Heinz Zemanek

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Heinz Zemanek, September 2007

Heinz Zemanek (* 1. Jänner 1920 in Wien) ist ein österreichischer Computerpionier.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Matura im Juni 1937 studierte er an der Technische Universität Wien Nachrichtentechnik. Ab 1943 arbeitete er unter der Aufsicht von Richard Feldtkeller, einem Professor der Universität Stuttgart, an seiner Diplomarbeit zum Thema Über die Erzeugung von kurzen Impulsen aus einer Sinusschwingung [1][2], im Dezember 1944 graduierte er zum Diplom-Ingenieur. Im Juni 1951 folgte die Promotion zum Dr. techn. (Dissertation zum Thema Zeitteilverfahren in der Telegraphie), 1958 die Habilitation. Von 1947 bis 1961 war er Hochschulassistent an der TU Wien.

1954 betreute er eine Diplomarbeit, in deren Rahmen die Logistische Relaisrechenmaschine 1 entwickelt wurde. Seine bekannteste Leistung ist der Bau des ersten volltransistorisierten Computers namens Mailüfterl auf dem europäischen Festland. Der Name Mailüfterl ist ein Wortspiel und bezieht sich auf Whirlwind, einen Rechner der in der Zeit von 1945 bis 1951 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde. Das "Mailüfterl" ist im Technischen Museum Wien ausgestellt.

Heinz Zemanek übersiedelte 1961 mit seiner Mailüfterl-Gruppe von der damaligen TH Wien zur Firma IBM, die ihm das Wiener IBM-Labor einrichtete. Nach der Verlegung des Wiener IBM-Labors nach Böblingen stieg Zemanek 1976 zum "IBM Fellow" auf, dem höchsten Rang, den ein Techniker beim Computer-Weltmarktführer erreichen kann (Forschungsbeauftragter nach eigener Disposition). Diese Position hielt er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1985. Im Bereich der Programmiersprachen war Zemanek für die formale Definition der Programmiersprache PL/I der Firma IBM mitverantwortlich, geschrieben in der so genannten Vienna Definition Language (VDL).

Ab Oktober 1964 war Zemanek außerordentlicher Professor an der TU Wien, ab September 1984 ordentlicher Universitätsprofessor. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1985 war er bis zum Wintersemester 2006 Vortragender am Institut für Computertechnik der Technischen Universität Wien, an der ein Hörsaal nach ihm benannt ist, tätig und hielt jedes Jahr im Wintersemester zwei von vier Vorlesungen (Abstrakte Computer-Architektur, Menschliche Aspekte des Computers, Geschichte der Informatik und Geographische Geschichte des Computers). Er ist langjähriges Mitglied der International Federation for Information Processing (IFIP) und war von 1971 bis 1974 ihr Präsident.

Der nach ihm benannte Heinz-Zemanek-Preis wird von der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG), deren Gründungsmitglied er ist, für außergewöhnliche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Informatik vergeben.

Er selbst erhielt im Jahr 2003 für sein Lebenswerk den Kardinal-Innitzer-Preis. 2005 wurde Zemanek das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. 2010 veranstalteten das Deutsche Museum zusammen mit der Gesellschaft für Informatik und der LMU ein Festsymposium zum 90. Geburtstag von Heinz Zemanek in der er als einer der führenden Informatikpioniere Mitteleuropas gewürdigt wird.

Neben seiner Wissenschaftlichen Tätigkeit war Heinz Zemanek führend in der Österreichischen Pfadfinderbewegung engagiert.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Kalender und Chronologie. München : Oldenbourg, 1990, 5., verb. Aufl.
  • Weltmacht Computer. Esslingen : Bechtle, 1991
  • Das geistige Umfeld der Informationstechnik. Berlin : Springer, 1992
  • Unser Kalender. Wien : Wiener Kath. Akad., 1995
  • Vom Mailüfterl zum Internet. Wien : Picus-Verlag, 2001
  • Anekdoten zur Informatik. Innsbruck : Studien-Verlag, 2001

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zemanek.at - Kurzbiographie. Abgerufen am 16. März 2014.
  2. An interview with Heinz Zemanek, conducted by Philip Davis. Interview vom 11. Juni 2005, abgerufen am 16. März 2014.