Odenwaldkreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt |
| Verwaltungssitz: | Erbach |
| Fläche: | 623,97 km² |
| Einwohner: |
97.032 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 156 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | ERB |
| Kreisschlüssel: | 06 4 37 |
| NUTS: | DE71B |
| Kreisgliederung: | 15 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Michelstädter Straße 12 64711 Erbach |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Dietrich Kübler (ÜWG) |
| Lage des Odenwaldkreises in Hessen | |
Der Odenwaldkreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Darmstadt-Dieburg, im Osten der bayerische Landkreis Miltenberg, im Südosten der baden-württembergische Neckar-Odenwald-Kreis, im Süden der ebenfalls baden-württembergische Rhein-Neckar-Kreis und im Südwesten und Westen der Landkreis Bergstraße. Mit etwas weniger als 100.000 Einwohnern ist er der bevölkerungsärmste Landkreis Hessens.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Der Odenwaldkreis ist der einzige Landkreis, der mit dem gesamten Kreisgebiet im Odenwald liegt, somit dessen Kerngebiet umfasst. Zentraler Landschaftsteil des Odenwaldkreises ist das in Süd-Nord-Richtung verlaufende Mümlingtal und die dieses östlich und westlich begleitenden Höhenzüge. Entlang der Mümling sind die größten Städte des Kreises aufgereiht: Beerfelden, Erbach, Michelstadt, Bad König und Höchst. Im Nordwesten reicht das Kreisgebiet in einen Teil der Gersprenzniederung hinein und im Süden gibt es jenseits der Hauptwasserscheide von Main und Neckar einige Täler, die nach Süden dem Neckar zustreben: der Finkenbach, der Gammelsbach, der Sensbach und die Itter.
Die höchsten Erhebungen des Odenwaldkreises sind nach einer nicht weiter benannten 560,4 Meter hohen Erhebung im Kohlwald nordwestlich von Bullau die Sensbacher Höhe (558 Meter) und der Krähberg (555 Meter), beide in der Gemarkung Ober-Sensbach. Würzberg und Bullau sind mit 515 Meter die beiden höchstgelegenen Ortschaften des Kreises und die tiefstgelegene ist Hainstadt an der Mümling kurz vor der bayerischen Grenze mit 143 Meter.
[Bearbeiten] Geschichte
Bis zur Mediatisierung 1806 war das Gebiet des Odenwaldkreises, in ähnlichen Grenzen wie seit der Kreisreform, ein reichsunmittelbares Territorium der Grafen von Erbach und kam dann zum Großherzogtum Hessen. Nach Verkündung der Verfassung des Großherzogtums am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Ämter wurden nun Landratsbezirke eingesetzt. Dies waren die Vorläufer der Kreise. In Erbach wurde 1822 für die Gräflich Erbachischen und Erbach-Fürstenauischen Ämter der Landrats- und Gerichtsbezirk Erbach gegründet. Ebenfalls 1822 entstand ein Landrats- und Gerichtsbezirk Breuberg mit Sitz in Neustadt bzw. Höchst im Odenwald. Mit Gesetz vom 31. Juli 1848 wurden die Verwaltungseinheiten ein weiteres Mal vergrößert. An die Stelle der Kreise und Landratsbezirke traten nunmehr Regierungsbezirke, wobei die bisherigen Landratsbezirke Breuberg und Erbach zum Regierungsbezirk Erbach vereinigt wurden, hinzu kam der Landratsbezirk Wimpfen, eine Exklave in Baden. Bereits vier Jahre später kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück, wodurch neben dem Kreis Erbach, der Kreis Neustadt und der Kreis Wimpfen gegründet wurden. Am 1. Juli 1874 wurden der Kreis Neustadt wieder aufgelöst und die Gemeinden wurden in den Kreis Erbach integriert. Ebenso wurde der Kreis Lindenfels aufgelöst und gab einige Gemeinden an den Kreis Erbach ab.
Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Die damals geschaffene Gliederung des Großherzogtum in sieben die Provinz Starkenburg bildende Kreise (Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim, Offenbach) hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand. Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen. Dieser wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt.
