Ilja Muromez

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Die drei Bogatyri, ein Gemälde des bekannten russischen Malers Wasnezow. In der Mitte befindet sich Ilja Muromez, links Dobrynja Nikititsch und rechts Aljoscha Popowitsch.
Ilja Muromez, ebenfalls ein Gemälde Wasnezows.

Ilja Muromez (russisch Илья Муромец = Ilja aus Murom) ist eine Heldengestalt der Kiewer Tafelrunde. Er gilt als bekanntester Bogatyr.

Der Legende nach wurde Ilja Muromez als Sohn eines Bauern in Karatschajewo in der Nähe der Stadt Murom geboren. Während seiner Kindheit soll er oft krank gewesen sein und war so bis zu seinem 33. Lebensjahr gelähmt, als er auf wundersame Weise von zwei Pilgern durch Gabe eines Met-Trunkes geheilt wurde. Von einem sterbenden Ritter namens Swjatogor erhielt er seine übernatürliche Kraft. Er befreite die besetzte Stadt Kiew und verteidigte Tschernigow gegen die Tataren. Sein Pferd konnte mit menschlicher Stimme sprechen.

Seine Heldentaten wurden in mehreren Bylinen besungen:

  • Drei-Wege-Kreuzung
  • Gefangennahme des Räubers Nachtigall im Brjansker Wald
  • Tatarenheer wird dazu angeregt über seine Ehre nachzudenken
  • Flucht aus dem Kerker einer Fürstin
  • Lehrstück über das Maßhalten im Trinken und Essen
  • Überlistung des Teufels/Dämons
  • Lehrstück über die Nichtigkeit des Reichtums
  • Der Streit mit dem Fürsten Wladimir
  • Befreiung der Stadt Tschernihiw von einem Tatarenheer

Er ist die einzige Sagengestalt, die von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen wurde. Seine sterblichen Überreste ruhen angeblich mumifiziert in den Asketenhöhlen im Kiewer Höhlenkloster und können dort besichtigt werden.

Die dritte Symphonie h-moll op. 42 (1911) von Reinhold Moritzewitsch Glière hat die Heldentaten des Ilja Muromez zum Programm.

Nach dieser Heldengestalt wurde der erste viermotorige Bomber Russlands von 1914 benannt. Die Sikorsky Ilja Muromez wurde vom Flugzeugkonstrukteur Igor Iwanowitsch Sikorski entworfen.

Mosfilm produzierte 1956 den Film Ilja Muromez nach einem Drehbuch von Michail Kochnjew. Regie führte Alexander Ptuschko. Darsteller waren unter anderen Boris Andrejew, Nelli Myschkowa, Andrei Abrikossow.

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