Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar

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Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar
Logo der IHK Darmstadt
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Kammer
Organisationsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründungsjahr 1862
Sitz Darmstadt
Homepage www.darmstadt.ihk.de
Präsident Kristina Sinemus
Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein
Mitglieder
Zugehörige rund 70.000 Unternehmen
Vollversammlung 73 Mitglieder
Präsidium 1 Präsidentin + 6 Vizepräsidenten
Wahlbeteiligung 10 Prozent
Kennzahlen
Geschäftsführeranzahl 1
Mitarbeiteranzahl 110 Stellen plus 7 Auszubildende (2013)
Beitragssumme 10,1 Millionen Euro (2013)
Hebesatz 0,10 Prozent (2013)
Bilanzsumme 35,7 Millionen Euro

Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar (IHK Darmstadt) ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt hat den gesetzlichen Auftrag, als Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft das Gesamtinteresse der rund 70.000 zugehörigen Unternehmen in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar zu fördern und gegenüber Politik und Öffentlichkeit wahrzunehmen. Die Region setzt sich zusammen aus der kreisfreien Stadt Darmstadt, den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und dem Odenwaldkreis.[1]

Rechtsgrundlage und Mitgliedschaft

Gebäude der IHK Darmstadt

Die IHK Darmstadt ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber den gesetzgebenden Organen von Land und Bund sowie den Gemeinden und Behörden und erfüllt die vom Staat gesetzlich übertragenen Aufgaben. Darüber hinaus versteht sich die IHK als Dienstleistungsorganisation, die ihren Mitgliedern bei Problemen und Fragen weiterhilft.

Rechtliche Grundlage für die Arbeit der IHK ist das 1956 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern (IHKG), das den Auftrag und den öffentlich-rechtlichen Status mit der Pflichtzugehörigkeit aller Gewerbetreibenden mit Ausnahme des Handwerks festlegt.[2] Bestätigt wurde dies 1958 durch ein Landesgesetz, das insbesondere die räumliche Gliederung der IHKs und Durchführungsfragen regelt. Die IHK Darmstadt unterliegt der Rechtsaufsicht des Landes Hessen.

Den Industrie- und Handelskammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts gehören alle Gewerbetreibenden kraft Gesetzes an. Danach ist kammerzugehörig, wer einen Betrieb führt, der zur Gewerbesteuer veranlagt ist und der seine gewerbliche Niederlassung im Bezirk der IHK Darmstadt hat. Ausgenommen sind Handwerksbetriebe, diese sind zur Mitgliedschaft in der Handwerkskammer verpflichtet. Paragraf 3 des IHK-Gesetzes in Verbindung mit der Beitragsordnung der IHK Darmstadt ermächtigt die Kammer zur Erhebung von Beiträgen, über deren Höhe jährlich die Vollversammlung beschließt.[3] Die Beitragssätze sind in den jeweiligen Haushaltssatzungen der IHK Darmstadt ausgewiesen und im „IHK-Report“ – dem Mitgliedermagazin der IHK Darmstadt – veröffentlicht.[4]

Die Pflichtzugehörigkeit zur Industrie- und Handelskammer macht einen fairen Ausgleich von Einzel- oder Gruppeninteressen erst möglich, sie sichert die Unabhängigkeit und Ausgewogenheit der Stellungnahmen der IHKs. Auf diese Weise will der Gesetzgeber eine ausgewogene Beratung von Politik und Behörden zu Wirtschaftsfragen gewährleisten. Auch für die Übertragung staatlicher Aufgaben auf die IHKs wie etwa in der Berufsbildung ist die Zugehörigkeit der betroffenen Gruppen erforderlich. Sie sichern die demokratische Legitimation und Kontrolle des Verwaltungshandelns (funktionale Selbstverwaltung).

Die Rechtsprechung hat im Jahr 2001 bestätigt, dass die gesetzliche IHK-Zugehörigkeit mit dem Grundgesetz vereinbar ist (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Dezember 2001 [5] oder des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Juni 2010).

