Hieronymus Lorm

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Hieronymus Lorm

Hieronymus Lorm (eigentlich Heinrich Landesmann; * 9. August 1821 in Nikolsburg, Mähren; † 3. Dezember 1902 in Brünn) war ein österreichischer, gesellschaftskritischer Schriftsteller, philosophischer Schreiber und ist Erfinder des Lorm-Alphabets, eines Tastalphabets für Taubblinde.

Leben[Bearbeiten]

Hieronymus Lorm wurde am 9. August 1821 in Nikolsburg (Mähren) als Sohn des jüdischen Kaufmanns Christian Landesmann geboren. Mit 15 Jahren ertaubte er nach langer Krankheit und musste sein Musikstudium aufgeben. Als Schriftsteller siedelte er nach Berlin und später nach Dresden über. Sein erstes Werk veröffentlichte er 1843: Abdul. 1856 heiratete er. Knapp 25 Jahre später, 1881, verlor er sein Augenlicht, nachdem er etliche Jahre zuvor nur noch schlecht sehen konnte. Um sich mit seinen Mitmenschen verständigen zu können, stellte er sein Lorm-Alphabet zusammen. 1873 zog es ihn nach Dresden, von wo er 1892 nach Brünn weiterzog. Seinen Lebensabend verbrachte er dort bei seinen Kindern, wo er 81-jährig am 3. Dezember 1902 starb.

Im Jahr 1956 wurde in Wien Floridsdorf (21. Bezirk) der Lormweg nach ihm benannt.

Das Lorm-Alphabet wurde erst nach Landesmanns Tod von seiner Tochter veröffentlicht.

Lorms Schwester Nina Landesmann war seit 1849 mit dem Schriftsteller Berthold Auerbach verheiratet.

Werke[Bearbeiten]

  • Abdul, 1843
  • Wien's Poetische Schwingen und Federn, Wien 1847
  • Gräfenberger Aquarelle, Berlin 1848
  • Erzählungen des Heimgekehrten, Prag 1851
  • Ein Zögling des Jahres 1848, Wien 1855
  • Am Kamin, Berlin 1856
  • Intimes Leben, 1860
  • Novellen, Wien 1864
  • Gedichte, Hamburg 1870
  • Philosophisch-Kritische Streifzüge, Berlin 1873
  • Geflügelte Stunden. Leben, Kritik, Dichtung, Leipzig 1875
  • Hieronymus Napoleon (Drama), 1875
  • Das Forsthaus (Drama), 1875
  • Die Alten und die Jungen (Drama), 1875
  • Der Naturgenuss. Eine Philosophie der Jahreszeiten, Berlin 1876
  • Neue Gedichte, Dresden 1877
  • Todte Schuld, Stuttgart 1878
  • Späte Vergeltung, Hamburg 1879
  • Der Ehrliche Name, Dresden 1880
  • Ausserhalb der Gesellschaft, 1881
  • Der Abend zu Hause, Berlin, A. Hofmann 1881
  • Wanderer's Ruhebank, Leipzig 1881
  • Ein Kind des Meeres, Dresden 1882
  • Ein Schatten aus Vergangenen Tagen, Stuttgart 1882
  • Der Fahrende Geselle, Leipzig 1884
  • Natur und Geist im Verhältnis zu den Kulturepochen, Teschen 1884
  • Vor dem Attentat, Dresden 1884
  • Die Schöne Wienerin, Jena 1886
  • Auf dem Einsamen Schlosse, 1887
  • Das Leben Kein Traum, Breslau 1887
  • Die Muse des Glücks und Moderne Einsamkeit, Dresden 1893
  • Der grundlose Optimist (Essay), Wien 1894
  • Meditationen über Lyrik, 1877 (aus: Deutsche Dichterhalle)

Briefe[Bearbeiten]

  • Ausgewählte Briefe. Eingeleitet u. hrsg. von Ernst Friedegg. Berlin: Siegismund, 1912.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Hieronymus Lorm – Quellen und Volltexte