den Tabakkonsum, die Entwicklung von Arbeitskämpfen sowie die Analyse gesellschaftspolitischer Diskurse und Prozesse.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Alkohol und Zivilisation. Berauschung, Ernüchterung und Tischsitten in Deutschland bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Dissertation. Tara-Verlag Hensel, Berlin 1991, ISBN 3-929127-13-X.
  • Die Macht der Trunkenheit. Kultur- und Sozialgeschichte des Alkohols in Deutschland. Leske und Budrich, Opladen 1993, ISBN 3-8100-1034-0.
  • Statistik der Arbeitskämpfe in Deutschland. Historische Statistik von Deutschland. Band 15, Scripta-Mercaturae-Verlag, St. Katharinen 1992, ISBN 3-922661-96-3.
  • Zur Sonne, zur Freiheit! Beiträge zur Tourismusgeschichte. Verlag für Universitäre Kommunikation, Berlin 1991, ISBN 3-928077-10-4.
  • als Hrsg.: Goldstrand und Teutonengrill. Kultur- und Sozialgeschichte des Tourismus in Deutschland. 1945 bis 1989. Moser, Verlag für Universitäre Kommunikation, Berlin 1996, ISBN 3-928077-14-7.
  • Wie die Deutschen „Reiseweltmeister“ wurden. Eine Einführung in die Tourismusgeschichte. Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-931426-74-2.
  • Ressource Zukunft. Die sieben Entscheidungsfelder der deutschen Reform. Budrich, Opladen 2008, ISBN 978-3-86649-135-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ist Alkoholismus eine Erfindung? Interview. (PDF-Datei; 2,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]