Die Geschichte der IHK Darmstadt

Am 11. Juni 1862 wurde die Handelskammer Darmstadt gegründet. Das war im damaligen Großherzogtum Hessen vergleichsweise spät: In Mainz etwa existierte bereits seit 1798 eine „Chambre de Commerce“ nach französischem Vorbild. Viele Jahre später, am 17. November 1871, trat das hessische Handelskammergesetz nach preußischem Vorbild in Kraft. In diesem Jahr gab es 327 beitragspflichtige und wahlberechtigte Unternehmen; bis 1913 wuchs diese Zahl auf 2.273 an. Die Handelskammer Darmstadt sah es als wichtigste Aufgabe an, die Interessen der Wirtschaft in der Provinz Starkenburg auf allen Ebenen wirkungsvoll zu vertreten. Das tat sie, indem sie an die betreffende Behörde und direkt an die Ministerien berichtete.[6]

Wichtige Themen der Kammer waren ein offener und ungehinderter Handel, das Eintreten gegen zu hohe Zölle und Steuern, eine einheitliche Währung im Deutschen Reich, der Ausbau der Verkehrswege, wie etwa der Bau der Odenwaldbahn. Mit der Gesetzesnovelle von 1902 wurde die Handelskammer juristische Person und übernahm Aufgaben in der beruflichen Bildung. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs ab 1914 trat an die Stelle einer liberalen Wirtschaftsordnung eine zunehmend dirigistische Kriegswirtschaft, die immer stärker in unternehmerische Entscheidungen eingriff. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen prägte die französische Besetzung des Rheinlands die Entwicklung der Region. Die Grenzen verliefen bis 1930 vor den Toren Darmstadts. 1925 wurde in Hessen die längst überfällige Bezeichnung „Industrie- und Handelskammer“ eingeführt.[7]

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten rückten die Selbstverwaltungsidee und die Interessenvertretung als originäre Kammerarbeit völlig in den Hintergrund. Bereits im April 1933 trat das Präsidium geschlossen zurück und das „Führerprinzip“ wurde eingeführt. Als letzte Konsequenz folgte 1943 die Errichtung der Gauwirtschaftskammer Rhein-Main und die formale Auflösung der IHKs. Doch bereits kurz vor Kriegsende, im April 1945, ließen Darmstädter Unternehmer ihre IHK wieder aufleben, und sie entwickelte sich zum Mädchen für alles: Sie stellte Pässe und Passierscheine aus, kümmerte sich um Wohnraum und Krankentransporte, beriet zur Flut an Direktiven der Militärverwaltung und half bei Betriebs- und Produktionsgenehmigungen.[8]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der Status der IHKs in Hessen lange nicht klar, erst am 16. November 1956 verabschiedete der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern“, das bis heute die Grundlage der Kammerarbeit bildet.[9] Nachdem das IHK-Gebäude in der Wilhelminenstraße in der Darmstädter Brandnacht vollständig zerstört worden war, wurde sie im „Merckhaus“ am Luisenplatz untergebracht.[10] Im Oktober 1962 konnte sie ein eigenes, neues Verwaltungsgebäude in der Rheinstraße 89 beziehen. Vorausgegangen war ein Architektenwettbewerb, bei dem ein Entwurf Heinrich Bartmanns gewonnen hatte.

Der Wiederaufbau und das „deutsche Wirtschaftswunder“ waren in Südhessen wie überall in Deutschland stark von industrieller Produktion geprägt. Seit Anfang der achtziger Jahre erlebte auch die Region Rhein-Main-Neckar einen starken Strukturwandel. Viele traditionelle Industrieunternehmen gibt es nicht mehr oder nicht mehr in der ursprünglichen Form. Heute hat die IHK Darmstadt 70.000 Mitgliedsunternehmen. Zu ihnen gehören große Unternehmen wie die Merck KGaA, die Software AG oder die Adam Opel AG.[11]

Schwerpunktbranchen in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar sind inzwischen IT, Automation, Automotive, Chemie, Pharma, Telekommunikation, Logistik und Raumfahrt. Zahlreiche Forschungsinstitute sind ebenfalls im Bezirk der IHK Darmstadt angesiedelt, etwa die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Leibniz-Gesellschaft. Darüber hinaus ist die Region, vor allem die Landkreise Bergstraße und Odenwald, stark touristisch geprägt. Der Wirtschaftsstandort Darmstadt Rhein Main Neckar ist außerdem inzwischen Teil zweier europäischer Metropolregionen: Frankfurt/Rhein-Main und Rhein-Neckar. Die Großregion ist einer der wichtigsten Wirtschaftsräume Europas und erstreckt sich von Heidelberg im Süden bis Fulda im Norden. In der Mitte befindet sich der Bezirk der IHK Darmstadt.[12]

