Hiroshi Yamauchi

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Hiroshi Yamauchi (jap. 山内 溥, Yamauchi Hiroshi; * 7. November 1927 in Kyōto; † 19. September 2013 ebenda) war ein japanischer Unternehmer. 1949 übernahm er die Leitung des japanischen Familienunternehmens Nintendo, dessen dritter Präsident er war. Das anfänglich ausschließlich Spielkarten herstellende Unternehmen wuchs unter Yamauchis Leitung ab den 1980er Jahren zu einem der größten Videospielkonzerne. Nach über 50 Jahren an der Konzernspitze trat Yamauchi 2002 zurück und ernannte Satoru Iwata zu seinem Nachfolger. Bis zu seinem Tod blieb Yamauchi als Berater des Konzerns tätig.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Hiroshi Yamauchi wurde am 7. November 1927 in Kyoto als Sohn von Shikanojo Yamauchi (geborener Inaba) und Kimi Yamauchi geboren. Kimis Vater Sekiryo Yamauchi hatte damals die Leitung des 1889 von Hiroshis Urgroßvater Fusajiro Yamauchi gegründeten Familienunternehmen Nintendo inne, das einer der bedeutendsten japanischen Hersteller von Spielkarten war.[1]

Shikanojo verließ seine Familie noch während Hiroshis Kindheit. Daher ließ sich Kimi von ihm scheiden und Hiroshi wuchs bei seinen Großeltern auf.[2]

Wirken bei Nintendo[Bearbeiten]

1949 wurde Yamauchi Nintendos dritter Präsident und führte das Unternehmen zu großem weltweiten Erfolg. Unter seiner Führung entwickelte sich Nintendo von einem kleinen japanischen Spielkartenhersteller zur milliardenschweren Videospielfirma. Seine Nachfolge wurde 2002 von Satoru Iwata angetreten.

Sein Vermögen betrug 2008 geschätzte 7,8 Milliarden US-Dollar.[3] Auf der Liste der reichsten Menschen der Welt des Forbes Magazine erreichte er 2003 Platz 75, 2005 den 401. Platz und 2007 den 149. Platz. Im Jahr 2008 wurde er laut Forbes durch die hohen Verkaufszahlen der Spielekonsole Wii zum reichsten Mann Japans.[4] Noch 2013 war Yamauchi der größte Nintendo-Aktienbesitzer mit einem Anteil von 10 %.[5] Einem Nintendo-Finanzbericht zufolge fungierte er als Berater für das Unternehmen.[6]

Am 19. September 2013 verstarb Yamauchi 85-jährig in einem Krankenhaus nach Komplikationen, ausgelöst durch eine Lungenentzündung.[7] Er war verheiratet und hatte drei Kinder.

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Sheff: Game Over. How Nintendo Zapped an American Industry, Captured Your Dollars, and Enslaved Your Children. Random House, New York 1993, ISBN 0-679-40469-4.
  •  Florent Gorges, Isao Yamakazi: The History of Nintendo. 1889-1980 From playing-cards to Game & Watch. Pix'N Love, 2012, ISBN 978-2918272151.
  •  Osamu Inoue: Nintendo Magic. Winning the Videogame Wars. Vertical, 2010 (Originaltitel: Nintendou: "Odoroki" o umu houteishiki, übersetzt von Paul Tuttle Starr), ISBN 978-1934287224.
  •  Steven L. Kent: The Ultimate History of Video Games. From Pong to Pokémon and Beyond – The Story Behind the Craze That Touched Our Lives and Changed the World. Prima & Three Rivers, Roseville, New York 2001, ISBN 0-7615-3643-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gorges, Yamakazi, S. 21 f.
  2. Gorges, Yamakazi, S. 22
  3. Forbes Magazine: Japan's Richest: #1 Hiroshi Yamauchi. 7. Mai 2008.
  4. Forbes Magazine: Japan's 40 Richest. 7. Mai 2008.
  5. http://www.nintendo.co.jp/ir/en/stock/information/
  6. http://www.nintendo.co.jp/ir/pdf/2013/annual1303e.pdf
  7. Longtime Nintendo President Dies Aged 85