Hephzibah Menuhin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hephzibah Menuhin-Hauser (* 20. Mai 1920 in San Francisco; † 1. Januar 1981 in London) war eine amerikanisch-jüdische Pianistin und Menschenrechtskämpferin. Sie war die Schwester des weltbekannten Violinisten Yehudi Menuhin und der Pianistin, Malerin und Philosophin Yaltha Menuhin.

Leben[Bearbeiten]

Wie ihr Bruder erwies sich auch Hephzibah, die im Alter von 4 Jahren mit dem Klavierspiel begann, als musikalisches Wunderkind. Studien führten sie nach Basel zu Rudolf Serkin und nach Paris zu Marcel Ciampi.[1] 1933 nahm sie gemeinsam mit Yehudi ihre erste Schallplatte auf (Mozarts Sonate A-Dur KV 526), die mit dem Candid Prize als beste Platte des Jahres ausgezeichnet wurde. Als Duo debütierten sie 1934 in der Pariser Salle Pleyel und traten auch in den folgenden Jahrzehnten immer wieder gemeinsam auf; Hephzibah profilierte sich aber auch in Solokonzerten in zahlreichen europäischen und amerikanischen Städten. Unter anderem spielte sie die australische Erstaufführung von Bartóks 2. Klavierkonzert. 1951 spielte sie gemeinsam mit Yehudi zur Eröffnung der Royal Festival Hall in London; dort erfolgte 1979 auch ihr letzter Konzertauftritt, wiederum gemeinsam mit ihrem Bruder. Obwohl Hephzibah Menuhin in den USA geboren wurde, verbrachte sie fast ihr gesamtes Leben in Europa. Ihr Vater, Moshe Menuhin, der ein Studium bei einem Rabbi absolviert hatte und ein antizionistischer Schriftsteller war, entstammte einer angesehenen rabbinischen Dynastie. Im Alter von 17 Jahren heiratete sie den australischen Viehzüchter Lindsay Nicholas, Erbe des Herstellers der australischen "Aspirin", [2] den sie auf sein Grundstück Terrinallum in Westvictoria begleitete. Dort brachte sie ihre zwei Söhne zur Welt. Ihr Bruder Yehudi heiratete Lindsays Schwester Nola. Beide Ehen wurden geschieden.

Danach heiratete Hephzibah Menuhin Richard Hauser, der der Religionsgemeinschaft der Quäker angehörte. Der Ehe entstammte eine Tochter. Die Familie zog nach England, wo sie einen Ziehsohn aufnahmen. In England gründeten sie das „Institute for Human Rights and Responsibilities“ und das „Center for Group Studies“, um Studierende entsprechend ihren Möglichkeiten fördern und unterstützen zu lassen. Das Haus der Familie Menuhin-Hauser galt als Zufluchtsstätte für jene, die keine Menschenrechte in adäquatem Maße erfuhren. Ihr erklärtes Ziel war es, allen Minderheiten auf der gesamten Welt zu helfen.

Literatur[Bearbeiten]

Jacqueline Kent: An Exacting Heart: The Hephzibah Menuhin Story. Verlag: Penguin Group Australia (2008) ISBN 978-0-6700-7117-3

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

1998 drehte der australische Regisseur Curtis Levy einen 75 Minuten Film mit dem Titel "Hephzibah", die eine Freundin seiner Mutter gewesen war und die er als Junge kennengelernt hatte. In der Dokumention erzählt u. a. Yehudi Menuhin, wie sie ihre jeweiligen Ehepartner fanden. Er baute private Filmaufnahmen ein und ließ Hephzibahs Briefe von einer Schauspielerin lesen. Sowohl private als auch öffentliche Auftritte als Pianistin werden wiedergegeben. Fotos und Musik unterlegen die Lebensgeschichte. Im Folgenden sind drei kleine Ausschnitte zu sehen:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MARCEL CIAMPI
  2. Aspro pharma