15. Arrondissement (Paris)

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15. Arrondissement (Vaugirard)
Arrondissement municipal von Paris
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Koordinaten 48° 50′ 29″ N, 2° 17′ 59″ O48.8413888888892.299722222222237Koordinaten: 48° 50′ 29″ N, 2° 17′ 59″ O
Höhe 37 m (28–67 m)
Fläche 8,48 km²
Einwohner 238.395 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 28.113 Einwohner/km²
INSEE-Code 75115
Postleitzahl 75015
Website mairie15.paris.fr
Gliederung
Quartiere
Die Hochhäuser der Front de Seine, Quartier Grenelle

Das 15. Pariser Arrondissement, das Arrondissement de Vaugirard, ist eines der 20 Arrondissements von Paris und das mit der größten Einwohnerzahl. Es entstand im Jahre 1860 durch die Eingemeindung der Gemeinden Vaugirard und Grenelle in die Stadt Paris.

Ursprung des Namens Vaugirard[Bearbeiten]

Der Name Arrondissement de Vaugirard erinnert an einen Abbé (dt. Abt) Girard, dem u.a. im heutigen 15. Arrondissement Ländereien gehörten. "Vaugirard" leitet sich her von: "val Girard" = "vallée Girard" = "Tal von Girard".

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das 15. Arrondissement liegt auf dem linken Ufer der Seine. Es grenzt im Osten getrennt durch die Gleise des Gare Montparnasse an das 14. Arrondissement, im Westen durch die Seine getrennt an das 16. Arrondissement und im Norden an das 7. Arrondissement. Im Süden grenzt es, getrennt durch den Boulevard périphérique an die Gemeinden Malakoff, Vanves und Issy-les-Moulineaux. Das Gebiet war bis in die 1970er Jahre ein Arbeiterviertel, ist heute eine Wohngegend des mittleren und höheren Bürgertums, weil es für Pariser Verhältnisse relativ ruhig gelegen ist; lediglich im Süden und Südwesten, im Quartier Javel befinden sich viele Sozialwohnungen.

Viertel im 15. Arrondissement[Bearbeiten]

Das Arrondissement besteht aus den folgenden vier Stadtvierteln:

  • Quartier Saint-Lambert
Dieses Quartier im Süden ist in seinen Grenzen identisch mit der ehemaligen Gemeinde Vaugirard, gelegen entlang einer historischen römischen Straße gleichen Namens. Die relativ hügelige Landschaft war prädestiniert für den Weinbau und die bergbauliche Ausbeutung. Viele Monumente in Paris, wie die École Militaire, sind mit Steinen aus Vaugirard erbaut worden. Mit der Ausdehnung von Paris wurde der Ort nach und nach von den Parisern als naher Vorort betrachtet, als angenehmer Ort mit Ausflugslokalen und Weinstuben, um einen Spaziergang auf dem Lande zu machen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Gegend urbanisiert. Heutzutage sind die einzigen Sehenswürdigkeiten der Parc des Expositions, indem z.B. der Jahrmarkt von Paris, der Salon de l’agriculture oder die Mondial de l’Automobile stattfinden, und der Parc Georges Brassens, der auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofes erbaut wurde.
  • Quartier Necker
Dieses Viertel im Osten entspricht dem ursprünglich unbewohnten Gebiet zwischen dem historischen Paris und Vaugirard. Der Gare Montparnasse und der Tour Montparnasse sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Um den Bahnhof herum wurde das Viertel renoviert und beherbergt heute hohe Wohngebäude und Büros, Einkaufszentren und den Park Jardin Atlantique, der auf einer großen steinigen Fläche oberhalb der Gleisanlagen angelegt wurde. Außerdem stehen im Viertel viele öffentliche Gebäude: das Lycée Buffon, das Krankenhaus Hôpital Necker-Enfants malades und das Institut Pasteur.
  • Quartier de Grenelle
Dieses Viertel im Norden ist in seinen Grenzen identisch mit der ehemaligen Gemeinde Grenelle. Die Ebene von Grenelle, die sich links der Seine vom heutigen Hôtel des Invalides bis nach Issy-les-Moulineaux erstreckt, war während der Jahrhunderte wegen der Schwierigkeiten beim Kultivieren des Bodens praktisch unbewohnt. Anfang des 19. Jahrhunderts teilte der Unternehmer Violet einen Teil der Ebene auf. Es entstand das Dorf Beaugrenelle mit seinem heute existierenden charakteristischen rechtwinkeligen Netz von Straßen. Zusammen löste man sich im Jahre 1830 von der Gemeinde Vaugirard, um die Gemeinde Grenelle zu gründen. Diese wurde dann von Paris eingemeindet. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden im Rahmen des Projektes Front de Seine zahlreiche aufgeständerte Hochhäuser am Ufer der Seine gebaut mit einem Einkaufszentrum, das wieder den Namen Beaugrenelle trug.
  • Quartier de Javel
Dieses Viertel liegt im Osten des Arrondissements, südlich von Grenelle. Javel war das erste industrielle Zentrum des Arrondissements. Zuerst war es für seine chemische Industrie bekannt (das berühmte Eau de Javel wurde hier erfunden und produziert). Bis ins 20. Jahrhundert schrieb sich die Ortschaft Javelle, weshalb die Chemikalie in älteren Chemiebüchern noch Eau de Javelle genannt wird. Später wurde Javel für seine Elektroindustrie (Thomson) und Automobilindustrie (Citroën) bekannt. Die Fabriken von Citroën nahmen lange Jahre einen sehr großen Teil des Viertels ein. Die Industrieanlagen wurden 1968 geschlossen, danach abgerissen und durch Wohn- und Freizeitanlagen ersetzt. Das Viertel wird heute belegt vom Parc Citroën, dem neuen Krankenhaus Hôpital Georges Pompidou und von den großen Gebäuden und Büros von (Sagem, Snecma, der Direction générale de l'aviation civile, Canal+, France Télévisions,...). Südlich des Boulevard périphérique bildet ein ehemaliger Manöverplatz, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Flugplatz genutzt wurde, eine Ausbuchtung des sonst rechteckigen Grundrisses des Arrondissements. Hier gibt es heute einen Heliport, einen Sportkomplex und ein Freizeitcenter.

