Interkulturelle Kommunikation

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Interkulturelle Kommunikation bezeichnet in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften eine soziale Interaktion von Akteuren aus unterschiedlichen Kulturen. Diese Akteure können Individuen, soziale Gruppen, Organisationen, Gemeinden, Gesellschaften oder Staaten sein. Die besondere Bedeutung der interkulturellen Kommunikation liegt darin, dass einige Aspekte von interkultureller Kommunikation eine höhere Bedeutung haben als bei der Kommunikation innerhalb einer Kultur. So können etwa Missverständnisse entstehen durch Ausdrucks-, Darstellungs- und Handlungsweisen wie Lautstärke, Tonfall, Mimik, Gestik, Grad der Höflichkeit und Grad der Freundlichkeit. Innerhalb der interkulturellen Kommunikation können besonders Vorurteile zu Problemen führen. Vorurteile sind im Gegensatz zu Stereotypen immer negativ besetzt und führen daher oft zu Missverständnissen.

Interkulturelle Kommunikation hat durch zunehmende Globalisierung als Teil von dieser eine zunehmende Bedeutung. Außerdem kommt es durch Phänomene wie etwa der globalen Arbeitsteilung und Mobilität, zunehmender Reisefreiheit und Massentourismus sowie der Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien (E-Mail etc.) zu immer mehr Kontakten zwischen Personen unterschiedlicher Kulturen. Zum Verstehen des kulturell anderen ist die Überwindung von Ethnozentrismus notwendig.

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Gerade im Kontext interkultureller Kommunikation kommt die herkömmliche Betrachtungsweise von Kommunikation als simpler Austausch- oder Übertragungsakt an ihre Grenzen. Die Grundlagen für eine deutlich mehr Erklärungswert generierende, interdisziplinäre Sichtweise wurden unter anderem von Humberto Maturana und Ernst von Glasersfeld gelegt.[1]

Studium[Bearbeiten]

Studiengänge Interkulturelle Kommunikation werden in Deutschland an sechzehn Universitäten und Hochschulen angeboten: Karlshochschule International University in Karlsruhe, Universität Erfurt, Technischen Universität Chemnitz, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Universität Hildesheim, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), Hochschule für Angewandte Sprachen München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Passau, Universität Regensburg, Fachhochschule Köln, Hochschule Fulda, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universität des Saarlandes und Westsächsische Hochschule Zwickau. Auch die Humboldt-Universität zu Berlin bildet im Studiengang Interkulturelle Fachkommunikation Übersetzer und Dolmetscher unter Berücksichtigung der kulturellen Aspekte aus.

Interkulturelle Kommunikation kann auch berufsbegleitend und als Weiterbildungsstudiengang am Institut für Kommunikationsforschung IKF (Luzern/Schweiz) und an der Fachhochschule München studiert werden. Weiterhin ist der Bereich Interkulturelle Kommunikation im Verbundstudium Sozialkompetenz über die ZFH Koblenz enthalten und erlernbar.

An der OTH (Ostbayerische Technische Hochschule) Regensburg besteht die Möglichkeit das Zusatzstudium in Internationaler Handlungskompetenz (nach Prof. Dr. Alexander Thomas) zu absolvieren. Allerdings ist es mit dem anderen Angebot nicht zu verwechseln. Der Schwerpunkt liegt auf "Kulturelle Standards" aus Sicht der sozialen Psychologie ohne Berücksichtigung der kulturwissenschaftlichen Sicht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nancy Aalto, Ewald Reuter (Hrsg.): Aspects of Intercultural Dialogue. Theory · Research · Applications. Saxa, Köln 2007, ISBN 978-3-939060-03-1 (Text teilweise deutsch und teilweise englisch).
  • Jürgen Bolten, Claus Ehrhardt (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation. Wissenschaft und Praxis, Sternenfels 2003, ISBN 978-3-8967-3138-8.
  • Csaba Földes: Interkulturelle Linguistik. Vorüberlegungen zu Konzepten, Problemen und Desiderata. Universitätsverlag, Veszprém / Edition Praesens, Wien 2003 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 1), ISBN 3-7069-0230-3 (online 83 Seiten; PDF; 4,0 MB).
  • Csaba Földes: Interkulturelle Kommunikation. Positionen zu Forschungsfragen, Methoden und Perspektiven. Universitätsverlag, Veszprém / Edition Praesens, Wien 2007 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 7), ISBN 978-3-7069-0442-1 (online 67 Seiten; PDF; 1,3 MB).
  • Hans Jürgen Heringer: Interkulturelle Kommunikation. Grundlagen und Konzepte. In: Uni-Taschenbücher UTB Nr. 2550, 3., durchgesehene Auflage. Francke, Tübingen / Basel 2010 , ISBN 978-3-8252-2550-6 (UTB) / ISBN 978-3-7720-8394-5 (Francke).
  • Dagmar Kumbier, Friedeman Schulz von Thun: Interkulturelle Kommunikation. Methoden, Modelle, Beispiele. In: rororo 62096, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2006, ISBN 978-3-499-62096-6.
  • Hans-Jürgen Lüsebrink: Interkulturelle Kommunikation. Interaktion, Fremdwahrnehmung, Kulturtransfer. Metzler, Stuttgart / Weimar 2005, ISBN 978-3-476-01989-9.
  • Gerhard Maletzke: Interkulturelle Kommunikation. Zur Interaktion zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Westdeutscher, Opladen 1996, ISBN 3-531-12817-5.
  • Norbert Schröer: Interkulturelle Kommunikation. Einführung. Oldib, Essen, 2009, ISBN 978-3-939556-10-7.
  • Alexander Thomas, Eva-Ulrike Kinast, Sylvia Schroll-Machl (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Band 1: Grundlagen und Praxisfelder. 2. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 978-3-525-46172-3.
  • Alexander Thomas, Stefan Kammhuber, Sylvia Schroll-Machl (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Band 2: Länder, Kulturen und interkulturelle Berufstätigkeit. 2. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-46166-2.
  • Hamid Reza Yousefi, Ina Braun: Interkulturalität. Eine interdisziplinäre Einführung Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-23824-8
  • Hamid Reza Yousefi: Interkulturelle Kommunikation. Eine praxisorientierte Einführung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3534262601.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. André Knoth: Allgemeine Theorie der interkulturellen Kommunikation. Der Andere Verlag, Tönning 2012, S. 46 ff.