Organisation

Hauptamt und Ehrenamt

Obwohl die IHK Darmstadt eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, werden ihre Geschicke von den in ihr verfassten Unternehmern bestimmt. Der staatliche Einfluss ist auf die Rechtsaufsicht begrenzt. Das wichtigste Organ ist die Vollversammlung der IHK Darmstadt (Parlament der Wirtschaft).[13] Sie besteht aus 73 von allen IHK-Mitgliedern gewählten südhessischen Unternehmern. Gewählt werden können nur aktive Unternehmensvertreter, die Tätigkeit für die IHK wird nicht vergütet. Alle fünf Jahre wird die Vollversammlung neu gewählt. Sie setzt sich als Spiegelbild der Branchen, der Regionen und der Unternehmensgrößen zusammen. Jedes Unternehmen, ob groß oder klein, hat eine Stimme. Die Vollversammlung tagt sechs Mal im Jahr, die Sitzungen sind für Mitglieder öffentlich. Die Vollversammlung hat das Budgetrecht, sie bestimmt über die Einnahmen und Ausgaben, entscheidet über die Höhe der Beiträge und Gebühren. In den Sitzungen der Vollversammlung werden grundsätzliche Positionen der IHK Darmstadt festgelegt, die unterschiedlichen Interessen ausgetauscht und zu einem Gesamtinteresse zusammengefügt. Die Vollversammlung wählt den Präsidenten und sechs Vizepräsidenten aus ihrer Mitte. Sie bestellt den hauptamtlichen Hauptgeschäftsführer.[14]

Die IHK Darmstadt beschäftigt in Darmstadt sowie zwei Bildungszentren in Erbach (Odenwald) und Heppenheim (Bergstraße) rund 100 hauptamtliche Mitarbeiter, die in sieben Geschäftsbereichen arbeiten: Aus- und Weiterbildung, Existenzgründung und Unternehmensförderung, International, Standortpolitik, Recht und Steuern sowie Innovation und Umwelt und Zentrale Dienste. Als Stabsstelle der Hauptgeschäftsführung fungiert die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Zum Ehrenamt der IHK Darmstadt gehören überdies die in den acht Ausschüssen engagierten Unternehmer sowie die rund 2000 Prüfer in der dualen Ausbildung. In den Ausschüssen werden die Themen Dienstleistungen, Handel, Steuern, Standortmarketing, Verkehr, Umwelt, Industrie, Forschung, Innovation und Etatfragen beraten. Hier können sich auch Unternehmer engagieren, die nicht der Vollversammlung angehören.[15]

Liste aller Präsidenten der IHK Darmstadt von 1862 bis 2014[16]

Amtszeit Präsident Unternehmen Sitz
1862–1864 Carl August Hemmerde C. Hemmerde und Söhne Darmstadt
1865 Wilhelm Fridolin Nöllner Lebensversicherungs- und Ersparnißbank Stuttgart Darmstadt
1865–1869 Franz Weber Weber und Lampe Darmstadt
1870–1871 Heinrich Bopp Bank für Handel und Industrie Darmstadt
1872–1874 Franz Weber Weber und Lampe Darmstadt
1875–1880 Theodor Friedrich Wendelstadt Bank für Handel und Industrie Darmstadt
1881 Otto Wolfskehl Heyum Wolfskehl & Sohn Darmstadt
1882–1896 Christoph Wilhelm Ludwig Merck E. Merck Chemische Fabrik Darmstadt
1897–1918 Carl Parcus Bank für Handel und Industrie Darmstadt
1919–1920 Ludwig Frölich J.J. Diefenbach, Weingroßhandlung, Likör- und Essigfabrik Darmstadt
1920–1933 Emil Schenck Carl Schenck GmbH, Eisengießerei und Maschinenfabrik Darmstadt
1933 Paul Griebel Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft eGmbH Darmstadt
1933–1942 Karl Merck E. Merck Chemische Fabrik Darmstadt
1943–1945 Gauwirtschaftskammer Darmstadt
1945 Emil Schenck Carl Schenck GmbH, Eisengießerei und Maschinenfabrik Darmstadt
1945–1946 Wilhelm Köhler Goebel AG Darmstadt
1946–1947 Wilhelm Euler Max Richter Celluloidwarenfabrik Nieder-Ramstadt
1947–1949 Wilhelm Köhler Goebel AG Darmstadt
1949–1953 Dipl.-Ing. Curt Hesse Hessenwerke Elektronische- und Maschinenfabrik GmbH Darmstadt
1953–1964 Willi Bernauer Gebrüder Roeder AG Darmstadt
1964–1970 Otto Röhm Röhm & Haas GmbH Darmstadt
1970–1974 Kurt Werner Maschinenfabrik Goebel GmbH Darmstadt
1974–1980 Hans Joachim Langmann E. Merck Darmstadt
1980–1984 Hans-Rolf Ropertz Henschel & Ropertz KG Darmstadt
1984–1988 Gerhard Ziener Röhm GmbH Darmstadt
1989–1990 Karl Heinz Krutzki Wella AG Darmstadt
1991–1995 Gert Silber-Bonz Pirelli Deutschland AG Breuberg
1996–1998 Hans-Rolf Ropertz Henschel & Ropertz KG Darmstadt
1998–2001 Jochen Klein Döhler-Gruppe Darmstadt
2001–2004 Michael Römer Merck KGaA Darmstadt
2004–2009 Michael Römer E. Merck OHG Darmstadt
2009–2014 Hans-Peter Bach Medienhaus Südhessen GmbH Darmstadt
seit 2014 Kristina Sinemus Genius Wissenschaft und Kommunikation GmbH Darmstadt

