Howard Taylor Ricketts

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Howard Taylor Ricketts

Howard Taylor Ricketts (* 9. Februar 1871 in Findlay, Ohio; † 3. Mai 1910 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war ein US-amerikanischer Pathologe.

Er studierte Medizin an der Northwestern University in Evanston und anschließend in Deutschland Mikrobiologie in Berlin und am Pasteur-Institut. 1902 ging er als associate professor der Pathologie an die University of Chicago.

Als er 1906 auf Urlaub in Montana war, hörte er von dem Ausbruch von einer Infektionskrankheit (später nach dem Ort der ersten dokumentierten Fälle Rocky-Mountains-Fleckfieber bezeichnet) in den Rocky Mountains, einer tödlichen Krankheit, die auf ein kleines Gebiet im Westen begrenzt war. Daraufhin untersuchte er diese, die von Tieren als Transportwirten auf den Menschen übertragen wird, und konnte 1908 den Erreger im Blut infizierter Menschen und in der als Vektor aktiven Viehzeckenart nachweisen. Dabei handelt es sich um unbewegliche Stäbchen- oder Kugelbakterien. Ihr Stoffwechsel funktioniert nicht eigenständig, daher benötigen sie Wirtszellen zum Überleben und können deswegen als Parasiten bezeichnet werden (Rickettsia rickettsii).

1910 reiste er nach Mexiko-Stadt, wo eine Fleckfieber-Epidemie herrschte. Er vermutete, dass Fleckfieber durch den gleichen Mechanismus ausgelöst wird wie das Rocky-Mountain-Fleckfieber.

Wenige Tage, nachdem es Ricketts gelang den für die Infektionskrankheit wahrscheinlich verantwortlichen Erreger zu isolieren, erkankte er selbst daran und starb am 3. Mai 1910 in Mexico-City.[1]

Die zwischen Bakterien und Viren angesiedelten Rickettsien sind nach ihm benannt. Die University of Chicago vergibt ihm zu Ehren jährlich den Howard Taylor Ricketts Award, dessen jeweiliger Preisträger eine Vorlesung hält. An der Universität von Chicago existierte von 1914 bis in die 1980er Jahre das Ricketts Laboratory, seit 2009 das Howard T. Ricketts Regional Biocontainment Laboratory, ein Biosafety-Level-3-Labor.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ole Daniel Enersen: Who Named It? A dictionary of medical eponyms (website) 1994. Abgerufen am 4. April 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dominik Groß, Gereon Schäfer: 100th Anniversary of the death of Ricketts: Howard Taylor Ricketts (1871–1910). The namesake of the Rickettsiaceae family. Microbes and Infection. Vol. 13 (1) Januar 2011, 10-13 doi:10.1016/j.micinf.2010.09.008

Weblinks[Bearbeiten]