Heinz Zemanek

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Heinz Zemanek, September 2007

Heinz Zemanek (* 1. Jänner 1920 in Wien) ist ein österreichischer Computerpionier.

Er besuchte die Schule in Wien sowie die Technische Universität Wien, wo er Nachrichtentechnik studierte. Er beschäftigte sich mit kurzen Impulsen für die Radartechnik. Im Jahr 1944 wurde er zum Diplom-Ingenieur graduiert. 1954 betreute er eine Diplomarbeit, in deren Rahmen die Logistische Relaisrechenmaschine 1 entwickelt wurde. Seine bekannteste Leistung ist der Bau des ersten volltransistorisierten Computers namens Mailüfterl auf dem europäischen Festland. Der Name Mailüfterl ist ein Wortspiel und bezieht sich auf Whirlwind, einen Rechner der in der Zeit von 1945 bis 1951 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde. Das "Mailüfterl" ist im Technischen Museum Wien ausgestellt.

Heinz Zemanek übersiedelte mit seiner Mailüfterl-Gruppe von der damaligen TH Wien zur Firma IBM, die ihm das Wiener IBM-Labor einrichtete. Nach der Verlegung des Wiener IBM-Labors nach Böblingen stieg Zemanek zum "IBM-Fellow" auf, dem höchsten Rang, den ein Techniker beim Computer-Weltmarktführer erreichen kann (Forschungsbeauftragter nach eigener Disposition).

Im Bereich der Programmiersprachen war Zemanek für die formale Definition der Programmiersprache PL/I der Firma IBM mitverantwortlich, geschrieben in der so genannten Vienna Definition Language (VDL).

Er war bis zum Wintersemester 2006 Vortragender am Institut für Computertechnik der Technischen Universität Wien, an der ein Hörsaal nach ihm benannt ist, tätig und hielt jedes Jahr im Wintersemester zwei von vier Vorlesungen (Abstrakte Computer-Architektur, Menschliche Aspekte des Computers, Geschichte der Informatik und Geographische Geschichte des Computers). Er ist langjähriges Mitglied der International Federation for Information Processing (IFIP) und war von 1971 bis 1974 ihr Präsident.

Der nach ihm benannte Heinz-Zemanek-Preis wird von der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) für außergewöhnliche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Informatik vergeben.

Er selbst erhielt im Jahr 2003 für sein Lebenswerk den Kardinal-Innitzer-Preis. 2005 wurde Zemanek das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. 2010 veranstalteten das Deutsche Museum zusammen mit der Gesellschaft für Informatik und der LMU ein Festsymposium zum 90. Geburtstag von Heinz Zemanek in der er als einer der führenden Informatikpioniere Mitteleuropas gewürdigt wird.

Neben seiner Wissenschaftlichen Tätigkeit war Heinz Zemanek führend in der Österreichischen Pfadfinderbewegung engagiert.

Werke [Bearbeiten]

  • Kalender und Chronologie. München : Oldenbourg, 1990, 5., verb. Aufl.
  • Weltmacht Computer. Esslingen : Bechtle, 1991
  • Das geistige Umfeld der Informationstechnik. Berlin : Springer, 1992
  • Unser Kalender. Wien : Wiener Kath. Akad., 1995
  • Vom Mailüfterl zum Internet. Wien : Picus-Verlag, 2001
  • Anekdoten zur Informatik. Innsbruck : Studien-Verlag, 2001

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]