Universität Potsdam

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Universität Potsdam
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Gründung 1991
Trägerschaft staatlich
Ort Potsdam
Bundesland Brandenburg
Staat Deutschland
Präsident Oliver Günther
Studenten 19.972 (WS 2013/14)[1]
Mitarbeiter 3.983[2]
davon Professoren 266[2]
Jahresetat 101,1 Mio. EUR[3]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-potsdam.de
Der Standort Neues Palais im westlichen Teil des Parks Sanssouci (Luftbild 2008)
Wahrzeichen der Universität Potsdam: Communs am Campus Neues Palais (Häuser 9 und 11)

Die Universität Potsdam ist eine Universität in Potsdam, die sich dort als eine von vier Hochschulen auf vier Standorte verteilt. Sie ist die größte Hochschule im Lande Brandenburg.

Die Universität Potsdam hatte im Wintersemester 2013/2014 19.772 Studierende.[4] Sie ist Preisträgerin des Wettbewerbs „Exzellenz in der Lehre“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Universität Potsdam ist am 15. Juli 1991 durch das Gesetz über die Hochschulen des Landes Brandenburg als Nachfolgerin der Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam (vormals Pädagogische Hochschule „Karl Liebknecht“, von 1948 bis 1951: Brandenburgische Landeshochschule) und der Hochschule für Recht und Verwaltung Potsdam-Babelsberg (vormals Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“) neu gegründet worden. Daher liegt auch heute noch ein Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung. Gründungsrektor war der Chemiker und spätere Landesverfassungsrichter Rolf Mitzner. Der Campus der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit in Golm gehört heute ebenfalls zur Universität Potsdam und beherbergt die Humanwissenschaftliche und Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät.

Im Oktober 2009 wurde sie als eine von zehn Fachhochschulen und Universitäten für exzellente Lehre ausgezeichnet und erhielt vom Stifterverband und von der Kultusministerkonferenz dafür ein Preisgeld von einer Million Euro, obwohl einer ihrer Professoren ein Buch Universal Algebra and Applications in Theoretical Computer Science veröffentlichte, gegen das Plagiatsvorwürfe erhoben wurden.[5][6][7]

Rektoren/Präsidenten[Bearbeiten]

Standorte[Bearbeiten]

Die Universität Potsdam gliedert sich in folgende drei Universitätskomplexe (I–III):[9][10]

  • Universitätskomplex I Am Neuen Palais: Der zentrale Campus der Universität mit dem Auditorium maximum liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Park Sanssouci. In den Communs, den repräsentativen Nebengebäuden des Neuen Palais, befinden sich einige Institute der Philosophischen Fakultät. Die Barockbauten aus dem 18. Jahrhundert, die mit ihren Freitreppen, Säulengängen, Kuppeln und reichen Verzierungen den einstigen Zweck als Wirtschaftsgebäude des Schlosses nicht erkennen lassen, beherbergen heute Präsidium und Verwaltung der Universität. Auch die Sportwissenschaft und Sportmedizin sowie das Institut für Mathematik sind auf dem Campus Am Neuen Palais zu finden.
  • Universitätskomplex II Golm: Die meisten Institute der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und die Humanwissenschaftliche Fakultät sind in Potsdam-Golm beheimatet, wo mit dem Bau moderner Forschungsgebäude einer der größten Wissenschaftsparks der Region entstanden ist. Drei Max-Planck- und zwei Fraunhofer-Institute sowie das Gründerzentrum GO:IN haben sich hier angesiedelt.
  • Universitätskomplex III Babelsberg am Griebnitzsee: Der Campus Griebnitzsee an der Stadtgrenze zu Berlin, unweit der traditionsreichen Babelsberger Filmstudios ist Sitz der Juristischen und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Auch das Institut für Informatik hat hier seinen Standort und profitiert von der Nähe zum Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, einem vollständig privat finanzierten An-Institut der Universität Potsdam.

Weitere Universitätsstandorte:

  • Maulbeerallee: Botanischer Garten. Lehr- und Forschungseinrichtung des Instituts Biologie. Ausbildung im Fach Botanik.
  • Karl-Marx-Straße in Babelsberg: Einige repräsentative Villen werden von den Wirtschaftswissenschaften genutzt für Verwaltung und Seminare
  • Gutenbergstraße: Seminare und Übungen zur erziehungswissenschaftlichen Ausbildung für Lehramtsstudiengänge.

