Helmut Neuhaus

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Helmut Neuhaus (* 29. August 1944 in Iserlohn) ist ein deutscher Historiker für frühneuzeitliche Geschichte. Von 1989 bis 2009 hatte er den Lehrstuhl für Neuere Geschichte I an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne.

Leben[Bearbeiten]

Helmut Neuhaus studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie sowie Rechts- und Staatswissenschaften in Tübingen und Marburg. 1971 legte er sein ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Im Jahre 1975 promovierte er in Marburg in den Fächern Mittelalterliche und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit der Arbeit Reichstag und Supplikationsausschuß. Ein Beitrag zur Reichsverfassungsgeschichte der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Elf Jahre später habilitierte sich Neuhaus in Neuerer und Neuester Geschichte. Es folgte seine Ernennung zum Privatdozenten. Von 1973 bis 1988 war er währenddessen als Wissenschaftlicher Angestellter und Wissenschaftlicher Assistent in Marburg und Köln tätig. Zwischen 1974 und 1992 führten ihn zahlreiche Lehraufträge unter anderem nach Millersville (USA), sowie nach Kassel und nach Jena. 1987 bis 1988 vertrat er die Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Katholischen Universität Eichstätt. Im Jahre 1989 erfolgte der Ruf auf den Lehrstuhl I für Neuere Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, welchen er bis zu seinem Ruhestand innehatte. Berufungen an die Universitäten Bonn (1989) und Leipzig (1996) schlug er aus.

Seit 1987 ist Helmut Neuhaus Mitglied der „Vereinigung für Verfassungsgeschichte“, deren erster Vorsitzender er von 2006 bis 2010 war. Seit 1998 ist er ferner Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, zu deren Sekretär er 2006 gewählt wurde. Von 2005 bis 2007 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands.

Neuhaus Arbeitsgebiet umfasst verschiedenste Themen der frühneuzeitlichen deutschen Geschichte mit besonderem Schwerpunkt auf der Verfassungsgeschichte des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, zu deren Erforschung er einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Am Ende des Sommersemesters des Jahres 2009 hielt er seine Abschiedsvorlesung zum Thema „Die Goldene Bulle von 1356 in der Frühen Neuzeit“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Axel Gotthard, Andreas Jakob und Thomas Nicklas (Hrsg.): Studien zur politischen Kultur Alteuropas. Festschrift für Helmut Neuhaus zum 65. Geburtstag (Historische Forschungen Band 91), Duncker & Humblot, Berlin 2009, ISBN 978-3-428-12576-0.

Schriften[Bearbeiten]

  • Reichstag und Supplikationsausschuß. Ein Beitrag zur Reichsverfassungsgeschichte der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts (= Schriften zur Verfassungsgeschichte, Bd. 24), Berlin 1977.
  • Die Konstitutionen des Corps Teutonia zu Marburg. Untersuchungen zur Verfassungsentwicklung eines Kösener Corps in seiner 150-jährigen Geschichte, Marburg/Lahn 1979.
  • Religiöse Bewegungen und soziale Umbrüche an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit (= Kurs: Geschichte/Politik. Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe II, hrsg. von Reiner Pommerin), Düsseldorf 1980.
  • Reichsständische Repräsentationsformen im 16. Jahrhundert. Reichstag, Reichskreistag, Reichsdeputationstag (= Schriften zur Verfassungsgeschichte, Bd. 33), Berlin 1982.
  • (Hg): Geschichtswissenschaft in Erlangen (= Erlanger Studien zur Geschichte, Band 6), Erlangen 2000.
  • Das Reich in der Frühen Neuzeit (= Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 42), München 1997, 2. Aufl. 2003.
  • Zeitalter des Absolutismus. 1648–1789 (= Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, Bd. 5), Stuttgart 1997.
  • Das Heilige Römische Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte (843–1806), Köln, Weimar, Wien 2005; 2. Auflage 2006 (zusammen mit Klaus Herbers).
  • 150 Jahre Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Eine Chronik, München 2008.

Weblinks[Bearbeiten]