Groß-Gerau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Groß-Gerau
Groß-Gerau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Groß-Gerau hervorgehoben
49.9213888888898.481805555555688Koordinaten: 49° 55′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 54,47 km²
Einwohner: 24.076 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 442 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 64501–64521
Vorwahl: 06152
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 006
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Marktplatz 1
64521 Groß-Gerau
Webpräsenz: www.gross-gerau.de
Bürgermeister: Stefan Sauer (CDU)
Lage der Stadt Groß-Gerau im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-Gustavsburg Bischofsheim (Mainspitze) Rüsselsheim Raunheim Kelsterbach Trebur Nauheim Mörfelden-Walldorf Riedstadt Groß-Gerau Büttelborn Stockstadt am Rhein Biebesheim am Rhein Gernsheim Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Frankfurt am Main Rheinland-Pfalz Kreis Bergstraße Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Groß-Gerau ist die Kreisstadt des Kreises Groß-Gerau, liegt im südlichen Rhein-Main-Gebiet in Hessen und übernimmt gegenüber seinem Umland die Funktion eines Mittelzentrums.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Groß-Gerau liegt im Norden des hessischen Rieds in der Oberrheinischen Tiefebene, unweit von Rhein und Main entfernt. Wenige Kilometer südwestlich liegt das größte hessische Naturschutzgebiet der Kühkopf-Knoblochsaue mit der Schwedensäule.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Groß-Gerau grenzt im Norden an die Gemeinde Nauheim, im Nordosten an die Stadt Mörfelden-Walldorf, im Osten an die Gemeinde Büttelborn, im Südosten an die Stadt Griesheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süden an die Stadt Riedstadt, sowie im Westen an die Gemeinde Trebur.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Groß-Gerau gliedert sich in die Kernstadt und vier weitere Stadtteile, die nachfolgend mit Einwohnerzahl genannt sind (Stand: 31. Dezember 2013):[2]

Stadtteil Einwohnerzahl
Groß-Gerau, Kernstadt 15946
Berkach 1034
Dornberg 389
Dornheim 4509
Wallerstädten 2706
Summe 24584

Da in Groß-Gerau Ortsbezirke nicht eingerichtet worden sind, haben diese Stadtteile nur den Rang von Gemarkungen und statistischen Bezirken. Hinzu kommt im Süden der Gemarkung Groß-Gerau die Siedlung Auf Esch, die als eigener Stadtteil wahrgenommen wird.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Groß Gerau - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Das erste Automobil 1896 in Groß-Gerau
Ein Lokomobil als Dreschmaschine in der Darmstädter Straße am Ende des 19. Jahrhunderts

Schon in der römischen Zeit hatte das heutige Stadtgebiet eine höhere Bedeutung. Das Kastell Groß-Gerau im Bereich des Stadtteils „Auf Esch“/ Fasanerie sicherte den Brückenkopf der römischen Provinzhauptstadt Mainz, noch bevor der Limes angelegt und das heutige Südhessen römisch wurde. Die B 44 ist in ihrem Verlauf von der Südspitze der Fasanerie bis Dornheim mit der Römerstraße von Mainz über Groß-Gerau nach Ladenburg identisch; sie lief auf das Südtor des Kastells zu. Mit der Gründung der Civitas Auderiensium gab man das Kastell auf, der Lagervicus blieb als Marktort bestehen. Die räumliche Nähe dieses Vicus zu der später erwähnten mittelalterlichen Wasserburg Dornberg wird kein Zufall sein.