Historische Gebäude[Bearbeiten]

Campus Neues Palais: Haus 8

Einige Teile der Universität sind in historischen Gebäuden untergebracht, die teilweise sogar ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden. So befindet sich im Park Sanssouci, am Neuen Palais, die Bereichsbibliothek und das Historische Institut in einem Teil der Communs, sowie unter anderem das Institut für Germanistik in den ehemaligen Marställen.

Auch die Geschichte der anderen Standorte, Babelsberg und Golm, ist von historischem Interesse. Die ältesten Gebäude der Golmer Institute wurden in den 1930er-Jahren für die „Luftnachrichtenabteilung Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ gebaut. In den Kasernen wurden Soldaten für das SS-Griechenlandcorps ausgebildet. Ab 1951 wurden dort an der neugegründeten Juristischen Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit Kader für die Staatssicherheit ausgebildet.

Die heutige Juristische Fakultät und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität sind im ehemaligen Präsidial- und Verwaltungsgebäude des Deutschen Roten Kreuzes (1939/1940) in Babelsberg/Griebnitzsee untergebracht. Weitere Hörsäle und Gebäude wurden in den 1950er-Jahren unmittelbar hinter dem Schloss Babelsberg für die Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR errichtet.

Zukünftige Ausbaupläne[Bearbeiten]

Neubau der Universität Potsdam am Standort Golm
Campus Babelsberg: Haus 1
Hörsaalgebäude des Hasso-Plattner-Instituts

Im Zuge der Forderung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Universitätsstandort Babelsberg müsse aus dem Babelsberger Park weichen, ist die Universität Potsdam bemüht, andere Standorte zu erschließen. So wurde und wird seit dem Jahr 2000 der Standort Golm durch mehrere Neubauten erweitert, an dem sich der Kern der Naturwissenschaften angesiedelt hat. Nach dessen endgültigem Umzug wurden die Geisteswissenschaften im Wesentlichen aus Golm abgezogen und nutzen den freigewordenen Platz am Neuen Palais. Gefördert wird das Projekt der Standortverschiebung durch die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland. Das Land Brandenburg beteiligt sich finanziell nur gering.

Fakultäten[Bearbeiten]

Die Universität Potsdam gliedert sich in fünf Fakultäten. Trotz ihrer relativen Größe bietet die Universität Potsdam einen Fächerkanon, der nicht den Ansprüchen einer klassischen Volluniversität genügt. So fehlt neben einer medizinischen Ausbildung auch ein breiteres Angebot an angewandten Naturwissenschaften oder ingenieurwissenschaftlich oritentierten Studiengängen.

Das Lehrangebot der Juristischen Fakultät umfasst die Grundlagen- und Pflichtfächer für die Ausbildung zum Volljuristen. Dazu gehören das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht. Schwerpunktthemen in Forschung und Lehre sind in Potsdam die Grundlagen des Rechts, die Zivilrechtspflege, Wirtschaftsrecht, Internationales Recht, die Öffentliche Verwaltung sowie das Wirtschafts-, Steuer- und Umweltstrafrecht. Weitere Aus- und Fortbildungsveranstaltungen bieten für den kommunalen Bereich das Kommunalwissenschaftliche Institut und für die Internationalen Beziehungen das MenschenRechtsZentrum an.

Eine deutschlandweit besondere Einrichtung an der Potsdamer Juristischen Fakultät ist der Deutsch-Französische Studiengang Rechtswissenschaften, der in Kooperation mit der Universität Paris-Nanterre/La Défense durchgeführt wird. Neben einem Austauschprogramm bietet er den Studierenden die Gelegenheit, während ihrer ersten beiden Studienjahre an der Universität Potsdam zusätzlich zum deutsch-rechtlichen Standardstudium ein in sich abgeschlossenes Zusatzstudium des französischen Rechts zu absolvieren. Dieser Teil der Lehre wird von französischen Gastdozenten der Partneruniversität in französischer Sprache übernommen.