Geschäftsbereiche

Aus- und Weiterbildung

Zu den Kernaufgaben dieses Geschäftsbereichs gehört die Hilfe beim Einstieg in die Ausbildung, bei der Suche nach Auszubildenden durch die IHK-Lehrstellenbörse im Internet, die Überprüfung der Ausbildungseignung von Betrieben und Ausbildern, und die Organisation von Zwischen- und Abschlussprüfungen für Auszubildende sowie die Weiterbildungsprüfungen. Die IHK berät anbieterneutral zur beruflichen Weiterbildung und bietet eigene Seminare und Lehrgangsangebote an.[17]

Existenzgründung und Unternehmensförderung

Bei Fragen zu den Themen Existenzgründung, staatliche Förderung, Steuern und Rechtsfragen geben die Mitarbeiter dieses Geschäftsbereichs Auskunft und beraten Gründer sowie etablierte Unternehmen. Die IHK Darmstadt berät zu Finanzierungsmöglichkeiten und gibt Stellungnahmen zu staatlichen Förderprogrammen ab.[18]

International

Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen exportieren, benötigen Außenhandelsdokumente. Die Mitarbeiter im Geschäftsbereich International der IHK Darmstadt beglaubigen Handelsrechnungen und andere Außenhandelsdokumente und stellen Ursprungszeugnisse oder Warenpassierscheinhefte Carnet ATA beispielsweise für Messeteilnahmen aus. Die IHK berät in Zusammenarbeit mit dem weltweiten Netzwerk der Auslandshandelskammern zu nahezu allen Zielmärkten und vermittelt Kontakte.[19]

Standortpolitik

Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, ist das Ziel des Geschäftsbereichs Standortpolitik. Die Mitarbeiter dieses Geschäftsbereichs beteiligen sich an der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen und setzen sich für eine wirtschaftsfreundliche Infrastruktur ein. Mit Konjunkturumfragen und anderen Standortuntersuchungen – etwa zur Branchenstruktur und -entwicklung, dem regionalen Fachkräftebedarf und zur Demografie – schaffen sie die Grundlagen für die wirtschafts- und regionalpolitische Positionierung der IHK Darmstadt.[20]

Recht und Steuern

Der Bereich Recht und Steuern der IHK Darmstadt unterstützt die Mitglieder in Rechtsfragen: ob Arbeits-, Wettbewerbs-, Gesellschafts-, Patent- oder Gewerberecht, beim Datenschutz oder Internetrecht. Die praktischen Erkenntnisse aus der Beratung der Mitgliedsunternehmen fließen in die Stellungnahmen zu Gesetzgebungsverfahren im jeweiligen Bereich ein. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Prüfung, Bestellung und Vereidigung staatlich geprüfter Sachverständiger sowie deren Benennung für Gerichte oder anderer Streitbeilegungsverfahren.[21]

Innovation und Umwelt

Die Mitarbeiter dieses Geschäftsbereichs informieren die Mitgliedsunternehmen zu neuen technischen Verfahren oder Managementmethoden, unterstützen bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Technologienetzwerken, helfen beim Technologietransfer und dem Zugang zu Hochschulabsolventen. Sie unterstützen Unternehmen bei umweltrechtlichen Genehmigungsverfahren und beraten zum Kreislaufwirtschaftsgesetz oder zur Energieeffizienz. Sie verstehen sich in den Bereichen Innovation, Umwelt und Energie als Berater staatlicher Stellen und der Politik – im Interesse der regionalen Wirtschaft.[22]

