Huub Oosterhuis

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Huub Oosterhuis

Hubertus Gerardus Josephus Henricus Oosterhuis, genannt Huub (ausgesprochen: Hüp [ɦyp]) (* 1. November 1933 in Amsterdam), ist ein niederländischer Theologe und Dichter.

Oosterhuis war Jesuit und katholischer Priester. Nach seiner Priesterweihe 1965 wurde er Studentenpfarrer der Amsterdamer Studentenekklesia, einer damals römisch-katholischen Studentengemeinde, die seit 1970 nach Konflikten um den Zölibat und das Priesteramt eine unabhängige Personalgemeinde darstellt. Sein umfangreiches dichterisches Werk und seine Beiträge zur Erneuerung von Liturgie und Gemeindegesang fanden seit 1967 auch in deutschen Übersetzungen weite Verbreitung. Wegen der Abkehr der Studentenekklesia von der römisch-katholischen Kirche ist die Verwendung seiner Lieder in der katholischen Kirche der Niederlande nicht unumstritten. 2010 wurde in den römisch-katholischen Bistümern Utrecht und ’s-Hertogenbosch die Verwendung einer größeren Zahl seiner Lieder als ungeeignet für den liturgischen Gebrauch befunden.[1]

Oosterhuis spielte in den 1970er-Jahren eine wichtige Rolle in der Entfaltung der „freien Liturgie“-Praxis, die mitunter Bibellesungen durch in liturgischen Arbeitsgruppen erarbeitete Deutungsgeschichten ersetzte, und wo die Eucharistiefeier nicht mehr als Sakrament verstanden wurde. In der Formulierung von Gebetstexten wurden ganz neue Zugänge gewagt, so z. B. in Oosterhuis′ eucharistischem Gebet für Agnostiker: „Herr, wenn Du existierst, so komme dann in unsere Mitte“ (niederl.: „Heer, als U bestaat, kom dan onder ons“).

Die Vertonungen seiner Texte stammen in erster Linie von den Komponisten Bernard Huijbers, Antoine Oomen und Tom Löwenthal.

Bei der Beisetzung des niederländischen Prinzen Claus, Ehemann der damaligen niederländischen Königin Beatrix, eines langjährigen persönlichen Freundes, hielt er die Trauerrede. Am 29. Mai 2005 predigte er im Abschlussgottesdienst des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Hannover.

Bei den niederländischen Parlamentswahlen im Jahr 2006 kandidierte Oosterhuis auf dem letzten Listenplatz der Sozialistischen Partei.[2]

Oosterhuis heiratete 1970 und ist Vater des Komponisten und Musikproduzenten Tjeerd Oosterhuis und der Sängerin Trijntje Oosterhuis.

Werke[Bearbeiten]

Liedtexte (Auswahl)

  • „Heer, onze Heer“ (1965; Übersetzung: „Herr, unser Herr, wie bist du zugegen“ von Peter Pawlowsky und Nikolaus Greitemann 1969; GL 298)
  • „Ik sta voor u“ (1969; Übersetzung: „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“ von Lothar Zenetti 1974, Melodie von Bernard Huijbers 1964; GL 621 – EG 382)
  • „Lied over de plaats waar wij bijeengekomen zijn“ („Zomaar een dak“) (1979; „Ein Lied über den Ort der Zusammenkunft“ („Grade ein Dach“))
  • „Lied über die Auferstehung“ („Die Steppe wird blühen“)
  • „Lied über das Wort“ (Übersetzung: „Das Wort, in dem die Richtung“ von Annette Rothenburg-Joerges 1990)
  • „Komm in mich“
  • „Kwam van Godswege“ (1962/1973; Übersetzung: „Kam einst zum Ufer“ von Jürgen Henkys 1975; EG 312)
  • „Was alle Zeiten sich erhofften“
  • „Wie als een God wil leven“ (1965; Übersetzung „Wer leben will wie Gott auf dieser Erde“ von Johannes Bergsma 1969; GL 183 – EG 553/634 (Regionalteile))
  • „Zolang er Mensen zijn op Aarde“ (1958; Übersetzung: „Solang es Menschen gibt auf Erden“ von Dieter Trautwein 1966; GL 300 – EG 427)

Gebetbuch (Auswahl)

Liederbücher

  • Cornelis Kok (Hrsg.): Du Atem meiner Lieder. 100 Lieder und Gesänge. Herder, Freiburg im Breisgau 2009, ISBN 978-3-451-32139-9.

Deutsche Ausgaben

  • Du bist der Atem und die Glut. Gesammelte Meditationen und Gebete, Herder Verlag, Freiburg,Basel Wien 1994,ISBN 3-451-23278-2
  • Dein ist die Zukunft. Meditationen-Gebete-Lieder von Advent zu Advent, Herder Verlag, 1992, ISBN 3-451-22095-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Huub Oosterhuis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Streit um Oosterhuis-Lieder entzweit niederländische Bischöfe. domradio.de vom 18. April 2010, abgerufen: 17. August 2010.
  2. Huub Oosterhuis lijstduwer bij SP kerknieuws.nl vom 4. September 2006, abgerufen am 1. Oktober 2012.