Dietmar Rothermund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dietmar Otto Ernst Rothermund (* 20. Januar 1933 in Kassel) ist ein deutscher Historiker und emeritierter Professor für Geschichte Südasiens an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Dietmar Rothermund studierte Geschichte und Philosophie in Marburg, München und Philadelphia. In den USA wurde er 1959 mit einer Arbeit zur amerikanischen Sozialgeschichte promoviert. Nach seinem Studienabschluss reiste er im Januar 1960 nach Indien und beschloss, seine Forschungen künftig Südasien zu widmen. 1963 erhielt er eine Assistentenstelle an der Universität in Heidelberg am neu gegründeten Südasien-Institut, das auf Betreiben von Werner Conze eingerichtet worden war.

Dort erfolgte 1968 die Habilitation mit dem danach als Standardwerk geltenden Werk "Die politische Willensbildung in Indien, 1900–1960". Kurz darauf erhielt er die Professur für die Geschichte Südasiens. Seine Schwerpunkte waren die Geschichte der politischen Ideen Indiens, dessen Agrarsystem während der Kolonialzeit, die Person Mahatma Gandhis und die indische Wirtschaftsgeschichte. Ab 1. August 1986 war er auch Geschäftsführender Direktor des Südasien-Instituts. 1991 initiierte er die Heidelberger Südasiengespräche, die ihn nicht zuletzt auch als Indienkundigen in Deutschland und bei den Medien bekannt werden ließen. 2001 wurde Rothermund emeritiert.

Dietmar Rothermund ist Mitglied im Vorstand in der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde, in der Indo-German Consultative Group und Mitglied im European Association of South Asian Studies, wo er Vorsitzender seit 1996 ist.

Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Rothermunds verfasste 38 Monographien und 20 Sammelbände als Herausgeber, so etwa das Jahrbuch für Außereuropäische Geschichte Periplus. Einige seine Werke liegen auch in Bengali, Telugu, Türkisch und Chinesisch vor.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]