Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“
Die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg ist eine staatliche Kunst- und Filmhochschule mit Promotionsrecht im größten Potsdamer Stadtteil Babelsberg. Sie ist heute die einzige Kunsthochschule des Landes Brandenburg und die älteste und größte Filmhochschule in Deutschland.[1] Zusammen mit den Filmstudios Babelsberg liegt sie inmitten der so genannten Medienstadt Babelsberg. Rektor bzw. Präsident der Hochschule ist seit 1995 Dieter Wiedemann. Die Hochschule wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet und 1969 in Hochschule für Film und Fernsehen der DDR umbenannt. Im Jahr 1985 erhielt sie den Namenszusatz nach dem Regisseur Konrad Wolf.
Neueste Bestrebungen der Hochschulleitung zielen auf eine Überführung der HFF in eine Universität ab, möglicher Name ist Filmuniversität Babelsberg. Im Oktober 2010 konstituierte sich zu diesem Zweck ein Gründungskuratorium, welches der Hochschulleitung sowie dem Akademischen Senat bei der Realisierung der mit der Umwandlung verbundenen Aufgaben berät und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eine Entscheidungsvorlage zu den Konditionen der Umwandlung unterbreiten wird.[2] Neben der Aufwertung zum Universitätsrang konkretisieren sich auch die räumlichen Ausbaupläne. So ist die Erweiterung des Hochschulgebäudes durch einen Anbau auf der Nordseite inklusive eines neuen Mensabereichs in der Planungs- und Finanzierungsphase.[3]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Studiengänge
- Animation (Diplom/BA)
- Cinematography (BA)
- Digitale Medienkultur (BA)
- Drehbuch/Dramaturgie (Diplom/BA)
- Film- und Fernsehproduktion (Diplom/BA)
- Montage (BA)
- Filmmusik (Diplom)
- Regie (BA)
- Film- und Fernsehregie (Diplom)
- Schauspiel (BA)
- Kamera (Diplom)
- Sound (BA)
- Szenografie (Diplom/BA)
- Ton (Diplom)
- Medienwissenschaft (MA)
- Digitale Medienkultur (BA)
- Filmmusik (MA)
[Bearbeiten] Besonderheiten
Der Studiengang Medienwissenschaften ist der am stärksten forschungsorientierte HFF-Studiengang, hat Promotionsrecht (Dr. phil.) und umfasst akademische Grundlagenforschung und anwendungsbezogene Forschung, die die künstlerische Praxis reflektiert. Das beinhaltet Medienanalyse, Rezeptionsästhetik, Medienkonzeption und -planung, Kultur- und Eventmanagement, Programmplanung und -entwicklung in audiovisuellen Medien, Beratung von Produktion und Distribution von audiovisuellen Medien, publizistische, redaktionelle und konzeptionelle Tätigkeiten, Konzeption und Planung von Bildungs- und Weiterbildungsangeboten mit Medienunterstützung, sowie Hochschullehre und -forschung.[4]
Die Studierenden des Studiengangs Medienwissenschaften organisieren jedes Jahr das größte Studentenfilmfest Europas, sehsüchte, welches im April im Hochschulgebäude und dem Arthousekino Thalia am S-Bahnhof Babelsberg stattfindet.[5]
Seit 2012 bietet die Hochschule den Studiengang Digitale Medienkultur an.