Die Gerauer Mark (das Waldgebiet zwischen Wallerstädten und Messel) wurde 910 in einer Schenkungsurkunde des Mainzer Erzbischofs Hatto I. erstmals urkundlich erwähnt. In der Folgezeit herrschten in der Region die Herren von Dornberg, bei denen es sich möglicherweise um Dienstleute der staufischen Kaiser in der Frankfurter Pfalz handelte (1160 Erwähnung der Wasserburg im Gebiet des heutigen Dornbergs, später Schloss Dornberg). Nach dem Aussterben der Herren von Dornberg traten die aus dem Westerwald und Mittelrheingebiet stammenden Grafen von Katzenelnbogen deren Nachfolge an und erwirkten 1398 für Groß-Gerau die Stadtrechte. Im Jahr 1479 starb Graf Philipp I. der Ältere von Katzenelnbogen ohne männlichen Nachfolger und die Grafschaft fiel an die Landgrafschaft Hessen. 1578 wird mit dem Bau des Rathauses begonnen. Hier tagte das Schöffengericht und die landgräflich eingesetzten Schultheiße. Die Rathaus-Apotheke besteht seit 1701 und ist die älteste Apotheke der Obergrafschaft außerhalb von Darmstadt. Die Groß-Gerauer Stadtkirche wurde 1634 von kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg in Brand gesteckt. Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt erneuerte 1663 die Stadtrechte gegen eine Zahlung von 24.000 Gulden. Diese Rechte beinhalteten den Wegfall der Frondienste, Erhebung von Markt-Standgeldern, Vertretung im Landtag und das Recht, Juden aus der Stadt zu verjagen. Verwaltungsmäßig gehört das hessische Groß-Gerau bis 1821 zum Amt Rüsselsheim. Durch die Verwaltungsreform von 1821 im Großherzogtum Hessen wird der Ort dem Landratsbezirk Dornberg der Provinz Starkenburg zugeteilt. 1832 wird dann die Provinz Starkenburg in Kreise aufgeteilt und Groß-Gerau zum Kreis Groß-Gerau, zunächst mit Sitz in Dornberg. Diesem gehört es dann, nur unterbrochen durch die Aufteilung von Starkenburg in Regierungsbezirke, bis heute an. Von 1848 bis 1852 zählt es zum Regierungsbezirk Darmstadt. Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Aufgrund dieser Reform wird Groß-Gerau Kreisstadt des bis heute nahezu unveränderten Kreisgebiets Groß-Gerau.[4]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau.

Im 19. Jahrhundert wurde Groß-Gerau Kreisstadt des Kreises Groß-Gerau in der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen und es begann auch hier die Industrialisierung. Bedingt durch den Anschluss an die Hessische Ludwigsbahn mit den Strecken Darmstadt-Mainz 1858 und Frankfurt am Main-Mannheim 1879 (Riedbahn) konnte sich ein vielfältiges Gewerbeleben entwickeln. Die Stadt wurde Sitz von Metallverarbeitung (FAGRO), Konservenfabriken (Helvetia), Käsereien (in GG wird der Mainzer Käse hergestellt) und der Zuckerindustrie. Von 1869 bis 1871 war Groß-Gerau das Epizentrum einer Reihe von etwa 2000, meist schwacher, Erdbeben. 1896 wurde der Bau einer Dampfstraßenbahn von Darmstadt über Groß-Gerau nach Oppenheim diskutiert, aber nicht verwirklicht.[5]

Im Juni 1994 war Groß-Gerau als Austragungsort des Hessentags für zehn Tage die „heimliche Hauptstadt“ Hessens.

In der Gegenwart hat sich die wirtschaftliche Gesamtsituation der Stadt Groß-Gerau sowie insbesondere auch des Landkreises Groß-Gerau verschlechtert. Ein relativ hoher Verschuldungsgrad und die strikte Kontrolle der öffentlichen Haushalte (insbes. Kreis) durch das Regierungspräsidium Darmstadt sind hierfür Beleg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 1. Januar 1977 per Gesetz die Stadt Groß-Gerau und die zuvor selbstständigen Gemeinden Dornheim und Wallerstädten zur neuen Stadt Groß-Gerau zusammen.[6] Bereits am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Berkach in die Kreisstadt Groß-Gerau eingegliedert.[7]

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen waren (in Klammern das Jahr der Urkunde):[4]

