Hotchkiss M201

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Hotchkiss
Restaurierter Hotchkiss M201 in der Lackierung der Circulation Routière

Restaurierter Hotchkiss M201 in der Lackierung der Circulation Routière

M201
Produktionszeitraum: 1955–1966
Klasse: Geländewagen
Karosserieversionen: Kübelwagen
Motoren: Ottomotor:
2,2 Liter (44 kW)
Länge: 3370 mm
Breite: 1580 mm
Höhe: 1302-1772 mm
Radstand: 2032 mm
Leergewicht: 1160 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Hotchkiss M201 war der leichte, allradgetriebene Standard-Geländewagen der französischen Armee von der Nachkriegszeit bis in die 1980er-Jahre. Er ist nahezu baugleich mit dem amerikanischen Willys MB / Ford GPW des Zweiten Weltkrieges. In Frankreich wird das Fahrzeug meist einfach als La Jeep bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der M201 verfügt über eine konventionelle Konstruktion mit Leiterrahmen und zwei durch Blattfedern aufgehängten Starrachsen. Der 4-Zylinder-Ottomotor (der sogenannte Willys Go Devil Motor) ist vorn, das Getriebe und das Verteilergetriebe mittig angebracht. Die Karosserie ist offen, ohne Türen, verfügt in der Standardversion über vier Sitzplätze und hat ein abnehmbares Verdeck. Die Windschutzscheibe kann nach vorn auf die Motorhaube abgeklappt werden.

Im Straßenbetrieb wird die Hinterachse angetrieben, die Vorderachse ist für den Geländebetrieb zuschaltbar. Das Getriebe verfügt über drei Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Für den Geländebetrieb ist eine Untersetzung zuschaltbar. Der M201 hat keine Differentialsperren aber eine sehr hohe Achsverschränkung und ist auch wegen seines relativ geringen Gewichts sehr geländegängig.

Der M201 erhielt im französischen Heer die Bezeichnung „VLTT“ (Véhicule Léger Tout Terrain). Das Standardmodell wurde meist als Führungs- und Funkfahrzeug eingesetzt.

Für den Einsatz in Nordafrika wurde die sogenannte Sahara-Version entwickelt. Sie unterschied sich vom Standardmodell durch ein stabileres Chassis, verstärkte Blattfedern an der Hinterachse, einen zusätzlichen Werkzeugkasten unterhalb des Kühlergrills und einen zweiten Tank unter dem Beifahrersitz. In geringerem Umfang wurden M201 auch zu Waffenträgern für Panzerabwehrkanonen (M40) und -raketen (SS.10, SS.11, ENTAC oder MILAN) umgerüstet oder mit einem Gefechtsfeld-Überwachungsradar ausgestattet.

Geschichte[Bearbeiten]

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb die französische Regierung über 22.000 Willys MB und Ford GPW von der United States Army um ihre Armee wieder aufzurüsten. Da nur ungefähr die Hälfte davon in brauchbarem Zustand war, begann man ab 1946 in den Werkstätten der E.R.G.M. (Etablissement de Réserve Général du Matériel Automobile de la Maltournée) bei Paris damit, diese Jeeps wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Stark beschädigte Exemplare wurden völlig zerlegt um so an brauchbare Einzelteile zu gelangen, die anschließend instand gesetzt wurden. Aus diesen Einzelteilen (und später auch aus neu hergestellten Ersatzteilen) wurden dann auf einem Fließband „neue“ Jeeps gefertigt. Dieser Produktionsprozess wurde bis 1978 fortgesetzt. Die so produzierten Jeeps enthielten nach und nach einen immer bunteren Mix aus Willys-, Ford- und Hotchkiss-Teilen.

Ursprünglich war vorgesehen, diese Jeeps ab 1949 durch den Delahaye VLR, einen neu entwickelten französischen Geländewagen, zu ersetzen. Die Umstellung auf das neue Fahrzeug scheiterte jedoch, da sich der technisch aufwändigere Delahaye VLR in der Praxis als zu kompliziert und zu wartungsintensiv erwies. Nach nur 9623 Fahrzeugen wurde die Produktion im Jahre 1954-1955 eingestellt. Nachdem der von Peugeot entwickelte Prototyp VSP getestet und abgelehnt worden war, entschloss man sich im Jahr 1955, auch weiterhin auf den bewährten Jeep zu setzen. Für den Bedarf der französischen Armee reichte aber auf Dauer die Produktion aus Einzelteilen durch die E.R.G.M.-Werkstätten nicht aus und es musste ein Produzent für wirklich neue Jeeps gefunden werden.

Da die Firma Hotchkiss schon über Erfahrung mit der Jeep-Produktion verfügte (seit 1952 wurden Ersatzteile für den Jeep hergestellt und die Produktion von zivilen Jeeps unter Lizenz von Willys für den französischen Markt war gerade angelaufen) erhielt diese den Auftrag, künftig Jeeps für die französische Armee herzustellen. Im Jahr 1955 wurden 465 Jeeps unter der Bezeichnung Hotchkiss Licence MB gefertigt. Ab 1956 galt dann die Typenbezeichnung M201. Insgesamt produzierte Hotchkiss bis zum Jahr 1966 27.628 M201 hauptsächlich im Werk Stains, einem Ort nördlich von Paris. 1981 wurde schließlich die Ablösung des M201 durch den Peugeot P4 beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch mehr als 8000 Jeeps im Einsatz. Die letzten M201 wurden erst im Jahr 2000 ausgemustert.

Technische Daten im Vergleich zu Willys MB / Ford GPW / M201 6 Volt[Bearbeiten]

Technische Daten M201, 24 Volt (Standardversion)
Leergewicht 1160 kg geringfügig schwerer als entsprechende Willys MB / Ford GPW / M201 6 Volt
Zuladung 370 kg
Anhängelast 453 kg
Breite 1575 mm gleich wie Willys MB / Ford GPW
Länge 3372 mm geringfügig länger wegen Antennenhalter
Radstand 2032 mm gleich wie Willys MB / Ford GPW
Höchstgeschwindigkeit 95 km/h
Bodenfreiheit 220 mm gleich wie Willys MB / Ford GPW
Steigfähigkeit 66 % 6 % mehr als bei Willys MB / Ford GPW
Böschungswinkel vorne 45° gleich wie Willys MB / Ford GPW
Böschungswinkel hinten 35° gleich wie Willys MB / Ford GPW
Wattiefe 530 mm 6 % mehr als bei Willys MB / Ford GPW
Motor Viertakt-Ottomotor, 4 Zylinder in Reihe,
seitliche Ventile Willys Go Devil Motor
Verstärkter Zylinderkopf, Solex Vergaser mit Beschleunigungspumpe,
wasserdichte und abgeschirmte Zündanlage.
Hubraum 2199 cm³ gleich wie Willys MB / Ford GPW
Leistung 60 PS / 44 kW gleich wie Willys MB / Ford GPW
Tankinhalt 56,78 l gleich wie Willys MB / Ford GPW
Kraftstoffverbrauch 14 l/100 km geringfügig mehr wie Willys MB / Ford GPW wegen des etwas höheren Gewichts
Reichweite 550 km inklusive der 20 l des Ersatzkanisters
Sitzplätze 4 gleich wie Willys MB / Ford GPW

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hotchkiss M201 – Sammlung von Bildern