Die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg (sog. „Buttler-Kommission“ nach ihrem Vorsitzenden, dem Ökonom Friedrich Buttler) hatte im Sommer 2012 eine Konzentration der Ausbildung zur Ersten Juristischen Prüfung an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und die Zusammenlegung der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zu einer „staatswissenschaftlichen“ Fakultät empfohlen.[11] An dieser neuen Fakultät sollten im Bereich Rechtswissenschaft zwar Bachelor- und Masterabschlüsse, aber keine zum Ausbildungsziel Volljurist führende Ausbildung mehr angeboten werden. Diese Vorschläge der Hochschulstrukturkommission waren seit ihrer Veröffentlichung heftig umstritten. Mittlerweile hat die Landesregierung bekannt gegeben, dass die Juristenausbildung in Potsdam fortbestehen soll.[12] Die Fakultät hat ihrerseits angekündigt, ihr Studienangebot zukünftig um einen „Bachelor of Laws“ ergänzen zu wollen.

Die Philosophische Fakultät besteht aus den Instituten für Religionswissenschaft, Jüdische Studien, Philosophie, Geschichte, Klassische Philologie, Germanistik, Anglistik und Amerikanistik, Romanistik, Slavistik sowie Künste und Medien. Aus dem Fächerspektrum der Fakultät wurden die Themenkomplexe Mobilisierte Kulturen, Lebensformen/Lebenswissen sowie Regionalität und Identität in Europa als Schwerpunkte herausgehoben.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät besteht aus den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Politik, Verwaltung und Soziologie. Als weiterer Schwerpunkt wird derzeit der Bereich Innovation und Technologie entwickelt.

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam vereint unter ihrem Dach die Institute für Biochemie und Biologie, Chemie, Ernährungswissenschaft, Geographie, Erd- und Umweltwissenschaften, Informatik, Mathematik, Physik und Astronomie sowie den Botanischen Garten Potsdam. Besonders stark nachgefragt sind die Studiengänge Geoökologie, Geowissenschaften, Ernährungswissenschaft, Polymer Science und Softwaresystemtechnik.

Institute, Wissenschaftliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Neben den Fakultäten gibt es an der Universität Potsdam eine Reihe von An-Instituten, Kollegs und Forschungszentren.

An-Institute[Bearbeiten]

  • Das Abraham Geiger Kolleg ist das erste Rabbinerseminar in Zentraleuropa nach der Shoah. Als 1942 die Nationalsozialisten die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin schlossen, endete damit eine Ära, die mit Abraham Geiger ihren Anfang genommen hatte. 1836 hatte er die Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät gefordert, um sich im Geist akademischer Freiheit der jüdischen Tradition zu widmen. Das Abraham Geiger Kolleg hat es sich zum Ziel gesetzt Rabbinerinnen und Rabbiner für jüdische Gemeinden in Zentral- und Osteuropa auszubilden. Neben der Rabbinatsausbildung absolvieren die Anwärter ein reguläres Studium, das im umfassenden Lehrplan des Kollegiums Jüdische Studien an der Universität Potsdam verankert ist. Nach Abschluss des Studiums und mit Befürwortung von Supervisoren, Mentoren und Lehrgemeinden empfiehlt das Rabbinerkollegium die Anwärter zur Ordination. Danach erfolgt die Smicha.
  • Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung GmbH
  • Evangelisches Institut für Kirchenrecht e.V.
  • Hasso-Plattner-Institut. Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) an der Universität Potsdam ist das bislang einzige völlig privat finanzierte Universitäts-An-Institut in Deutschland. Das Studium am HPI kann mit den international anerkannten Abschlüssen Bachelor (nach sechs Semestern) oder Master (nach weiteren vier Semestern) abgeschlossen werden. Das HPI kooperiert unter anderem mit dem Massachusetts Institute of Technology und der Stanford University. Neben seinen verschiedenen Instituten kooperiert das HPI auch mit dem Informatikinstitut der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und ermöglicht es Studenten über die jeweiligen Fachbereiche hinaus Kurse zu belegen. Zum Hasso-Plattner-Institut gehören weitere Institute und Zentren.
  • Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.V.
  • Johannes-Overath Institut e.V.
  • Kanonistisches Institut e.V.
  • Das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien ist als An-Institut der Universität Potsdam maßgeblich am Studiengang „Jüdische Studien/Jewish Studies“ beteiligt. Seine Forschungsinteressen gelten der Geschichte, Religion und Kultur der Juden und des Judentums in den Ländern Europas. Das Moses Mendelssohn Zentrum verfügt über eine umfassende und öffentlich zugängliche Spezialbibliothek, deren Bestand derzeit etwa 50.000 Bände umfasst.
  • Verein Weiterqualifizierung im Bildungsbereich e.V.

Wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungszentren[Bearbeiten]

  • KWI, Kommunalwissenschaftliches Institut der Universität Potsdam, welches der kommunalwissenschaftlichen Forschung, Lehre und Weiterbildung namentlich auf den Gebieten der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaft dient.
  • PCPM, Potsdam Centrum für Politik und Management, welches in der jüngsten Reputationsstudie der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft als eine der drei wichtigsten deutschen Universitäten und Forschungsstätten im Bereich Policy-Forschung und Verwaltungswissenschaft ausgezeichnet wurde.
  • Potsdam Transfer ist das Zentrum für Gründung, Innovation, Wissens- und Technologietransfer der Universität Potsdam.
  • Zentrum für Lehrerausbildung
  • MenschenRechtsZentrum
  • Netzwerk Studienqualität Brandenburg
  • Potsdam Research Institute for Multilingualism
  • William-James-Center

Unterstützende Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Das Sprachenzentrum bietet eine Vielzahl von Sprachen mit internationalen akkreditierten Hochschulzertifikat (UNIcert) für Studierende aller Fakultäten an.
  • Potsdam Graduate School
  • Career Service
  • ZEIK – Zentrale Einrichtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation
  • Zentrum für Hochschulsport
  • AStA
  • Studentenwerk Potsdam
Universitätsbibliothek[Bearbeiten]
Informations- und Kommunikationszentrum der Universität Potsdam – Bereichsbibliothek Golm

Die Universitätsbibliothek Potsdam (kurz: UB Potsdam) wurde 1991, kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der Gründung der Universität Potsdam gegründet und eröffnet. Dadurch wurden die Bestände der Vorgängereinrichtungen wie der Pädagogischen Hochschule Karl Liebknecht am Neuen Palais und der Babelsberger Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR in die UB Potsdam integriert.[13]

Rund 1,3 Millionen Bände, 2.850 gedruckte und über 8.000 elektronische laufende Zeitschriften sowie eine Vielzahl von E-Books und Datenbanken gehören dem Bestand der Universitätsbibliothek an. Dadurch gehört die UB Potsdam zu den mittelgroßen Universitätsbibliotheken in Deutschland.[13]

Kooperationsbeziehungen und Forschungsverbünde[Bearbeiten]

Die Universität Potsdam kooperiert auf Wissenschaftlicher und Beratender Ebene mit vielen Instituten. Hierzu gehören:

  • Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Forschungsstelle Potsdam
  • DESY Hamburg
  • DESY Zeuthen
  • Deutsches Institut für Ernährungsforschung
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
  • Einstein Forum Potsdam
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Golm
  • Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik/Institutsteil Medizinische Biotechnologie Golm
  • Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik
  • Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung
  • Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
  • Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum
  • Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik
  • Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung
  • Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
  • Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
  • Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
  • Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
  • Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
  • Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
  • Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie
  • Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
  • Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr
  • Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
  • Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin-Brandenburg e.V.
  • Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
  • ZukunftsAgentur Brandenburg

Darüber hinaus bestehen verschiedene Forschungsverbünde, zum Beispiel in der Exzellenzinitiative, im Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ so wie „Languages of Emotion“ mit Beteiligung der Universität Potsdam.

