Hermann Kulke

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Hermann Kulke (* 1938 in Berlin) ist ein deutscher Indologe. Er studierte Indologie, asiatische Geschichte und Politikwissenschaften in Freiburg und Madras.

Wirken[Bearbeiten]

Im Jahr 1967 wurde er in Freiburg mit einer Arbeit über Chidambaram Mahatmya, der Gründungslegende aus dem 12. Jahrhundert des Nataraja-Tempels in Chidambaram promoviert. Von 1967 bis 1988 war er am Südasien-Institut der Universität Heidelberg als Assistent und außerplanmäßiger Professor für indische Geschichte tätig. 1975 habilitierte er sich dort. Von 1988 bis 2003 hielt er den Lehrstuhl für Asiatische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Kiel inne. Zahlreiche Forschungsaufenthalte in Sri Lanka, Indien, und Indonesien und Kambodscha folgten.

Gastprofessuren in Bhubansewar/Orissa (1978/1979), an der Asiatic Society, Kalkutta (1986) und an der Jawaharlal Nehru University, Delhi (1992), sowie Visiting Research Fellow am Institute of Southeast Asian Studies in Singapore (1987), und am Asia Research Institute der Universität Singapore nahm er in der Folge wahr.

Die Arbeits- und Interessenschwerpunkte Kulkes sind die Geschichte Asiens mit den Schwerpunkten Indien und Südostasien, insbesondere frühstaatliche Entwicklung, Geschichtsschreibung, Regionalkulturen (insbesondere Orissa), und indische Einflüsse in Südostasien sowie Indian Ocean Studies.

Kulke nahm als Projektmitglied am ersten Orissa-Forschungsprojekt der DFG über den Jagannatha-Kult einer speziellen Form des Gottes Vishnu und dessen Tempel- und Wagenfest (Ratha Yatra) in der Stadt Puri in Orissa von 1970 bis 1975 teil. Etwa 25 Jahre später übernahm er die Leitung des zweiten Orissa-Projekts (1999 bis 2005). Nachdem sich das erste Projekt mit den politischen und religiösen Zentren (vergleiche: Jagannath-Tempel) entlang der Küste auseinandergesetzt hatte, verfolgte das zweite Projekt die Erforschung der Geschichte und lokalen Traditionen der Volksgruppen und Stammesbewohner im Hinterland Orissas.[1]

Zudem war er Koordinator des DFG-Schwerpunktprogrammes „Umstrittene Zentren: Konstruktion und Wandel sozio-kultureller Identitäten in der indischen Region Orissa“ (1999–2005).[2]

Kulke ist ein Bruder des Journalisten Ulli Kulke.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsch-Indische Gesellschaft Kiel, Gesprächsabend mit Hermann Kulke am 13. März 2012 (PDF; 266 kB)
  2. Historisches Seminar der Universität Kiel (Publikationen von Hermann Kulke)
  3. German Indology professor awarded Padma Shri

Publikationen[Bearbeiten]

  • Cidambaramahatmya. Eine Untersuchung der religionsgeschichtlichen und historischen Hintergründe für die Entstehung der Tradition einer südindischen Tempelstadt. (Dissertation) Wiesbaden 1970
  • Herausgeber von Hermann Goetz: Studies in the History, Religion and Art of Classical and Medieval India. 1974
  • Mitherausgeber von The Cult of Jagannath and the Regional Tradition of Orissa. 1978
  • The Devaraja Cult. Cornell Universität 1978
  • Jagannatha-Kult und Gajapati-Königtum. Ein Beitrag zur Geschichte religiöser Legitimation hinduistischer Herrscher. (Habilitation) Stuttgart 1979
  • Gajapati Kingship. 1979
  • Mitherausgeber von Orissa: A Comprehensive and Classified Bibliography. 1981
  • Mit Dietmar Rothermund: Geschichte Indiens. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007097-5.
  • Mit Dietmar Rothermund: A History of India. Croom Helm, London u.a. 1986, ISBN 0-7099-4209-5.
  • Mitherausgeber von Hinduism Reconsidered. Delhi 1989, zweite Ausgabe 1997
  • Kings and Cults - State Formation and Legitimation in India and Southeast Asia. Delhi 1993
  • Herausgeber von The State in India 1000-1700. 1993
  • Indische Geschichte bis 1750. München 2005
  • Mitherausgeber von Nagapatinam to Suvarnadwipa. Reflections on the Chola Naval Expeditions to Southeast Asia. Singapur 2009
  • Mitherausgeber von Centres Out There? Facets of Sub-regional Traditions in Orissa. Delhi 2010
  • Mitherausgeber von Rituals and the State in India. Wiesbaden 2010

Weblinks[Bearbeiten]