Herb Jeffries

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Herb Jeffries (* 24. September 1913 in Detroit als Umberto Alexander Valentino; † 25. Mai 2014 in Los Angeles[1]) war ein US-amerikanischer Jazz-Musiker und Schauspieler. Mitte der 1930er-Jahre ging er mit einer Serie musikalischer Western als erster und bislang einziger afroamerikanischer Singender Cowboy in die Geschichte ein.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Herb Jeffries hat äthiopische, franko-kanadische, sowie italienische und irische Wurzeln. Er wuchs in einem multikulturellen Viertel von Detroit auf, wo er mit verschiedenen Einflüssen in Berührung kam. Er folgte dem Beispiel seines Vaters, der ein umherziehender Musiker war, und strebte bereits früh eine Karriere als Sänger an. Deshalb ging er 1932 nach Chicago, bekam einen der Sängerjobs in Erskine Tate's Vendome Orchestra und dann in Earl HinesGrand Terrace Orchestra, mit dem er 1934 zwei Songs für Brunswick aufnahm, „Just to Be in Caroline“ und „Blue (Because of You)“.

Er nahm auch mit Sidney Bechet auf und zog dann nach New York; 1940 arbeitete er im Duke Ellington Orchestra und blieb bis 1943 in der Band. Zu hören ist Jeffries in den Titeln „You, You Darlin’“, „Flamingo“ (1940) und „Jump for Joy“ (1941). Billy Strayhorn brachte ihn dazu, tief zu singen, als er das Arrangement für „Flamingo“ für Duke Ellington schrieb; es brachte ihn zu einem tieferen Tonumfang; vorher hatte er meist Falsett gesungen. „Flamingo“ wurde eine Million Mal verkauft und brachte Jeffries Popularität beim weißen und beim schwarzen Publikum und legte den Grundstein für seine Karriere als Solist.

Nach seinem Dienst im Zweiten Weltkrieg war er als Solist tätig; nach einem Autounfall musste er jedoch erst ein Jahr pausieren, bevor er die Möglichkeit bekam, für das Label Exclusive Records seinen Hit „Flamingo“ erneut einzuspielen. Es folgten eine Reihe von Hits, wie „Angel Eyes“, „When I Write My Song“ und „My Heart at Thy Sweet Voice“. Duke Ellington besorgte ihm kleinere Rollen in B-Movies und vermittelte ihn an schwarze und weiße Nachtclubs. Anfang der 1950er Jahre verdiente Jeffries mehr als jeder andere schwarze Entertainer außer Nat King Cole und Billy Eckstine; seine Exclusive-Aufnahmen erschienen nun als 10-inch-LPs bei Mercury und Coral.

Neben seiner Arbeit mit Jazz-Orchestern erlangte Jeffries seit 1937 Bekanntheit als Singender Cowboy in einer Serie musikalischer Western, in denen er seine eigenen Western-Kompositionen sang. Während einer Tournee in Ohio traf er eines Abends einen weinenden schwarzen Jungen. Als er ihn trösten wollte, erzählte ihm dieser Junge, seine Freunde wollten ihn nicht Tom Mix spielen lassen, da dieser kein „negro“ sei. Dieses für Jeffries einschneidende Erlebnis bewog ihn dazu, für das farbige Publikum einen schwarzen Film-Cowboy nach dem Vorbild von Gene Autry in die Kinos zu bringen. Er organisierte die Finanzierung des ersten nur mit Afroamerikanern besetzten Westernfilmes, „Harlem on the Prairie“, und übernahm schließlich auch die Hauptrolle, da kein anderer schwarzer Schauspieler zu finden war, der reiten und singen konnte. Jeffries selbst hatte jedoch das Reiten bereits als Kind auf der Farm seines Onkels in Ohio gelernt, wo er die Ferien verbrachte. Der Film war so erfolgreich, dass insgesamt vier Fortsetzungen folgten, wobei Jeffries in den letzten drei Filmen als „Herbert Jeffrey“ auftrat. Dem weißen Publikum blieb Jeffries in dieser Rolle weitgehend unbekannt, erst mit dem Revival der Western Music seit den späten 1980er-Jahren rückte er ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit.

Nachdem er dem Western-Genre lange Zeit den Rücken gekehrt hatte, nahm er 1995, im Alter von 83 Jahren, für das inzwischen eingestellte Warner Western Label ein Album mit eigenen und traditionellen Western-Songs unter dem Titel The Bronze Buckaroo (Rides Again) auf. Wie schon die Filme unterscheidet es sich teilweise deutlich von herkömmlichem Western-Material und wird insbesondere von Jazz-Fans geschätzt: „Jeffries does these songs with all manner of jazz inflictions, in his singing as well as in the back-up arrangements - there’s nothing here that couldn’t have fit well in any night club in the 1940s in any part of the country.“[2] Jeffries selbst legte Wert darauf, kein Country-Album aufgenommen zu haben, sondern in der Tradition der Singenden Cowboys zu stehen.[3]

Jeffries lebte in Wichita, Kansas und drehte noch mit 100. Er starb am 25. Mai 2014 an Herzversagen in einem Krankenhaus in West Hills (Los Angeles).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine Beteiligung in der Filmindustrie erhielt Herb Jeffries einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Im Jahr 2004 wurde er in die „Western Performers Hall of Fame“ im „National Cowboy & Western Heritage Museum“ in Oklahoma City, Oklahoma aufgenommen.

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1937: Harlem on the Prairie
  • 1938: Two-Gun Man from Harlem
  • 1939: Harlem Rides the Range
  • 1939: The Bronze Buckaroo

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

Alben als Bandsänger

  • Sidney Bechet: 1940–1941 (Classics)
  • Duke Ellington:The Blanton Webster Band (RCA, 1940–42)
  • Earl Hines: 1932–1934 (Classics)

Alben unter eigenem Namen

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf in Los Angeles Times
  2. Bogdanov, Vladimir; Woodstra, Chris; Erlewine, Stephen Thomas, All Music Guide to Jazz, San Francisco: Backbeat Bocks, 2002, ISBN 9780879307172, S. 667.
  3. Dempsey, Mary A., The Bronze Buckaroo rides again; Herb Jeffries is still keepin' on - star of all-black cowboy movies