Studium und Studierende[Bearbeiten]

Mit Beginn des Wintersemesters 2009/2010 waren an der Universität Potsdam 20.332 Studierende immatrikuliert. Die meisten Studierenden sind in der Philosophischen Fakultät (5.978), und in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (5.771), eingeschrieben. Der Anteil der Frauen beträgt 59 % (11.949). Mehr als 2.000 Ausländer absolvieren an der Potsdamer Alma Mater ein Studium. Bis zum Jahr 2007 gab es einen flächendeckenden Numerus clausus an der Universität Potsdam. Dieser wurde nun für bestimmte Studienfächer aufgehoben. Im Wintersemester 2009/10 begannen 4.755 Studierende das Studium an der Universität Potsdam. Die Universität Potsdam erhebt keine Studiengebühren.

Rankings[Bearbeiten]

Die Universität Potsdam ist Preisträgerin des Wettbewerbs „Exzellenz in der Lehre“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz, der mit einer Million Euro dotiert ist. Im Oktober 2009 wurde sie als eine von zehn Fachhochschulen und Universitäten für exzellente Lehre ausgezeichnet[14] mit der Begründung, dass das Konzept der Universität auf die Professionalisierung der Lehre und die Weiterentwicklung der Evaluationsinstrumente abzielt.

An das CHE-Ranking 2011 angelehnt beschrieb der Tagesspiegel, dass die Universität Potsdam erneut schwache Noten im Fach Jura erhielt. Ferner wurde betont, dass die Uni in den Fächern Soziologie und Politikwissenschaften nur einen Platz in den Schlussgruppen belegt hat.[15]

Eine Reputationsstudie der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft zeichnet die Universität Potsdam im Bereich Policy-Forschung und Verwaltungswissenschaft als eine der drei wichtigsten deutschen Universitäten und Forschungsstätten aus. Die an der Universität Potsdam angebotenen Master- und Doktorandenprogramme gehören nach Einschätzung des Centrums für Hochschulentwicklung zur europäischen Spitzengruppe.[16]

Eine 2009 vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführtes Universitäts-Ranking „Vom Studenten zum Unternehmer – Welche Universität bietet die besten Chancen?“ verglich für 59 deutsche Universitäten die Angebote in der akademischen Gründungslehre und Unterstützung angehender Unternehmensgründer. Sieger des Rankings war in diesem Jahr die Universität Potsdam, die für sich 285 von 400 möglichen Punkten verbuchen konnte.[17]

Das Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam belegte einen ersten Platz im Bildungsranking des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes 2010. Die Alma Mater ist demnach die aktivste auf den Gebieten des Besuchs und der Ausrichtung entsprechender Bildungsveranstaltungen. Den Sieg trug sie in der Kategorie „Hochschulen mit mehr als 15.000 Studierenden“ davon.[18] Bei einem älteren CHE-Hochschulranking schnitt sie in den Sportwissenschaften bei drei der vier Indikatoren sehr gut ab, wobei sie in aktuelleren Beurteilungen in der Gesamtbewertung eher im Mittelfeld gerankt wird. Das Hasso-Plattner-Institut befand sich im Ranking von 2009 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) auf Rang 1 der Informatikstudiengänge im deutschsprachigen Raum, zusammen mit den Universitäten Karlsruhe, Saarbrücken und Passau.[19] Weitere Fächer wie beispielsweise Mathematik, Geschichte, Biologie, Physik schnitten im CHE-Hochschulranling deutlich schlechter, nämlich durchschnittlich bis teilweise auch unterdurchschnittlich ab.[20]

Studierendenvertretungen[Bearbeiten]

Die Studierenden werden über das Studierendenparlament, den Allgemeiner Studierendenausschuss und die Fachschaften direkt vertreten.

Studierendenparlament[Bearbeiten]

Das StuPa ist das höchste beschlussfassende Organ der Studierendenschaft. Dieser wird einmal im Jahr gewählt. Zu seinen Aufgaben gehören u. a.: Beratung über hochschulpolitische Probleme und Beschlussfassung über die grundlegenden Richtlinien der Arbeit der studentischen Selbstverwaltung, Festlegung der Referate und Wahl der Referentinnen und Referenten des Allgemeiner Studierendenausschuss sowie deren Kontrolle, Beschlussfassung über die Höhe der Studierendenbeiträge, Beschlussfassung über den Haushalt der Studierendenschaft, Wahl von Mitgliedern in universitären Gremien und Gremien des Studentenwerkes, sofern sie nicht durch Urwahl gewählt werden, Änderung der Satzung der Studierendenschaft und Beschluss über die Mitgliedschaft der Studierendenschaft in studentischen Organisationen sowie über die Partnerschaft mit anderen Studierendenschaften.[21]