Nach der offiziellen Zählung der Pariser Stadtviertel handelt es sich dabei um die Quartiers 57 bis 60.

Demographische Daten[Bearbeiten]

Nach der Volkszählung von 1999 waren im 848 ha großen 15. Arrondissement 225.362 Einwohner gemeldet. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 26.576 Einwohnern pro km². Somit haben im Arrondissement 10,3 % der Pariser Bevölkerung ihren Hauptwohnsitz.

Rathaus[Bearbeiten]

Das Rathaus des 15. Arrondissements befindet sich in der 31 rue Péclet, 75015 Paris

Bürgermeister[Bearbeiten]

Philippe Goujon, Mitglied der bürgerlichen Partei UMP wurde im März 2008 im 2. Wahlgang mit 52,65 % zum Bürgermeister des 15. Arrondissements gewählt. Bei den Wahlen 2014 wurde er im 2. Wahlgang mit 63,4 % im Amt bestätigt. Gegenkandidatein in der Stichwahl war bei beiden Wahlen die Sozialistin Anne Hidalgo, seit März 2014 Bürgermeisterin von Paris.[1][2]

Politik[Bearbeiten]

Das Arrondissement ist geteilt in zwei Wahlbezirke, den 12. und 13. Wahlbezirk. Damit kann die im Arrondissement siegreiche Liste zwei Abgeordnete stellen. Auch in den vorangegangenen Legislaturperioden wurde René Galy-Dejean im März 1989 und Juni 1995 als Kandidat der von Édouard Balladur geführten rechten Liste RPR-UDF jeweils im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Im März 2001 wiederholte sich dieses Schema erst beim zweiten Wahlgang: Beim ersten Wahlgang wurde Galy-Dejean nicht für die Liste RPR-UDF-DL von Édouard Balladur und Philippe Séguin nominiert. Auch die andere Liste der Rechten, die „Liste tibériste“ von Jean Tiberi („Abtrünniger“ der RPR, ehemaliger Bürgermeister von Paris) nominierte ihn nicht als Kandidat. Das zwang ihn, mit einer eigenen Liste gegen die anderen beiden bürgerlichen Listen und der Liste der Sozialisten von Anne Hidalgo, aktuell erste Stellvertreterin des Bürgermeisters von Paris, anzutreten. Zum ersten Mal erreichte eine Liste der Sozialisten die Mehrheit im ersten Wahlgang aufgrund der Teilung der Rechten in drei Listen. Die Liste Balladur wurde zweiter und die Liste Galy-Dejean erhielt 19 %. Diese beiden fusionierten und stellten das klassische Schema wieder her mit Balladur an der Spitze der Liste und Galy-Dejean als Kandidat für den Posten des Bürgermeisters. Diese Liste gewann klassischerweise und behielt die Mehrheit im Arrondissement. Aber zum ersten Mal benötigte die Rechte einen zweiten Wahlgang.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Monuments historiques im 15. Arrondissement (Paris).

Grünflächen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der berühmte Bildhauer Constantin Brâncuși hatte in der l'impasse Ronsin sein Atelier, in dem er von 1925 bis 1957 lebte und arbeitete. Das Atelier existiert mittlerweile nicht mehr, wurde aber rekonstruiert im Centre Georges Pompidou. Der Bildhauer verstarb am 16. März 1957 und wurde auf dem Cimetière du Montparnasse beigesetzt.

Die Künstlerkolonie La Ruche befindet sich in der Passage Dantzig.

Der Nestor Burma-Roman Ein Clochard mit schlechten Karten (frz. Les eaux troubles de Javel, 1957) von Léo Malet spielt im 15. Arrondissement.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paris XVe arrondissement – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Résultats confirmés 2e tour (2008). Mairie de Paris, abgerufen am 11. Juli 2014 (französisch).
  2. Résultats du 2e tour. Elections Municipales 2014. Mairie de Paris, abgerufen am 11. Juli 2014 (französisch).