Geraha marca (910) Geraha (1002/09/13) Gerahe (1257)
Gerhahe (1277) Gera (1311) major et minor villa Gera (1319)
Gera, major et minor villa (1319) Groizen Gera (1341) maius Gera (1355)
Gerau (1368) Gerauwe (1368) Grozen Geraw (1371)
Girrauwer (um 1375) Gerau parvum et magnum (1403) Geraw (1420)
Groißen Gerauwe (1460) Großen Geraw (1613)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind[4]:

  • 1600: 00.171 Herdstätten
  • 1629: 00.170 Hausgessene
  • 1636: 00.010 Einwohner
  • 1829: 01.719 Einwohner
  • 1939: 07.150 Einwohner
  • 1961: 12.201 Einwohner
  • 1970: 13.077 Einwohner
  • 2011: 23.876 Einwohner
Groß-Gerau: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
2.065
1840
  
2.216
1846
  
2.344
1852
  
2.371
1858
  
2.541
1864
  
2.702
1871
  
2.697
1875
  
2.932
1885
  
3.552
1895
  
4.203
1905
  
5.284
1910
  
5.837
1925
  
6.267
1939
  
7.150
1946
  
8.276
1950
  
9.252
1956
  
10.606
1961
  
12.202
1967
  
13.184
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 führte zu folgendem Ergebnis (zum Vergleich ist auch das Ergebnis der Wahl 2006 angegeben):[8]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
33,9 %
32,2 %
19,7 %
9,5 %
3,8 %
1,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
+8,9 %p
+2,7 %p
+10,1 %p
-22,2 %p
-0,4 %p
+1,0 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,9 11 25,0 8*
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,2 11* 29,5 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,7 7 9,6 3
KOMBI Kommunale Bürgerinteressengemeinschaft 9,5 3 31,7 11*
Die Linkspartei.OL Die Linkspartei.Offene Liste 3,8 1 4,2 1
FDP Freie Demokratische Partei 1,0 0
gesamt 100,0 33 100,0 33
Wahlbeteiligung in % 44,7 47,9
(*) Im Frühjahr 2007 hat eine auf der Liste der Kombi gewählte FDP-Stadtverordnete die Kombi-Fraktion verlassen und sich der CDU-Fraktion als Hospitantin angeschlossen. Im Mai 2008 hat sich eine weitere Stadtverordnete der Kombi der CDU als Hospitantin angeschlossen.

Daher sah die Sitzverteilung von Mai 2008 bis März 2011 folgendermaßen aus: CDU 10, SPD 10, GRÜNE 3, KOMBI 9 und LINKE 1.

Im August und im September 2012 haben zwei Stadtverordnete die SPD-Fraktion verlassen und gehören seitdem der Stadtverordnetenversammlung als unabhängige Kandidaten an.[9][10] Daher sieht die Sitzverteilung seit September 2012 folgendermaßen aus: CDU 11, SPD 9, GRÜNE 7, KOMBI 3, LINKE 1 und Fraktionslose 2.

Das Alte Rathaus im Zentrum der Stadt
Der Südflügel des Rathauses

Magistrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Magistrat der Kreisstadt Groß-Gerau besteht aus dem direkt gewählten Bürgermeister, dem (ehrenamtlichen) ersten Stadtrat und weiteren fünf ehrenamtlichen Stadträten.

Am 18. März 2007 wurde Stefan Sauer von der CDU als neuer Bürgermeister der Stadt Groß-Gerau gewählt. Stefan Sauer hat an der Universität Frankfurt am Main Wirtschaftswissenschaften mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann studiert, ist langjähriges Mitglied des Stadtparlamentes und war vor Amtsantritt in einer Bank in Frankfurt am Main auf Managementebene tätig.

Ausländerbeirat[Bearbeiten]

Die letzte Ausländerbeiratswahl fand am 27. November 2005 statt. Der Ausländerbeirat Groß-Gerau setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen. Anzahl der Sitze; Neue Generation 3, Solidarität 3, Progressive Ausländer Union 1 und Liste für Toleranz und Gerechtigkeit 2.

Am 6. Dezember 2009 wurde das Ausländerbeiratsmitglied Ismail Özdogan bei der Plenarsitzung des früheren Bundesausländerbeirates, jetzt Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, in Saarlouis für die Dauer von zwei Jahren als Stellvertretender Vorsitzender gewählt[11]. Er ist seit 15. Februar 2009 auch Vorstandsmitglied (Stellv. Vorsitzender) in der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen – Landesausländerbeirat (AGAH).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Groß-Gerau ist in einer Ringpartnerschaft mit den Städten Brignoles (Provence, Frankreich, seit 1959), Bruneck (Südtirol, Italien, seit 1959), Tielt (Westflandern, Belgien, seit 1959) und Szamotuły (Woiwodschaft Großpolen, Polen, seit 2000) verbunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Zentrum, speziell in der Mainzer Straße, der Schulstraße und deren Verlängerung Am Sandböhl und dem vorderen Teil der Frankfurter Straße, hat Groß-Gerau eine Reihe liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser. Auf dem Areal der Fasanerie Groß-Gerau, einem großen Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens, gehört auch ein privat geführter Tiergarten.

Bildung[Bearbeiten]

Das Stadtmuseum Groß-Gerau besteht seit 1929.

Schulen der Stadt[Bearbeiten]

Grundschulen
  • Grundschule Dornheim
  • Grundschule Wallerstädten
  • Liberta Schule (Privatschule)
  • Nordschule
  • Schillerschule
  • Schwenkschule (ehemalig: Johannes-Angelus-Schule)
Weiterführende und sonstige Schulen
  • Astrid-Lindgren-Schule (Sprachheilschule)
  • Berufliche Schulen Groß-Gerau
  • Goetheschule (Schule für Lernhilfe)
  • Luise-Büchner-Schule (Gymnasiale Mittelstufenschule)
  • Martin-Buber-Schule (Integrierte Gesamtschule)
  • Prälat-Diehl-Schule (Gymnasium)
Der Groß-Gerauer Bahnhof
Das inzwischen geschlossene und abgerissene Werk der Südzucker AG
Frigoropa Groß-Gerau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Groß-Gerau ist sehr verkehrsgünstig gelegen. Hier kreuzen sich die B 42/L 3482 und B 44, die Autobahnanschlussstellen Nord und Süd schaffen über die A 67 Verbindungen in alle Richtungen. Der Flughafen Frankfurt am Main ist über die Autobahn in etwa 15 Minuten zu erreichen. Auch die umliegenden Großstädte sind nahe bei (Darmstadt 11 km, Wiesbaden 23 km, Mainz 18 km und Frankfurt am Main 28 km).

Darüber hinaus ist Groß-Gerau an zwei Eisenbahnstrecken angeschlossen, die sich am östlichen Stadtrand in etwa in rechtem Winkel kreuzen. Dies sind die Rhein-Main-Bahn MainzDarmstadtAschaffenburg und die Riedbahn MannheimFrankfurt. Beide Strecken sind zweigleisig und elektrifiziert. Es existieren insgesamt drei Stationen im Stadtgebiet, namentlich

  • der Bahnhof Groß Gerau (sic!) an der Rhein-Main-Bahn unmittelbar nördlich des Stadtkerns,
  • der Bahnhof Groß Gerau-Dornberg (sic!) an der Riedbahn, ein Stück südöstlich von der Kernstadt abgesetzt in einem Gewerbegebiet und
  • der Haltepunkt Groß Gerau-Dornheim (sic!), ebenfalls an der Riedbahn etwa vier Kilometer weiter südlich in der gleichnamigen Ortschaft.

Zwischen den Bahnstrecken existieren zwei Verbindungskurven in den Relationen Mannheim-Mainz und Mannheim-Darmstadt. Beide spielen vorwiegend im Güterverkehr eine Rolle. Insbesondere besteht zwischen den Bahnhöfen Groß Gerau und Groß Gerau-Dornberg kein Personenverkehr. Die „Falschschreibung“ der Bahnhofsnamen ohne Bindestrich gründet auf den unterschiedlichen Rechtschreibregeln des Großherzogtums Hessen und des Königreichs Preußen. Die Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Staatseisenbahnen (K.P.u.G.H.StE) benannte die Bahnhöfe nach den preußischen Rechtschreibregeln.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Insgesamt entwickelte sich die Wirtschaft in Groß-Gerau in den letzten Jahren ungünstig. Mehrere Traditionsbetriebe, wie beispielsweise Fagro oder das Werk der Südzucker AG, wurden geschlossen.

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitungen erscheinen das „Groß-Gerauer Echo“ (früher: „Heimatzeitung“), das zur Zeitungsfamilie des Darmstädter Echos gehört, sowie Frankfurter Zeitungen mit Regionalseiten auch für Groß-Gerau. Zusätzlich erscheint auch das lokale Monatsmagazin „Wir“.

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Evangelische Gemeinde[Bearbeiten]

Groß-Gerau hat drei evangelische Kirchengemeinden. Im Stadtzentrum die Stadtkirchengemeinde, im Norden die Versöhnungsgemeinde und im Süden die Kirchengemeinde Groß-Gerau Süd.

Katholische Gemeinde[Bearbeiten]

Die katholische Religionsgemeinschaft hat mit der St. Walburga-Kirche in der Walburgastraße ihr Gemeindezentrum. Der Pfarrei ist die Gemeinde Wallerstädten zugeordnet.

Muslimische Gemeinden[Bearbeiten]

Die Türkisch-Islamische Gemeinde wurde am 14. Oktober 1986 in der Fabrikstraße 2 gegründet.

Das Gebetshaus der Muslimischen Gemeinde der IGMG befindet sich in der Sudetenstraße.

Das Muslimische Zentrum, das Gebetshaus eines dem türkischen VIKZ nahestehenden Vereins, befindet sich in der Friedhofstraße.

Die Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat kaufte im Jahr 1985 das ehemalige Gelände „Märchenland“ im Norden der Stadt und nennt es nun „Nasir Bagh“. Es befindet sich am Ortsausgang an der B 44 in Richtung Mörfelden. Bis 1994 fanden dort die jährlichen Versammlungen (Jalsa Salana) statt. Da der Platz nicht mehr ausreichend Kapazität bieten konnte, fanden sie von 1995 bis 2010 auf dem Mannheimer Maimarktgelände statt. Seit 2011 findet die Jalsa Salana Deutschland jährlich in der Messe Karlsruhe statt. Heute wird das Gelände „Nasir Bagh“ nur noch für regionale Veranstaltungen genutzt.

1992 wurde auf dem Areal die MoscheeBait ul-Schakur“ („Haus des Würdigen“) gebaut. Es bietet auf zwei Etagen etwa 850 Gläubigen Platz und ist mit 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland. Die Moschee besitzt zudem ein kuppelhohes Minarett, welches dem Weißen Minarett von Qadian nachempfunden ist.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Groß-Gerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerzahlen im Stadtportrait
  3. Amtliche Erwähnung des Stadtteils Auf Esch (Kindertagesstätte)
  4. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGroß-Gerau, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  5. Franz Flach: Gerauer Geschichten. 600 Jahre Stadt- und Marktrechte. Groß-Gerau 1997, S. 58 f.
  6. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Groß-Gerau vom 26. Juni 1974 In: GVBl.I 1974/22
  7. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 253
  8. Hessisches Statistisches Landesamt Kommunalwahlen 2011 in Hessen
  9. Protokoll der Stadtratssitzung (Abgerufen im Nov. 2012; PDF; 97 kB)
  10. Echo-online: Austritt aus SPD-Fraktion (Abgerufen im Nov. 2012)
  11. Quelle: Presseinformation des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats (PDF; 211 kB)