Die Arbeit des Studierenden-Parlamentes findet in öffentlichen Sitzungen (Plenarsitzungen mit allen Mitgliedern) und in Arbeitskreisen beziehungsweise Kommissionen statt. Jeder Studierende kann Anträge zur Behandlung an das Studierendenparlament stellen.[22]

Sitzverteilung im 16. Studierendenparlament (Wahlen im Jahr 2013), insgesamt existieren 27 Sitze:

Wahlvorschlag Stimmen Stimmen in % Sitze
die Linke.SDS 838 17,1 5
Jump Up 786 16,0 4
JuSo Hochschulgruppe 773 15,8 4
Grüner Campus 757 15,5 4
BEAT - Bildung jetzt! 512 10,5 3
RCDS − Die Studentenunion 488 10,0 3
Shine UP 369 5,9 2
JuPlaNg 256 5,2 1
LHG 188 3,8 1

(Stand: Stupawahl 2013, die Wahlbeteiligung betrug 11,61 Prozent.)[23]

Allgemeiner Studierendenausschuss[Bearbeiten]

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) vertritt die Anliegen der Studierenden gegenüber der Universitätsleitung und der Landesregierung. Somit formuliert dieses Gremium die Interessen der Studierenden vor der Öffentlichkeit und der Politik. Des Weiteren ist das Gremium für vielerlei Serviceangebote verantwortlich. Der AStA wird vom Studierendenparlament für ein Jahr gewählt. Er ist das Exekutivorgan für das StuPa. Der Asta teilt sich dabei in maximal zehn Referate auf und kann zusätzlich Korreferate aufstellen.[24] Der XVII. Asta besitzt für die 16. Legislatur des Studierendenparlaments folgende Referatsstruktur: Antifaschismus, Antimilitarismus, Geschlechterpolitik, Hochschulpolitik, Kultur, Studentisches Kulturzentrum, Umwelt, Finanzen, Internationale Studierende, Soziales und Presse & Öffentlichkeitsarbeit.

Versammlung der Fachschaften[Bearbeiten]

Die Versammlung der Fachschaften (VeFa) setzt sich aus Vertretern aller Fachschaftsräte der Universität Potsdam zusammen und dient der Koordinierung der Fachschaften untereinander und mit anderen Organen der Studierendenschaft. Zu ihren Aufgaben gehören dabei u.a. die Verwaltung eines eigenen Projektmittelfonds zur Förderung gemeinsamer Projekte mehrerer Fachschaften und die Festlegung eines Verteilungsschlüssels über die finanziellen Mittel der Fachschaften. [25] Änderungen an der Satzung der Studierendenschaft müssen von der Versammlung der Fachschaften mit einer Zweidrittelmehrheit bestätigt werden, wenn diese Änderungen die Fachschaften oder die Versammlung der Fachschaften direkt betreffen. Sitzungen finden während der Vorlesungszeit in der Regel monatlich statt. Die ständige Vertretung der Versammlung der Fachschaften ist ihr Präsidium, welches zu Beginn des Wintersemesters für ein Jahr gewählt wird.

Profil- und Exzellenzbereiche[Bearbeiten]

Seit ihrem Bestehen wurde der Universität Potsdam wurden auf acht Profilfeldern wie einem Exzellenzbereich die universitären Kompetenzen gebundelt:

  • Modernes Regieren – Profilbereich Politik, Verwaltung und Management
  • Modelle des Denkens – Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften
  • Die Erde im Blick – Profilbereich Erdwissenschaften
  • Die Zukunft des Ökosystems – Profilbereich Funktionelle Ökologie und Evolutionsforschung
  • Innovationsfeld Pflanze – Profilbereich Pflanzengenomforschung und Systembiologie
  • Materialien für die Welt von morgen – Profilbereich Funktionale Weiche Materie
  • Die Ordnung im Chaos – Profilbereich Komplexe Systeme
  • Im Dialog – Profilbereich Kulturelle Begegnungsräume
  • Lernen lebenslang – Profilbereich Empirische Bildungswissenschaften

Weiterbildung[Bearbeiten]

Neben dem Angebot an grundständigen Studiengängen im Bachelor- und Masterbereich werden folgende Studiengänge als Weiterbildungen angeboten:

  • Executive Master of Public Management (in Kooperation mit der Hertie School of Governance)
  • Master of Public Management
  • Master of European Governance and Administration
  • Master of Economics and Business
  • MBA InfoTech
  • MBA BioMedTech
  • MBA InnoTech
  • Schulmanagement (M.A.)

Die postgradualen Studiengänge sind akkreditiert.

Internationale Beziehungen und Partnerschaften[Bearbeiten]

In Kooperation mit den Berliner Universitäten können im Rahmen des Curriculums des jeweiligen Studienganges auch Kurse an den kooperierenden Universitäten belegt werden, so zum Beispiel an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und Freien Universität Berlin.

Englischsprachige Programme[Bearbeiten]

Es gibt eine Anzahl an Bildenden und Weiterbildenden Studiengängen die teilweise, größtenteils oder ganz auf Englisch angeboten werden. Komplett auf Englisch werden folgende angeboten:

  • Anglophone Modernities in Literature and Culture (M.A.)
  • European Master in Clinical Linguistics (EMCL)
  • Executive Master of Public Management (EMPM)
  • Master in Polymer Science
  • Master’s Program in Public Policy and Management (PPM)
  • Master National and International Administration (MANIA)
  • Master of Global Public Policy (MGPP)
  • Master of Public Management (MPM)
  • International M.Sc. /Ph.D. Program for Experimental and Clinical Linguistics (IECL)
  • International Master/Ph.D. Program Clinical Exercise Science (CES)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Potsdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesamtübersicht der Studierendenzahlen, Stand 19. November 2013 (PDF)
  2. a b Statistiken/Zahlen über die Universität: Personal/Stellen (Deutsch) Universität Potsdam. Abgerufen am 20. April 2010.
  3. Aktuelle Daten der Universität Potsdam (Deutsch) Universität Potsdam. Abgerufen am 10. April 2014.
  4. Universität Potsdam, Dezernat1: Gesamtübersicht der Studierendenzahlen
  5. Wettbewerb exzellente Lehre
  6. Abrechnung im Netz, Die Zeit, 14. Mai 2010.
  7. Plagiarism or „naturally given“ ? Decide for yourself …
  8. Neuer Präsident an der Universität Potsdam
  9. Zentrale Adressen – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 16. Juni 2011
  10. Karte der Universitätsstandorte – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 23. Dezember 2009
  11. Siehe die Seiten 82-91 des Abschlussberichts der Hochschulstrukturkommission, abrufbar unter http://www.mwfk.brandenburg.de/sixcms/detail.php/555458
  12. Siehe hierzu die Zusammenstellung der Presseartikel auf der Website der Juristischen Fakultät unter http://www.jura.uni-potsdam.de/zukunft/
  13. a b uni-potsdam.de: Universitätsbibliothek Potsdam. Zugriff: 10. April 2009
  14. Wettbewerb exzellente Lehre
  15. Neues Ranking Die Lehre lahmt an Berliner Unis
  16. Werner Jann erfolgreich bei Reputationsstudie
  17. Uni-Ranking 2009: Universität Potsdam deutschlandweit führend im Bereich der akademischen Gründungsförderung
  18. Universität Potsdam konnte sich im Bildungsranking des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes erfolgreich durchsetzen
  19. CHE-Ranking: Hasso-Plattner-Institut belegt ersten Platz
  20. CHE Hochschulranking 2011/12
  21. Aufgaben des Stupa Universität Potsdam. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  22. Arbeit des Stupa Universität Potsdam. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  23. Stupawahlen 2012 Universität Potsdam. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  24. XVI. Asta 2012. Abgerufen am 5. Juni 2013.
  25. Satzung der Studierendenschaft der Universität Potsdam. Abgerufen am 1. Juli 2014.

52.40111111111113.011944444444Koordinaten: 52° 24′ 4″ N, 13° 0′ 43″ O