Die HFF als eine der vier staatlichen Schauspielschulen Ostdeutschlands bildet in ihrem Studiengang Schauspiel auf der Grundlage fundierter Theaterausbildung als einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum auch explizit für den Bereich der medienspezifischen Darstellung aus.[6][7] Neben der Mitwirkung an Film- und Fernsehproduktionen stehen die Schauspielstudierenden zudem durch die seit langem existierende Kooperation mit dem Hans Otto Theater Potsdam bereits während des Studiums an einem Stadttheater auf der Bühne.[8]
Die HFF ist mit ihrem Studiengang Schauspiel Mitglied in der Ständigen Konferenz Schauspielausbildung (SKS).[9]
Die Studiengänge Filmmusik und Ton kooperieren miteinander und arbeiten beide unter anderem mit dem im Filmstudio Babelsberg ansässigen Deutschen Filmorchester Babelsberg zusammen.[10]
Für die Erweiterung von Forschung, Lehre und Weiterbildung sowie zur Profilierung ihrer nationalen und internationalen Kooperationen hat die HFF Institute gebildet. Zu diesen zählen die In-Institute Institut für künstlerische Forschung (IKF) und Filmmuseum Potsdam (FMP). Zu den organisatorisch wie rechtlich eigenständigen An-Instituten zählen das Erich Pommer Institut gGmbH (EPI) und das Institut für Berufsforschung und Unternehmensplanung Medien E.V. (IBF).[11][12]
[Bearbeiten] Hochschulleitung
[Bearbeiten] Rektoren
- 1954–1964: Kurt Maetzig
- 1964–1969: Konrad Schwalbe
- 1969–1973: Lutz Köhlert
- 1973–1980: Peter Ulbrich
- 1980–1986: Konrad Schwalbe
- 1986–1990: Lothar Bisky
- 1990–1995: Wolf-Dieter Panse
- seit 1995: Dieter Wiedemann (seit Mai 2000: Präsident)
[Bearbeiten] Bekannte Lehrer
[Bearbeiten] Bekannte Absolventen
[Bearbeiten] Bekannte Filme
- 2005: Netto
- 2005: Der irrationale Rest
- 2005: Neun Szenen
- 2006: Berliner Reigen
- 2007: Am Ende kommen Touristen
- 2009: Our wonderful nature
- 2010: Topper gibt nicht auf
- 2010: Barriere
- 2010: Nach Klara
- 2010: Renn, wenn Du kannst
- 2011: Drei Zimmer, Küche, Bad
- 2011: Kriegerin
[Bearbeiten] Sonstiges
2011 stiftete die HFF einen Ehrenpreis für besondere künstlerische und wissenschaftliche Leistungen. Erster Preisträger war Jürgen Böttcher als erfolgreicher Absolvent der Hochschule "für herausragende internationale Erfolge im Film und der Malerei, für künstlerische Freiheit und politische Verantwortung".
[Bearbeiten] Weblinks
- Die offizielle Internetseite der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“
- Selbstdarstellung des HFF-Studienganges Schauspiel
- Die offizielle Internetseite der sehsüchte (Internationales Studentenfilmfestival)
- Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" auf filmportal.de
- Deutsche Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg bei der DEFA-Stiftung
[Bearbeiten] Belegangaben
- ↑ Peter C. Slansky: Filmhochschulen in Deutschland. Geschichte - Typologie - Architektur. edition text + kritik, München, 2011. ISBN 978-3-86916-116-7
- ↑ HFF Potsdam, Pressemitteilungen, http://www.hff-potsdam.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ PNN, http://www.pnn.de/potsdam/571171/ (aufgerufen am 29. August 2011)
- ↑ HFF Potsdam, http://www.hff-potsdam.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ Eigendarstellung der ’’sehsüchte’’, http://www.sehsuechte.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ HFF Potsdam, http://www.hff-potsdam.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ HFF Potsdam Studiengang Schauspiel, http://www.hff-schauspiel.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ HFF Potsdam, Partnerschaften, http://www.hff-potsdam.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ SKS, Mitgliedsinstitute, www.theatertreffen.com (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ HFF Filmmusik, http://filmmusik.hff-potsdam.de (aufgerufen am 1. März 2011)
- ↑ HFF Potsdam, Institute, http://www.hff-potsdam.de (aufgerufen am 15. Oktober 201)
- ↑ IBF Medien, An-Institut der HFF, http://www.ibf-institut.de (aufgerufen am 15. Oktober 201)
52.3885313.11791Koordinaten: 52° 23′ 19″ N, 13° 7′ 4″ O