Henri Grégoire (Byzantinist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Henri Grégoire (* 21. März 1881 in Huy; † 28. September 1964 in Brüssel) war ein belgischer Historiker. Er gilt als Begründer der Byzantinistik in Belgien.

Leben[Bearbeiten]

Henri Grégoire war Professor für antike und mittelalterliche Geschichte an der französischsprachigen Universität Brüssel. 1938 ging er als Gastdozent an die New School for Social Research und als Sather Professor an die University of California, Berkeley. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er an der École libre des hautes études, wo viele belgische und französische Emigranten wirkten. 1941 wurde er zum Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Kairo ernannt, wo er Geschichtsvorlesungen und Französischkurse abhielt. Nach Kriegsende kehrte Grégoire an die Universität Brüssel zurück.

Neben seiner eigenen Forschungsarbeit, die eine Vielzahl von Themen und Epochen umspannte, nahm Grégoire regen Anteil an der internationalen Forschung. Er übersetzte zentrale Schriften der Byzantinistik aus dem Russischen, Englischen und Deutschen ins Französische, war Herausgeber von vier Zeitschriften (Byzantion, Nouvelle Clio, Annuaire de l’Institut de Philologie et d’Histoire Orientales et Slaves und Flambeau) und Gründungsmitglied der Association Internationale des Etudes Byzantines. Außerdem war er Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien und korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (seit 1950).

Literatur[Bearbeiten]

  • Mélanges Henri Grégoire. Vier Bände, Brüssel 1949–1952 (Festschrift mit Schriftenverzeichnis)
  • Hans-Georg Beck: Henri Grégoire, 21.3.1881–28.9.1964. In: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1965. München 1966, S. 182–184
  • Charles Delvoye: Notice sur Henri Grégoire, Membre de l’Académie. In: Académie Royale de Belgique. Annuaire 1990. Brüssel 1990, S. 133–262 (mit Bild und Schriftenverzeichnis)