Das Selbstverständnis der IHK Darmstadt

Die IHK Darmstadt versteht sich als Wirtschaftsorganisation mit der breitesten Mitgliederbasis. Sie setzt sich vor Ort, auf Landesebene und gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Bund und in Europa dafür ein, dass die Interessen der Wirtschaft bei neuen Regelungen und Gesetzen berücksichtigt werden. Dabei zählen die Interessen der 70.000 Mitgliedsunternehmen. Legitimiert durch die demokratische Verfassung, den im System angelegten fairen Ausgleich der sehr unterschiedlichen Interessen und die tägliche Nähe der Mitarbeiter zu den Betrieben haben Stellungnahmen der IHK Darmstadt und die auf Landes- oder Bundesebene gebündelten Positionen einiges politisches Gewicht. Die ehrenamtlichen Vollversammlungsmitglieder sowie das Präsidium wägen dabei die Branchen- und Einzelinteressen ab. Durch Gutachten, Stellungnahmen oder in Anhörungen nimmt die IHK als öffentlich-rechtliche Körperschaft Einfluss auf politische Beschlüsse, Gesetze und Verordnungen.[23]

Industrie- und Handelskammern sind wesentliche Träger der Wirtschaftsverwaltung. Der Staat hat ihr zahlreiche hoheitliche Aufgaben übertragen. Eine der wichtigsten ist die Verantwortung für die duale Ausbildung. Fast 60 Prozent aller Ausbildungsverträge in Deutschland laufen über die IHK. Außerdem erbringt sie zahlreiche Dienstleistungen für ihre Mitgliedsunternehmen: Beratung zu rechtlichen Fragen, zur Existenzgründung, zur Unternehmensförderung, Finanzierungsmodellen und Steuern. Die IHK Darmstadt bietet eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten an. Zudem bringt sie Kunden, Lieferanten, Wissenschaftler, Forscher und Politiker in ihren Netzwerken an einen Tisch.[24]

Literatur

  • Ulrich Eisenbach (Hrsg.): Von den Anfängen der Industrialisierung zur Engineering Region. 150 Jahre IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-25504-7.
  • Adam Hüfner: Auf dem Hintergrund von hundert Jahren : zum hundertjährigen Bestehen der Industrie- und Handelskammer Darmstadt. Industrie- und Handelskammer Darmstadt, Darmstadt 1962, DNB 452026792.
  • Martin Will: Selbstverwaltung der Wirtschaft: Recht und Geschichte der Selbstverwaltung in den Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Landwirtschaftskammern. Mohr Siebeck, Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-150705-2.
  • Winfried Kluth (Hrsg.): Handbuch des Kammerrechts. Nomos-Verlagsgesellschaft, 2. Auflage. Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-5133-7.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.darmstadt.ihk.de/standortpolitik/503740/DieRegion.html
  2. IHK-Gesetz,Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 701-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 2 Absatz 61 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3044) geändert worden ist.
  3. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/Rechtsgrundlagen_/Rechtsgrundlagen/512710/Grundlagen_rechtliche.html
  4. Übersicht IHK-Report
  5. BVerfG, Beschluss vom 7. Dezember 2001, Az. 1 BvR 1806/98, Volltext.
  6. Vgl. Ulrich Eisenbach: Zwischen wirtschaftlicher Interessenvertretungund öffentlich-rechtlichem Auftrag – Zur Geschichte der IHK. In: Ulrich Eisenbach (Hrsg.): Von den Anfängen der Industrialisierung zur Engineering Region. 150 Jahre IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-25504-7, S. 13ff.
  7. vgl. ebd., S. 17–21.
  8. vgl. ebd., S. 28ff.
  9. vgl. ebd., S. 37.
  10. vgl. ebd., S. 32ff.
  11. vgl. ebd., S. 33–34.
  12. Hans-Peter Bach, Uwe Vetterlein: 150 Jahre und ein Blick nach vorne. In: Ulrich Eisenbach (Hrsg.): Von den Anfängen der Industrialisierung zur Engineering Region. 150 Jahre IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. S. 235ff.
  13. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/gremien_ihk_darmstadt/
  14. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/gremien_ihk_darmstadt/ihk_vollversammlung//
  15. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/gremien_ihk_darmstadt/ausschuss/
  16. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/downloads/512410/praesidentenliste.html
  17. http://www.darmstadt.ihk.de/aus_und_weiterbildung/
  18. http://www.darmstadt.ihk.de/starthilfe
  19. http://www.darmstadt.ihk.de/international/
  20. http://www.darmstadt.ihk.de/standortpolitik/
  21. http://www.darmstadt.ihk.de/recht_und_fair_play/
  22. http://www.darmstadt.ihk.de/innovation/
  23. http://www.darmstadt.ihk.de/servicemarken/ueber_uns/aufgaben_arbeit_ihk/wir_ueber_uns_IHK_themen/
  24. http://www.darmstadt.ihk.de/linkableblob/511126/.8./data/IHK_Image_online-data.pdf S. 10.