Jeanne Hachette

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Bronzestatue der Jeanne Hachette in Beauvais von Gabriel-Vital Dubray (1813–1892)

Jeanne Laisné, anderer Name Jeanne Fourquet (* 1454 oder 1456; † unbekannt) war eine Französin, die unter dem Nom de guerre Jeanne Hachette (kleine Axt) für die Rettung der Stadt Beauvais vor einem feindlichen Angriff im Jahre 1472 bekannt ist.

Leben[Bearbeiten]

Jeanne gilt als die Tochter des Bürgers Jean Fourquet. Dieser soll 1465 als Offizier im Dienste von König Ludwig XI. in der Schlacht bei Montlhéry gefallen sein, worauf Jeanne im Alter von etwa 10 Jahren von einer Dame namens Laisné adoptiert und aufgezogen wurde.[1] Nach einer anderen Version soll sie nach dem Tod des Vaters bei ihrer leiblichen Mutter geblieben sein, und nach einer örtlichen Tradition deren Geburtsnamen angenommen haben.[2].

Am 27. Juni 1472 stand das in der nordfranzösischen Provinz Picardie gelegene Beauvais vor der Eroberung durch die Truppen des Herzogs von Burgund, Karl dem Kühnen. Verteidigt wurde Beauvais nur von 300 Bewaffneten unter dem Kommando von Louis de Balagny. Die Burgunder fielen ein, und als einer von ihnen die Fahne auf der Festungsmauer errichtete, stürzte sich Jeanne mit einer Axt auf ihn, schleuderte ihn in den Graben hinab und riss die Fahne herunter. Diese Tat ließ den nachlassenden Mut der Verteidiger wieder aufleben, so dass der Angriff erfolgreich zurückgeschlagen werden konnte.

Aus Dankbarkeit gestattete ihr König Ludwig XI. die Hochzeit mit ihrem Geliebten Colin Pilon, wobei er sie mit einer reichen Mitgift bedachte und einen Festzug in Beauvais für sie veranstalten ließ. Diese Feier mit dem Namen Fête Jeanne Hachette findet noch heute am letzten Juniwochenende jedes Jahres statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Tranchant und Jules Ladimir: Les Femmes militaires de la France, Paris, Cournol, 1866. S. 150-151.
  2. Fourquet d'Hachette, Hachette (Jeanne Fourquet, surnommée), In: Jean-Chrétien Ferdinand Hoefer (Hrg.): Nouvelle biographie générale depuis les temps les plus reculés jusqu'à nos jours, Paris, Firmin Didot frères, 1858, Band 23, S. 22