Hobrechtsfelde

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Denkmalgeschützter Kornspeicher in Hobrechtsfelde, seit 2013 Besucherzentrum

Hobrechtsfelde ist ein Wohnplatz im Westen der Gemeinde Panketal und gehört zum Ortsteil Zepernick. Hobrechtsfelde hat ungefähr 150 Einwohner.

Reste von Anlagen der Verrieselung Berliner Abwässer südl. Hobrechtsfelde

Geschichte[Bearbeiten]

Das Stadtgut Hobrechtsfelde, benannt am 3. August 1908 nach James Hobrecht, wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts ursprünglich zur Bewirtschaftung der Berliner Rieselfelder erbaut. Die Baugenehmigung wurde am 26. September 1906 erteilt. Bereits 1911 erhielt Hobrechtsfelde auch eine eigene einklassige Schule, der eine Lehrerwohnung zugeordnet war. Seit den 20er Jahren waren in Spitzenzeiten der Saison weit über 300 Menschen in den Gutseinrichtungen beschäftigt.

In den Jahren 1954/55 und 1958/60 wurden mehrere Wohngebäude errichtet, die die Lücke zwischen dem Dorfzentrum an Teich und Festwiese und dem alten Gut schlossen.

1985 erfolgte die Außerbetriebnahme der Rieselfelder und damit auch das Ende der Abwasserentsorgung um Hobrechtsfelde, Reste der Anlagen findet man vor allem südlich und nordöstlich des Ortes im Gelände.

Seit dem 1. Januar 2010 gehören die Wohnhäuser Hobrechtsfeldes zur Bremer Höhe mit Sitz in Berlin-Prenzlauer Berg.

Aussichtspunkt am Großen Reinigungsteich

Hobrechtsfelder Rieselfelder[Bearbeiten]

Seit 1875 wurden auch im Norden Berlins, so zwischen Berlin-Buch und Schönwalde, Berliner Abwässer verrieselt. Man nutzte diese Art der Düngung vor allem für den Gemüseanbau und versorgte den Norden Berlins, besonders die Bucher Krankenhäuser, mit landwirtschaftlichen Produkten.

Seit 1985 liegen die Rieselfelder um Hobrechtsfelde ungenutzt brach. Nun entsteht in dem Gebiet, wo rund 100 Jahre lang das Berliner Abwasser verrieselt wurde, nach und nach ein Erholungsgebiet für Menschen sowie ein Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen.

Reste der Wirtschaftsbahn Hobrechtsfelde
Bodenfund einer Lore der Wirtschaftsbahn Hobrechtsfelde

Hobrechtsfelder Wirtschaftsbahn[Bearbeiten]

Kaum befestigte Straßen und fehlende Verkehrsmittel führten zum Ausbau eines Feldbahnnetzes für den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Ab 1906 wurde ein bis zu 60 km langes, mit Pferden betriebenes Streckennetz mit Spurweite 600 mm geschaffen.[1] Kleinere Teilstrecken konnten nach Bedarf wie etwa in der Erntezeit schnell verlegt und wieder abgebaut werden. Die Feldbahn hatte in Rüdnitz und Berlin-Buch Anschluss an die Berlin-Stettiner Eisenbahn und in Blankenfelde an die Niederbarnimer Eisenbahn.

In Hobrechtsfelde findet man, vor allem auf der Hobrechtsfelder Dorfstrasse, noch einige Reste dieser Wirtschaftsbahn. Parallel zur Straße verläuft der Rad- und Skaterweg auf der ehemaligen Bahn-Trasse.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hochseilklettergarten in Hobrechtsfelde

Hochseilklettergarten[Bearbeiten]

Seit Juli 2006 befinden sich in Hobrechtsfelde auf knapp 17.000 m² ein Hochseilklettergarten mit 23 Übungselementen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, ein Blockhaus und Nebenflächen für Sport und Spiel. Im Mai 2009 wurde der Klettergarten mit neuem Betreiber mit einem Familienfest neu eröffnet. Mit zusätzlichen Investitionen von 30.000 € wurde die Anlage um einige Elemente erweitert.

Besucherzentrum Gut Hobrechtsfelde[Bearbeiten]

Am 14. April 2013 wurde auf dem Gelände des alten Gutshofes das Besucherzentrum Gut Hobrechtsfelde eröffnet. Kern des Zentrums ist eine Ausstellung im ersten Obergeschoss des Kornspeichers, der damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. In der Ausstellung wird die Landschaft des Naturparks Barnim, die Geschichte von Hobrechtsfelde sowie der Berliner Abwasserbehandlung und des dazu ab 1869 errichteten Radialsystems präsentiert. Der Kornspeicher ist bis unter das Dach begehbar, von wo aus die umgebende Landschaft gut zu beobachten ist. Daneben gibt es auf dem Gelände eine Schaugehege und einen Themenspielsplatz sowie einen Imbiss.[2]

Sommernachtskino[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren findet in Hobrechtsfelde regelmäßig ein Sommernachtskino statt, das sich mit rund 1000 Besuchern (Stand 2009) etabliert hat.

Waldweide[Bearbeiten]

Das mit 850 Hektar Waldfläche größte deutsche Waldweideprojekt startete 2011. Auf abgezäunten Flächen der ehemaligen Rieselfelder weiden etwa 120 Rinder und 80 Konik-Pferde in halboffener Waldlandschaft.

Steine ohne Grenzen[Bearbeiten]

In und um Hobrechtsfelde befindet sich seit 2001 eine der Skulpturenlinien des Projekts Steine ohne Grenzen, das seinerseits Teil der vom jüdischen Bildhauer Otto Freundlich erträumten Straße des Friedens ist. Auf etwa 15 Kilometern Wald- und Feldwegen stehen 114 Skulpturen, die von 2001 bis 2012 in fünf Symposien im Bucher Forst geschaffen wurden. Die Initiatoren sind die Bildhauerin Silvia Fohrer und der Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hobrechtsfelde. Denkmal für die Feldbahn
  2. Besucherzentrum Gut Hobrechtsfelde im Naturpark Barnim eröffnet. Bundesamt für Naturschutz, 14. April 2013
  3. Homepage von Steine ohne Grenzen, abgerufen am 1. Dezember 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hobrechtsfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien