Hotel Handelshof

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Hotel Handelshof mit Wappen 2014
Hotel Handelshof im Jahre 2005

Das Hotel Handelshof ist ein bekanntes historisches Hotel in der Innenstadt der Stadt Essen. Das aus Stahlbeton errichtete sechsgeschossige Gebäude des Hotels steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Es befindet sich am Willy-Brandt-Platz gegenüber dem Hauptbahnhof, am Beginn der Kettwiger Straße, mit der die Fußgängerzone in der Essener Innenstadt beginnt. Darauf hinweisend ist auf dem Dach des Gebäudes der von dem modifizierten Essener Stadtwappen begrenzte Schriftzug Essen - die Einkaufsstadt angebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

An der Stelle des Handelshofes befand sich im Mittelalter das Kettwiger Tor der Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissenen Essener Stadtmauer. Zum Ende des 19. Jahrhunderts befand sich hier das Hotel Zum Adler mit Adlerkeller an der Bachstraße, die hier verlief. Das Handelshofgebäude wurde in den Jahren 1911 und 1912 von den Kölner Architekten Carl Moritz und Werner Stahl erbaut. Das Hotel wurde 1913 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich in den ca. 350 Räumen des Gebäudes neben dem Hotel noch zwei Restaurants, ein Café, eine Konditorei, ein Kino sowie mehrere Läden und Büroräume. Es wurde zu Beginn von den Eltern des 1902 in Essen im Hotel Stemme, das sich in der Nähe an der Kettwiger Straße befand, geborenen Schauspielers Heinz Rühmann geführt. Ein Schild an der Fassade des Gebäudes erinnert daran. Über die Dauer dieser Leitung gibt es unterschiedlich lautende Quellen; sie war jedenfalls finanziell nicht erfolgreich und endete spätestens 1916, als die Mutter Heinz Rühmanns mit ihren Kindern nach der Trennung von ihrem Mann und dessen Suizid nach München zog.

Nach Margarethe und Hermann Rühmann pachtete Otto Blau das Hotel Handelshof. Unter seiner Leitung wurde es überregional bekannt. Zu dem Hotel gehobener Preisklasse gehörten ein Café und ein Restaurant, außerdem ein Bierkeller namens Löwenbräu und eine Weinstube. Es verfügte über 220 Zimmer. Es gab Kühe, die speziell für den Handelshof gehalten wurden. Der rasende Reporter, Journalist Egon Erwin Kisch erwähnte 1920 in einem Bericht, den er über seinen Besuch in Essen schrieb, der Handelshof habe respektable Ausmaße. 1929 kam es zu einem Brand im Hotel.

Anlässlich eines Besuches von Mussolini unter Hitlers Begleitung in Essen 1937 hängte man ein Transparent mit dem Text Herzlich Willkommen in der Waffenschmiede des Reiches am Handelshof auf. Im Zuge der Bombenangriffe auf das Ruhrgebiet im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, nach 1945 aber ohne wesentliche Veränderungen instand gesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 18. Juli 1947 im Handelshof die Lesehalle Die Brücke eingerichtet und am 8. September 1952 öffnete das Hotel Handelshof mit 360 Betten erneut. Später wurde das Hotel umgebaut und unter Erhalt der Fassade komplett neu gestaltet. Am 21. April 1981 nahm es wieder den Betrieb auf. Seit dem 22. Februar 1983 gehört es zur Hotel- und Restaurantkette Mövenpick. Der Name Handelshof wurde jedoch beibehalten und befindet sich auch weiterhin an der Fassade. 1988 brannte es abermals im Hotel, so dass die Gäste vorübergehend umquartiert werden mussten.

Am 16. Oktober 2010 stürzte das linke Stadtwappen (3x6 Meter) aus dem Schriftzug Essen - Die Einkaufsstadt vom Dach zu Boden. Es kam niemand zu Schaden.[1]

Das heutige Hotel[Bearbeiten]

Heute gehören zum Hotel Jimmy's Cocktailbar mit einem Angebot von über hundert Sorten Whisky, ein Mövenpick-Restaurant, in dessen Räumen sich vor der Übernahme durch Mövenpick das gutbürgerliche Restaurant Kiepenkerl befand, sechs teilweise kombinierbare Konferenzräume sowie 198 Zimmer mit gehobener, zeitgemäßer Ausstattung, darunter mehrere geräumige Suiten. Auch ein für behinderte Menschen barrierefrei zugängliches Zimmer ist vorhanden. Im Gebäude befinden sich außerdem mehrere Boutiquen und die Touristikzentrale der Essen Marketing GmbH.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hotel Handelshof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Derwesten.de vom 17. Oktober 2010: Ursache für Absturz des Stadtwappens noch unklar; abgerufen am 20. März 2013

51.4525037.01366Koordinaten: 51° 27′ 9″ N, 7° 0′ 49,2″ O