Ines Pohl

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Taz-Chefin Ines Pohl im tazcafé in Berlin, am 1. September 2013 während des TV-Duells zur Bundestagswahl

Ines Pohl (* 12. April 1967 in Mutlangen) ist eine deutsche Journalistin. Seit dem 20. Juli 2009 ist sie Chefredakteurin der taz.

Leben[Bearbeiten]

Pohls Mutter ist Erzieherin, der Vater Facharbeiter. Ines Pohl nahm in Mutlangen an Treffen der Friedensbewegung in der Pressehütte und an Demonstrationen gegen die Stationierung von Pershing II-Raketen teil.[1]

Nach ihrem Abitur am Staatlichen Aufbaugymnasium mit Heim (ABG-GD), einer Internatsschule mit musischem Schwerpunkt in Schwäbisch Gmünd, studierte Ines Pohl Germanistik und Skandinavistik an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach ihrem Magisterabschluss 1995 war sie als Frauenbeauftragte an der philosophischen Fakultät tätig. 2004/2005 verbrachte sie ein Jahr an der Harvard University als Stipendiatin der Nieman Foundation for Journalism. Dort lernte sie ihre spätere Lebenspartnerin kennen.[2]

Daneben begann sie in den 1990er Jahren als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für Radio ffn und verschiedene Regionalzeitungen. Bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen absolvierte sie ihr Volontariat und erreichte innerhalb von zehn Jahren die Position Ressortleiterin Politik. Im Jahr 2008 ging sie als Korrespondentin für die Mediengruppe Ippen nach Berlin. Ein Jahr später wurde sie Chefredakteurin der taz.[3]

Taz-Chefredakteurin[Bearbeiten]

Im Februar 2012 verteidigte Pohl den Abdruck eines umstrittenen Kommentars zur Nominierung Joachim Gaucks als Bundespräsident mit der Meinungsfreiheit.[4]

Im August 2013 lehnte Pohl die Veröffentlichung eines Artikels mit dem Titel „Befreites Menschenmaterial“ über Pädophilie und grüne Ideologie ab, weil dieser journalistischen Standards nicht genügt habe, und wies Vorwürfe zurück, im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 eine politische Entscheidung getroffen zu haben.[5]

Nachdem ein von zwei Mitarbeiterinnen der Taz am 20. August 2013 geführtes Interview mit dem Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler von der FDP-Pressestelle nicht zur Veröffentlichung freigegeben wurde, druckte die Taz am 9. September 2013 nur die gestellten Fragen ab, in denen Rösler auch gefragt wurde, wie er mit rassistischen Äußerungen umgehe. Den von der Pressestelle der FDP und einem Vertreter der Amadeu-Antonio-Stiftung erhobenen Vorwurf, die Taz würde an rassistischen Ressentiments rühren, wies Pohl zurück.[6][7]

Seit dem 1. April 2014 ist Pohl gemeinsam mit Andreas Rüttenauer gleichberechtigte Chefredakteurin (Doppelspitze) der taz.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2009 wurde Ines Pohl durch eine Jury des Medium Magazins zur Journalistin des Jahres 2009 in der Kategorie „Newcomer” gewählt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrike Simon: Seltsame Sehnsucht, Frankfurter Rundschau, 13. Juli 2009
  2. Ines Pohl: Ein Fest der Liebe, Taz, 4. Juli 2013
  3. journalist März 2010, S. 37-41
  4. Stefan Reinecke: Eine Zensur findet nicht statt, Taz, 24. Februar 2012
  5. Ines Pohl zur Nicht-Veröffentlichung eines Artikels über Pädophilie und grüne Ideologie, Taz-Hausblog, 22. August 2013
  6. Michael Hanfeld: Die falschen Fragen, Faz, 11. September 2013
  7. Ines Pohl: [1], Taz-Hausblog, 10. September 2013
  8. Die Journalisten des Jahres 2009. In: Medium Magazin online am 21. Dezember 2009, abgerufen am 14. Januar 2010.