Einige Monate später wurden jedoch die Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms als Stadtkreise verselbständigt. Diese so geschaffene Kreiseinteilung des Volksstaates hatte zunächst bis zum Kriegsende 1945 Bestand.
Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen kam am 1. Juli 1971 die Gemeinde Laudenau aus dem Kreis Bergstraße nach einer Bürgerbefragung zum Landkreis Erbach als sie sich der Gemeinde Reichelsheim (Odenwald) anschloss. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach vergrößerte sich das Kreisgebiet am 1. August 1972 um die Gemeinden Fränkisch-Crumbach und Brensbach (mit Wersau) aus dem Landkreis Dieburg [2] Zugleich erhielt der Kreis den Namen Odenwaldkreis.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Kreistag
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 34,1 | 17 | 43,6 | 22 | 45,8 | 23 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 25,4 | 13 | 29,3 | 15 | 28,7 | 15 | |
| ÜWG | Überparteiliche Wählergemeinschaft für den Odenwaldkreis | 17,5 | 9 | 10,6 | 5 | 12,0 | 6 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 14,6 | 7 | 6,3 | 3 | 7,0 | 4 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 3,1 | 2 | 3,8 | 2 | 2,9 | 1 | |
| DIE LINKE. | Die Linke. | 2,9 | 2 | 3,1 | 2 | – | – | |
| REP | Die Republikaner | 2,4 | 1 | 3,3 | 2 | 3,5 | 2 | |
| Gesamt | 100,0 | 51 | 100,0 | 51 | 100,0 | 51 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 51,3 | 52,6 | 59,8 | |||||
[Bearbeiten] Landrat
- 1945–1951: Georg Karl Jakob Neff SPD
- 1951–1963: Georg Ackermann, SPD
- 1963–1979: Gustav Hoffmann, SPD
- 1979–1991: Baldur Nothhardt, SPD
- 1991–2009: Horst Schnur, SPD
- 2009–heute: Dietrich Kübler, ÜWG
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Auf goldenem Grund eine schwarze, bewurzelte Eiche, begleitet von drei sechsstrahligen roten Sternen“ (Wappen-Verleihung 20. November 1956)
Die Eiche steht für die Wälder der Region, die dem Kreis auch ihren Namen gegeben haben. Die drei Sterne wurden dem Wappen der Grafen von Erbach entnommen, die diese Region bis 1806 beherrscht haben.
[Bearbeiten] Landratsamt
Das Gebäude des Landratsamtes wurde 1902–1904 vom Wormser Stadtbaumeister und späterem Professor der Technischen Hochschule Darmstadt, Karl Christian Hofmann (1856–1933), im Renaissancestil entworfen und vom Bauunternehmer und Steinmetz Adam Hild aus Hetzbach errichtet. Erweiterungsbauten wurden 1960 und 1989 notwendig.
An dieser Stelle befand sich ehemals die Gerichtsstätte der Erbacher Zent und danach eine Ziegelhütte.
[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
(Einwohner am 31. Dezember 2010[4])
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[Bearbeiten] Kultur
- Das Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach präsentiert der Öffentlichkeit an diesem bedeutenden europäischen Standort der Elfenbeinschnitzerei eine einzigartig umfangreiche Sammlung von mehr als 2.000 Exponaten unterschiedlichster Herkunft und Entstehungszeit.
- Breuberger Bildhauerinnen, der Kunstverein Breuberg und die Bürgerstiftung laden seit 2002 jedes Jahr Bildhauer zu einem Treffen ein, um Kunstwerke für das Skulpturenfeld auf der Breuberger Aue zu schaffen. 2010 standen 18 Skulpturen auf dem Feld.[5]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Erbach vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 224
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Kreiswahl
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010
- ↑ Breuberg-Neustadt Skulpturenpark auf der Aue
[Bearbeiten] Weblinks
Portal:Odenwald – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Odenwald
- Tourismus-Website der Region
- Bildergalerie des Landratsamtes
- Odenwald Regional Gesellschaft Offizielle Seite der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG)
- Links zum Thema Odenwaldkreis im Open Directory Project
- Literatur von und über Odenwaldkreis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
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