Ilulissat-Eisfjord

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69.158980555556-50.506466666667Koordinaten: 69° 9′ 32″ N, 50° 30′ 23″ W

Karte: Grönland
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Ilulissat-Eisfjord
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Grönland
Ilulissat-Eisfjord, Grönland (1999)

Der Ilulissat-Eisfjord befindet sich in an der Westküste Grönlands.

Fjord und Gletscher[Bearbeiten]

Der nach der benachbarten Stadt Ilulissat (dän. Jakobshavn) benannte Eisfjord (grönl.: Kangia) liegt 250 Kilometer nördlich des Polarkreises an der grönländischen Westküste. Er erstreckt sich über 40  Kilometer Länge und ist sieben Kilometer breit. An seinem landseitigen Ende befindet sich der Gletscher Sermeq Kujalleq, einer der aktivsten Gletscher der Erde. Seine Fließgeschwindigkeit beträgt rund 20  Meter pro Tag, was einer jährlichen Eismenge von 35  Kubikkilometern entspricht.

Bedingt durch die rege Gletscheraktivität ist der Fjord vollständig mit Eis und Eisbergen gefüllt. Das sogenannte Kalben des Gletschers ereignet sich zumeist während des Sommers. Dabei lösen sich riesige Eisberge mit einer Größe von bis zu 700  Metern (10 bis 12 % davon über Wasser) von der Gletscherkante. Zum Erreichen des meerseitigen Endes des Fjords benötigen die Eisberge rund 12 bis 15  Monate. Der Gletscher führt geschätzt zwischen fünf und 10 % der Wassermenge ab, die Grönland ins Meer abgibt.

Am meerseitigen Ende befindet sich 200 bis 225  Meter unterhalb des Meeresspiegels eine Moränenablagerung, an der die größeren Eisberge unter Wasser hängen bleiben. Dies ist die Ursache für eine Ansammlung riesiger Eisberge an dieser Stelle.

Veränderungen der letzten Jahre[Bearbeiten]

Während der Gletscher in den Jahren 1950 bis 1999 stabil blieb, hat sich die Gletscherzunge in den Jahren 2001 bis 2007 um etwa zehn Kilometer zurückgezogen. Gleichzeitig stellte ein Team der Technischen Universität Dresden eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit des Gletschers ab 2004 auf 40 Meter pro Tag fest.

Weltnaturerbe[Bearbeiten]

Aufgrund seiner gewaltigen Ausmaße und seiner großen Bedeutung für die Gletscherforschung wurde der Ilulissat-Eisfjord 2004 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Fjord und Gletscher haben dank ihrer guten Erreichbarkeit viel zur Erforschung des Aufbaus der grönländischen Eisschildes, des Klimawandels und verwandter geomorphologischer Prozesse beigetragen.

Dokumentation[Bearbeiten]

In dem US-amerikanischen Dokumentarfilm Chasing Ice aus dem Jahr 2012 werden eine kleinere und eine in der Realität 75 Minuten andauernde riesige Kalbung in rund vier Minuten dokumentiert und ein Größenvergleich zur New Yorker Halbinsel Manhattan vorgenommen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilulissat – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien