Odenwaldbahn (Hessen)

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Odenwaldbahn
Strecke der Odenwaldbahn (Hessen)
Kursbuchstrecke (DB): 641
Streckennummer (DB): 4113 (Eberbach–Hanau)
3554 (Darmstadt–Wiebelsbach)
Streckenlänge: 88,1 km und 31,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
Strecke – geradeaus
Neckartalbahn von Mosbach-Neckarelz
Bahnhof, Station
0,0 Eberbach
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Neckartalbahn nach Heidelberg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Anst
   
1,2 Eberbach Nord
   
Itterhof
   
4,3 Eberbach Canali Anst
   
7,0 Gaimühle
   
7,5 Landesgrenze Baden-Württemberg / Hessen
   
10,4 Friedrichsdorf (b Eberbach) (Reaktivierung geplant)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Haintalviadukt (173 m)
Haltepunkt, Haltestelle
12,9 Hesseneck Kailbach
   
Hammerberg
Haltepunkt, Haltestelle
16,5 Hesseneck Schöllenbach
   
18,4 Krähberg [3]
Tunnel
20,5 Krähbergtunnel (3100 m)
   
ehem. Strecke von Beerfelden
Haltepunkt, Haltestelle
23,6 Beerfelden Hetzbach
Brücke (groß)
24,5 Himbächelviadukt (250 m)
   
25,9 Ebersberg (b Erbach)
   
27,4 Schönnen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mümling
Bahnhof, Station
30,8 Erbach (Odenw)
Haltepunkt, Haltestelle
32,3 Erbach (Odenw) Nord
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mümling
Bahnhof, Station
34,2 Michelstadt
Haltepunkt, Haltestelle
38,7 Bad König Zell
Bahnhof, Station
40,8 Bad König
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mümling
   
43,0 Etzen-Gesäß
Bahnhof, Station
44,8 Höchst Mümling-Grumbach
Bahnhof, Station
47,3 Höchst (Odenw)
   
Bachgaubahn nach Aschaffenburg
Haltepunkt, Haltestelle
48,8 Höchst Hetschbach
Tunnel
Frau-Nauses-Tunnel (1205 m)
Bahnhof, Station
53,1 Groß-Umstadt Wiebelsbach
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
zur Odenwaldbahn nach Darmstadt (s.u.)
Bahnhof, Station
57,0 Groß-Umstadt Mitte
   
58,5 Groß-Umstadt Nord (geplant)
   
59,7 Richen
Haltepunkt, Haltestelle
60,8 Groß-Umstadt Klein-Umstadt
Haltepunkt, Haltestelle
64,0 Babenhausen Langstadt
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Rhein-Main-Bahn von Dieburg
Bahnhof, Station
68,2 Babenhausen (Hess)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Rhein-Main-Bahn nach Aschaffenburg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Gersprenz
   
74,0 Anst Wehrmachtsflugplatz Zellhausen
Haltepunkt, Haltestelle
75,5 Mainhausen Zellhausen
Bahnhof, Station
78,3 Seligenstadt (Hess)
Bahnhof, Station
83,0 Hainburg Hainstadt
Haltepunkt, Haltestelle
85,5 Hanau Klein-Auheim
Brücke über Wasserlauf (groß)
86,3 Auheimer Mainbrücke
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Main-Spessart-Bahn von Aschaffenburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Friedberg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Kinzigtalbahn von Fulda
   
88,1 Hanau Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Offenbach
Strecke – geradeaus
Strecke nach Maintal
Darmstadt–Groß-Umstadt Wiebelsbach
Kursbuchstrecke (DB): 641
Streckennummer (DB): 3554
Streckenlänge: 31,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Main-Neckar-Bahn von Bensheim
   
0,0 Darmstadt Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Rhein-Main-Bahn nach Mainz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Main-Neckar-Bahn nach Frankfurt
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Güterstrecke von Mainz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
zur Main-Neckar-Bahn von Frankfurt
Bahnhof, Station
3,8 Darmstadt Nord
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, ex von links
Rhein-Main-Bahn von/nach Dieburg
Bahnhof, Station
7,5 Darmstadt Ost bis 1900: "Rosenhöhe"
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke zum Bessunger Forsthaus
Haltepunkt, Haltestelle
9,4 Darmstadt TU-Lichtwiese
Haltepunkt, Haltestelle
13,0 Mühltal
Bahnhof, Station
16,0 Ober-Ramstadt
   
20,9 Zeilhard
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Engelbergtunnel (238 m)[4]
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Gersprenztalbahn von Groß-Bieberau
Bahnhof, Station
23,5 Reinheim (Odenw)
   
Rodgaubahn nach Dieburg
Haltepunkt, Haltestelle
28,6 Otzberg Lengfeld
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
zur Odenwaldbahn von Hanau (s.o)
Bahnhof, Station
31,9 Groß-Umstadt Wiebelsbach
Strecke – geradeaus
Odenwaldbahn nach Eberbach (s.o)

Die Odenwaldbahn (auch Hessische Odenwaldbahn zur Unterscheidung von der Badischen Odenwaldbahn) ist eine größtenteils eingleisige Eisenbahnhauptstrecke in Normalspur, die den Odenwald im südlichen Hessen und nördlichen Baden-Württemberg durchquert und mit zwei Ästen, einem von Darmstadt und einem von Hanau, nach Eberbach am Neckar führt. Regional wird die Bahnstrecke gelegentlich auch Mümlingbahn genannt, da sie von Hetzbach bis Höchst dem Tal der Mümling folgt.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung[Bearbeiten]

Der Streckenführung wurde in den 1860er Jahren langjährig kontrovers und lokalpolitisch geprägt diskutiert. Die Landeshauptstadt Darmstadt des Großherzogtums Hessen wollte eine Strecke durch das Gersprenztal über Reinheim, Brensbach, Höllerbach und das Kinzig- ins Mümlingtal. Die Gegenposition war eine auf Frankfurt am Main ausgerichtete Streckenführung über Dieburg. Als Kompromiss wurde die später ausgeführte Trasse gewählt. Sie führt von Eberbach am Neckar kommend durch den Odenwald über Wiebelsbach-Heubach, wo sie sich verzweigt, einmal nach Babenhausen und Hanau, zum anderen nach Reinheim und Darmstadt. So sollte der Verkehr aus dem Odenwald in die damalige Residenzstadt Darmstadt des Großherzogtums Hessen fließen und nicht an ihr vorbei.

Die Konzession wurde von der Regierung des Großherzogtums Hessen am 4. April 1868 der Hessischen Ludwigsbahn erteilt.[5] Finanziert wurde das Vorhaben mit einer öffentlichen Anleihe über 4 Mio.Taler (= 6,12 Mio €).[6]

Bau[Bearbeiten]

Der Bau begann im Sommer 1868. Errichtet wurde eine eingleisige Eisenbahnhauptstrecke in Normalspur, die den Odenwald im südlichen Hessen und nördlichen Baden-Württemberg durchquert. Im September 1868 begannen die Bauarbeiten an dem 1205 m langen Tunnel bei Frau-Nauses zwischen Wiebelsbach und Höchst im Mümlingtal. Diese kosteten elf Menschenleben und waren Weihnachten 1870 abgeschlossen. In Darmstadt begannen die Bauarbeiten am 1. Februar 1869, die in Richtung Reinheim ohne Schwierigkeiten zügig voranschritten. Die Strecke vom Darmstädter Ludwigsbahnhof bis Ober-Ramstadt konnte am 28. Dezember 1870 eröffnet werden,[7] am 15. Mai 1871 bis Reinheim[8] und zwei Monate später bis Wiebelsbach-Heubach.[9] Am 24. Dezember 1871 erfolgte die Einweihung des Streckenabschnitts bis Erbach (Odenw).[10]

Der Streckenzweig zwischen Hanau Hauptbahnhof und Wiebelsbach-Heubach wurde zwischen Babenhausen und Wiebelsbach-Heubach in zwei Segmenten, am 29. Juni 1870[11] von Babenhausen nach Groß-Umstadt und am 27. Dezember 1870 zwischen Groß-Umstadt und Wiebelsbach-Heubach eröffnet.[12] Der Abschnitt zwischen Hanau und Babenhausen folgte erst zum 1. Mai 1882.[13] Die Odenwaldbahn kreuzt so in Babenhausen die Rhein-Main-Bahn.

Für die 31 km lange Strecke, die in ihrem südlichen Abschnitt auch im Großherzogtum Baden lag, erhielt die Hessische Ludwigsbahn am 3. August 1875 die hessen-darmstädtische Konzession,[14] der badische Streckenteil war durch einen Staatsvertrag der beiden Großherzogtümer vom 19. Februar 1874 abgesichert.[15] Aufgrund der Topographie waren, um die Wasserscheide zwischen Main und Neckar zu überwinden, zwischen Erbach und Eberbach viele Kunstbauten, unter anderem das Himbächelviadukt und der Krähbergtunnel, sowie Steigungen von 1:70 erforderlich. Dazu bog die Trasse bei Hetzbach aus dem Mümlingtal in einem 90-Grad-Bogen nach Osten in den Pfeifersgrund ab, führte unter dem Krähberg (554,9 m ü. NN) hindurch und erreichte so das Schöllenbachtal und dann das Ittertal. Am 1. März 1882 wurde der 7,23 Kilometer lange Abschnitt Erbach–Hetzbach, also die Strecke bis unmittelbar an die Baustelle des Krähbergtunnels, eröffnet.[16] Am 1. Mai folgte der Abschnitt Hetzbach – Kailbach, der auch den Krähbergtunnel einschloss.[17]

Das letzte Teilstück zwischen Kailbach und Eberbach wurde am 27. Mai 1882 zunächst für den Personenverkehr und fünf Tage später für den Güterverkehr eröffnet,[18] womit die Odenwaldbahn auf ihrer ganzen Länge befahrbar war. Ursprünglich war die Fertigstellung bereits für 1879, zeitgleich mit der Eröffnung der Neckartalbahn von Neckargemünd nach Jagst geplant, was aber aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Hessischen Ludwigsbahn-Gesellschaft nicht eingehalten werden konnte. Für die 56 km lange Strecke zwischen Darmstadt und Erbach benötigten im Jahre 1871 Personenzüge zwei Stunden.

Ausbau[Bearbeiten]

Ergänzende Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Odenwaldbahn erhielt im Laufe der Zeit eine Reihe von Ergänzungen und Anschlüsse von anderen Strecken:

  • Am 10. Oktober 1887 wurde die Gersprenztalbahn nach Reichelsheim in Reinheim an die Odenwaldbahn angeschlossen.
  • Am 1. Oktober 1896 wurde die Rodgaubahn von Reinheim über Dieburg nach Offenbach am Main eröffnet.
  • Die Überwaldbahn war ein Versuch, eine Querverbindung zwischen Bergstraße und Odenwaldbahn zu schaffen. Die Überwaldbahn wurde 1901 von Weinheim bis Wahlen eröffnet, wo dieser ambitionierte Versuch allerdings aufgrund der Kosten der Gebirgsquerung schließlich dauerhaft endete und die Odenwaldbahn nie erreichte.
  • Am 1. Mai 1904 wurde die Stichbahn nach Beerfelden in Betrieb genommen.
  • Am 1. Oktober 1908 wurde der ursprünglich nicht vorgesehene Haltepunkt in Zellhausen eröffnet, nachdem die dortige Gemeinde auf einen Anschluss an die Bahn gedrängt hatte.
  • Zum 1. Dezember 1912 wurde zwischen Höchst und Aschaffenburg die Bachgaubahn in Betrieb genommen.

Verkehr[Bearbeiten]

Ab 1925 verkehrten auf der Odenwaldbahn neben dem Nahverkehr auch drei „Heckeneilzüge“, die Frankfurt über Hanau, Erbach und Eberbach mit Stuttgart verbanden und von 1984 bis 1988 sogar als D-Züge ausgewiesen waren.[19] Deren Lokwechsel fand zunächst in Heilbronn, später in Eberbach statt. Die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Stuttgart betrug 3,5 Stunden, die zwischen Frankfurt und Erbach ungefähr 85 Minuten.

Rückbau der Infrastruktur[Bearbeiten]

In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts begannen an der Odenwaldbahn Rückbaumaßnahmen in großem Umfang. Zahlreiche Haltepunkte wurden nicht mehr bedient und aufgegeben (Zeilhard, Richen, Etzen-Gesäß, Schönnen, Ebersberg, Gaimühle), Bahnhöfe wurden zu Haltepunkten zurückgebaut (Hetzbach, Kailbach, Klein-Umstadt, Langstadt). Zwischen Erbach und Eberbach gibt es seither auf 30 Kilometern keine Kreuzungsmöglichkeit mehr, wodurch die Zugdichte auf der Strecke stark herabgesetzt ist. Die Anschlussbahnen wurden zum Teil stillgelegt:

  • die Gersprenztalbahn im Mai 1964.
  • die Bahnstrecke Hetzbach–Beerfelden am 23. Juni 1964.
  • der Südabschnitt der Rodgaubahn zum 20. Juli 1965.
  • die Bachgaubahn am 26. Mai 1974. Wobei das Gleis bis Breuberg zunächst noch als Anschlussgleis für die dortige Industrie, insbesondere die Metzeler Kautschuk AG München, Werk Breuberg, später: Pirelli Reifenwerke GmbH & Co KG, weiter genutzt wurde.

Zeitweise wurde sogar erwogen, die Bergstrecke zwischen Erbach und Eberbach komplett aufzugeben. Dazu kam es jedoch nicht, die Haltepunkte Kailbach und Schöllenbach wurden ab 1994 wieder bedient, nachdem sie 1977 geschlossen worden waren.

Betrieb[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Dampflokomotive der Baureihe 65 zum Einsatz und war hier fast vor allen Zügen anzutreffen. Sie eignete sich aufgrund ihrer technischen Eigenschaften (u.a. Zugkraft) sehr gut für die Odenwaldbahn. Für den Personenverkehr wurden meist dreiachsige Umbauwagen eingesetzt. Güterzüge wurden oft mit der DR-Baureihe 50 befördert. Vereinzelt verkehrten zwischen Hanau und Wiebelsbach Schienenbusgarnituren. Sämtliche Lokomotiven waren in Darmstadt stationiert. 1970 endete der Dampfbetrieb auf der Odenwaldstrecke, die Zugleistungen wurden von den Diesellokomotiven der Baureihen 212 übernommen. Mit Beginn der neunziger Jahre gelangten zunehmend auch Triebwagen der DB-Baureihe 628 auf die Strecke, vor den verbliebenen lokbespannten Zügen wurde die 212 nach und nach durch die DB-Baureihe V 160 ersetzt. Diese wurde Ende der neunziger Jahre dann zunächst durch die 215 abgelöst, welche schon nach kurzer Zeit durch in anderen Regionen freigesetzte 218 ersetzt wurden. Die lokbespannten Züge fuhren immer häufiger als Wendezug, der Wagenpark bestand zuletzt stets aus n-Wagen.

Der Güterverkehr wurde 2001 von der Deutschen Bahn eingestellt. Die durchgehenden Züge des Personenverkehrs von Frankfurt nach Stuttgart wurden im Dezember 2004 eingestellt, nachdem das Land Baden-Württemberg kein Interesse mehr daran hatte.

Für die 56 km lange Strecke zwischen Darmstadt und Erbach benötigten 1982 Personenzüge 1 Stunde und 17 Minuten, im Jahr 2004 1 Stunde und 10 Minuten. Heute sind es 54 Minuten, was einer Reisegeschwindigkeit von 62 km/h entspricht.

Gegenwart[Bearbeiten]

Neueröffnung des Haltepunktes TU-Lichtwiese

Modernisierung der Infrastruktur[Bearbeiten]

Um das Jahr 2005 wurde die Eisenbahninfrastruktur der Odenwaldbahn mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgebaut. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit wurde stellenweise von 90 auf 120 km/h angehoben und die vorherrschenden Formsignale durch Lichtsignale ersetzt, die durch ein Zentralstellwerk im Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach gesteuert werden. An mehreren Bahnhöfen (Darmstadt Ost, Ober-Ramstadt, Reinheim, Wiebelsbach, Groß-Umstadt) wurde der Zugang zu den Zügen durch neue Bahnsteige verbessert. In Darmstadt Nord wurde eine neue Gleisverbindung, die die direkte Fahrt in Richtung Frankfurt auf der Main-Neckar-Bahn ermöglicht, geschaffen, ebenso ein neuer Haltepunkt an der Technischen Universität Darmstadt, Darmstadt TU-Lichtwiese, geschaffen.

Im Zuge der Modernisierung sind nach über dreißig Jahren mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 auch einige Stationsnamen an die nach der hessischen Gebietsreform von 1974 geänderten Ortsnamen angepasst worden:

Betriebsstelle ab 2006 bis 2005
Bahnhof Groß-Umstadt Mitte Groß Umstadt
Haltepunkt Groß-Umstadt Klein-Umstadt Klein Umstadt
Haltepunkt Babenhausen Langstadt Langstadt
Haltepunkt Mainhausen Zellhausen Zellhausen
Bahnhof Hainburg Hainstadt Hainstadt (Kr Offenbach)
Haltepunkt Hanau Klein-Auheim Klein Auheim
Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach Wiebelsbach-Heubach
Haltepunkt Höchst Hetschbach Hetschbach
Bahnhof Höchst Mümling-Grumbach Mümling-Grumbach
Bahnhof Bad König Zell Zell-Kirchbrombach
Haltepunkt Beerfelden Hetzbach Hetzbach
Haltepunkt Hesseneck Schöllenbach Schöllenbach-Hesselbach
Haltepunkt Hesseneck Kailbach Kailbach
Haltepunkt Otzberg Lengfeld Lengfeld
Haltepunkt Mühltal Nieder Ramstadt-Traisa

In Darmstadt wurde der Haltepunkt TU-Lichtwiese am Universitätsgelände neu eingerichtet. Im Nahverkehrsplan 2011–2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt wird zudem der in Planung befindliche Haltepunkt Groß-Umstadt Nord erwähnt.[20] Seit Dezember 2011 fährt die Odenwaldbahn auch zusätzlich nach Pfungstadt.

Betrieb[Bearbeiten]

ITINO der Odenwaldbahn

Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 wird der Personenverkehr auf der Odenwaldbahn vom Eisenbahnverkehrsunternehmen VIAS GmbH betrieben. Zum Einsatz kommen seitdem zweiteilige Dieseltriebzüge vom Typ Itino von Bombardier Transportation, die von der Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma) bereitgestellt werden. Wegen der Länge der Bahnsteige von einheitlich 120 Metern können maximal drei Einheiten zusammengekuppelt fahren. Allerdings reichten die ursprünglich 22 Fahrzeuge nicht aus, um auf allen Verbindungen genügend Platz zu bieten. So kam es vor allem im Berufsverkehr zu Engpässen, weil unter anderem der Fahrgastzuwachs durch die neuen Direktverbindungen zu niedrig veranschlagt worden war. 2007 wurden deshalb vier weitere ITINOS bestellt. Diese wurden im Februar 2010 zugelassen und erhöhen den Fahrzeugbestand auf 26 Triebwagen.[21]

Im Dezember 2013 erhielt die VIAS nach einer Ausschreibung erneut den Zuschlag für den Betrieb der Odenwald- und der Pfungstadtbahn. Der neue Vertrag gilt ab Dezember 2015 für 12 Jahre. Zum Einsatz sollen weiterhin die vorhandenen Fahrzeuge des Typs Itino kommen, wobei allerdings bei manchen Fahrten Kapazitätsanpassungen vorgenommen wurden.[22]

Zugangebot[Bearbeiten]

Die folgenden Linien des RMV werden bedient:

Linie Strecke Taktfrequenz
RE 64 Frankfurt (Main) – Hanau – Groß-Umstadt Wiebelsbach (– Erbach) Zweistundentakt
RB 64 Hanau – Groß-Umstadt Wiebelsbach stündlich (Mo.-Fr. und Sa. vormittags), zweistündlich (Sa., So.)
RE 65 Darmstadt – Reinheim (Odenw) – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) Zweistundentakt (nur Mo.-Fr.)
RB 65 Darmstadt – Reinheim (Odenw) – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) (– Eberbach) Zweistundentakt
SE 65 Frankfurt (Main) – Darmstadt Nord – Reinheim (Odenw) – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (Odenw) (– Eberbach) Zweistundentakt
Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach, Knotenpunkt der Odenwaldbahn
Bahnsteige in Groß-Umstadt Wiebelsbach
Eberbach, Endstation der Odenwaldbahn

Der Streckenverlauf der Linien RB 65 und SE 65 ist zwischen Erbach und Darmstadt Nord identisch, wodurch auf diesem Abschnitt an allen Bahnhöfen ein 60-Minuten-Takt entsteht.

Zwischen Eberbach und Erbach besteht mit der Linie SE 65 eine direkte Verbindung nach Frankfurt. In der Gegenrichtung hingegen verkehrt, bis auf zwei Ausnahmen, der RB 65 von Darmstadt nach Eberbach. Somit besteht auf diesem Streckenabschnitt zwar Richtung Norden eine Direktverbindung nach Frankfurt, Richtung Süden ist allerdings meistens ein Umsteigen erforderlich.

Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2005 sind Direktfahrten von der Odenwaldbahn über die neue Gleisverbindung in Darmstadt Nord nach Frankfurt möglich. Diese Verbindung wird von der Linie SE 65 von Eberbach bzw. Erbach von und nach Frankfurt im Zweistundentakt bedient. Diese Züge fahren in den Hauptverkehrszeiten teilweise mit der maximal möglichen Dreifachtraktion. Die Fahrzeit von Erbach nach Frankfurt (Main) über Darmstadt Nord beträgt jetzt noch 85 Minuten. Die in Frankfurt endenden Züge verkehren nach einer kurzen Wendezeit von dort weiter als RE 64 über Hanau nach Groß-Umstadt Wiebelsbach. Am Wochenende, sowie vereinzelt im werktäglichen Berufsverkehr, werden die Züge der Linie RE 64 von und nach Erbach durchgebunden. Damit verkehrt an Wochenenden im nördlichen Odenwald etwa jede Stunde ein Direktzug von und nach Frankfurt.

Bei den Zugbegegnungen in Babenhausen gibt es Umsteigemöglichkeiten auf die Rhein-Main-Bahn nach Darmstadt Hauptbahnhof und Aschaffenburg Hauptbahnhof. Seit dem Fahrplanwechsel 2005 sind dort die Anschlüsse an Sonn- und Feiertagen aber nicht mehr abgestimmt, so dass sich längere Übergangszeiten ergeben.

Güterverkehr findet derzeit auf der Odenwaldbahn nicht statt. Um ihn auch weiterhin betreiben zu können, wurde am 27. Januar 2006 vertraglich, bei Kostenübernahme, der Erhalt von Weichen in Ober-Ramstadt zur Firma Caparol und in Reinheim zu dem Basaltbruch der Odenwälder Hartstein-Industrie vereinbart.

Die bis Dezember 2011 in Darmstadt endenden Züge der Linie RB 65 fahren seit dem Fahrplanwechsel über die Pfungstadtbahn als Linie RB 66 bis nach Pfungstadt.[23]

Unfälle[Bearbeiten]

Am 17. Februar 2008 kam es zum ersten und bisher einzig größeren Unfall eines ITINOs auf der Odenwaldbahn. Bei Schöllenbach in der Nähe des Krähbergtunnels rammte um 8:50 Uhr ein von Eberbach kommender ITINO einen LKW, der einen Bahnübergang blockierte. Es gab nur zwei Leichtverletzte, da der Führerstand des LKWs unbeschädigt blieb und der Zug nicht entgleiste, sondern den LKW von der Strecke in einen Graben schob. Insgesamt entstanden an Bahn, Strecke, LKW und Beladung ca. 1 Million Euro Schaden. Ein Problem war aber, dass die VIAS GmbH mit dem Zug ihre einzige stille Reserve verlor und zeitweise einen RegioSprinter der Rurtalbahn als Ersatz verwenden musste.

Kulturelle Bedeutung[Bearbeiten]

Die Strecke ist in ihrer Gesamtlänge ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes. Sie ist mit einer Gesamtlänge von 120 km besonders in ihrem südlichen Teil landschaftlich sehr reizvoll: Zwischen Erbach und Eberbach handelt es sich um eine Gebirgsstrecke mit zahlreichen Kunstbauten. Das Himbächelviadukt mit einer Gesamtlänge von 250 m und einer Maximalhöhe von 40 m über Terrain, das Haintalviadukt mit einer Länge von 173 m sowie zwei 60 m lange weitere Viadukte über den Rindengrund und das „kurze Tal“ sind dabei die eindrucksvollsten Viadukte und Brücken. Die Strecke weist drei Tunnel auf: den 240 m langen Engelbergtunnel bei Reinheim, den 1205 m langen Tunnel bei Frau-Nauses, beide mit 8 m Breite für ein zweites Gleis vorbereitet, und den Krähbergtunnel mit einer Länge von 3100 m. Im oberen Mümlingtal beträgt die Maximalsteigung 1:70 sowie der kleinste Kurvenradius 300 m.

Die technisch aufwändige Bahn in eindrucksvoller Landschaft war von Anfang an eine touristische Attraktion. So bereisten Erbgroßherzog Ludwig von Hessen und seine Frau, Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland, in Begleitung des Grafen von Erbach-Schönberg mit ihrem Gast, Prinz Arthur von Großbritannien und Irland, einem Bruder der Erbgroßherzogin, bereits Anfang 1872 die Strecke bis Erbach.[24]

Das Stellwerk „Reinheim Rf“ wurde 2008 vom Verein Museumsstellwerk Reinheim e.V. übernommen und wird restauriert. Dort wird ein Museum für Stellwerks- und Signaltechnik eingerichtet. Das Gebäude wurde 2009 100 Jahre alt. Im Bahnhof Erbach wurde 1995 ein Wassertank und der zugehörige Wasserkran betriebsfähig restauriert, so dass hier Dampflokomotiven entsprechender Sonderzüge historisch korrekt mit Wasser versorgt werden können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Michael Hess: Die Interessengemeinschaft Odenwald und die Bahn. In: 50 Jahre Regionalentwicklung Odenwald : 1953–2003. ein Magazin zum 50. Geburtstag der Interessengemeinschaft Odenwald e.V. Erbach 2003. (PDF-Datei)
  • Interessengemeinschaft Odenwald: 100 Jahre Odenwald-Eisenbahn. Groß-Umstadt 1982, DNB 870212397.
  •  Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau, EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-8825-5766-4.
  •  Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst, EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-8825-5768-0.
  • Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Kulturdenkmäler in Hessen. Bd. 2.1: Eisenbahnbauten und -strecken, 1839–1939. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6. S. 436–471 (Strecken 026, 027).
  • Utz von Wagner: Die Odenwaldbahn. EK-Verlag 2005, ISBN 3-88255-354-5.
  • Vergessene Bahnromantik im Odenwald, (DVD 62 Minuten in Farbe), RioGrande-Videothek, Fürstenfeldbruck

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odenwaldbahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Odenwaldbahn (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 4113 auf www.eisenbahn-tunnelportale.de
  3. Bahnhof Krähberg in: Historisches Ortslexikon
  4. Strecke: 3554. auf: eisenbahn-tunnelportale.de
  5. Hessisches Regierungsblatt 1968, S. 601 (Nr. 22).
  6. 100 Jahre Odenwald-Eisenbahn, S. 17f.
  7. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 82f (Nr. 55).
  8. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 84f (Nr. 14).
  9. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 84f (Nr. 22).
  10. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 88f (Nr. 56).
  11. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 80f (Nr. 25).
  12. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 82f (Nr. 54).
  13. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 148f (Nr. 16).
  14. In: Hessisches Regierungsblatt 1875, S. 451 (Nr. 40).
  15. Staatsvertrag zwischen den Großherzogtümern Baden und Hessen abgedruckt in: Hessisches Regierungsblatt 1875, S. 344 (Nr. 29).
  16. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 148f (Nr. 14).
  17. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 148f (Nr. 15).
  18. Die deutschen Eisenbahnstrecken in ihrer Entwicklung 1835–1935. Berlin 1935 = Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. ND Mainz 1984, S. 148f (Nr. 23).
  19. Utz von Wagner: Die Odenwaldbahn. Eine romantische Eisenbahnreise von Darmstadt nach Eberbach = Eisenbahn-Bildarchiv 15. Freiburg 2005, ISBN 3-88255-354-5, S. 8.
  20. dadina.de: Nahverkehrsplan 2011–2016 des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt (PDF; 2,7 MB), Dezember 2012, Zugriff am 1. Januar 2012.
  21. Echo online vom 27. Februar 2010: Grünes Licht für Betrieb der Itinos Abgerufen am 20. März 2009.
  22. Die alten Betreiber sind auch die neuen Betreiber. Pressemitteilung des RMV. Abgerufen am 18. Dezember 2013.
  23. dadina.de: Infos zur Bahnstrecke Darmstadt - Pfungstadt. Pressemeldung. 1. Dezember 2011, Zugriff am 1. Januar 2012.
  24. 100 Jahre Odenwald-Eisenbahn. S. 13.
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Dieser Artikel wurde am 12. November 2010 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.