Jochen Schümann

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Medaillenspiegel
Segeln
Deutschland
Olympische Spiele
Gold Montreal 1976 Finn Dinghy
Gold Pusan 1988 Soling
Gold Savannah 1996 Soling
Silber Sydney 2000 Soling

Jochen Schümann (* 8. Juni 1954[1] in Köpenick, Ost-Berlin) ist ein deutscher Segelsportler.

Im Alter von zwölf Jahren begann er seine Segelkarriere mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Berliner Müggelsee. Er war Mitglied des Yachtclubs Berlin-Grünau. Er besuchte die EOS sowie die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) und legte das Abitur ab. 1972 war er Sieger bei der Spartakiade. In den Jahren 1974 und 1975 war er jeweils Europameister der Junioren. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal (Kanada) gewann er die Goldmedaille im Finn-Dinghy. 1988 in Pusan (Südkorea) und 1996 in Savannah, Georgia gewann er in der Soling ebenfalls olympisches Gold, in Sydney 2000 (Australien) die Silbermedaille. Im Jahr 1996 wurde Jochen Schümann als erster Deutscher zum Weltsegler des Jahres gewählt. Er ist der erfolgreichste deutsche Segler aller Zeiten.

Schümann schloss 1983 ein Studium an der Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) als Diplom-Sportlehrer ab. Anschließend arbeitete er von 1983–89 im wissenschaftlichen Zentrum des DDR-Segler-Verbandes. 1991 war er Mitarbeiter der Segelmachereifirma Poul Elvström in Dänemark, zuletzt als Manager. 1993–96 war er sportlicher Direktor des Daimler-Benz-Projekts Aero Sail. 1997 war er Sportdirektor einer Firma und Berater des DSV-Präsidenten. 1999 war er Aktivensprecher der Segler.

Jochen Schümann war Sportdirektor des Schweizer Teams Alinghi, das 2003 in Auckland (Neuseeland) den America’s Cup gewann und den Titel 2007 vor Valencia (Spanien) erfolgreich verteidigte. Da sein Vertrag beim Team Alinghi nicht verlängert wurde, hat sich Schümann entschieden, bei der 33. Auflage das United Internet Team Germany als Teamchef zu unterstützen. Nachdem sich dieses 2008 auflöste, wurde Schümann Skipper des ALL4ONE Challenge-Boots.

Jochen Schümann lebt im oberbayerischen Penzberg. Schümann hat mit seiner Frau Cordula eine Tochter und einen Sohn.[2] 2003 wurde ihm im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Sportpreis der „Persönliche Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten“ verliehen.

In der DDR erhielt er 1976 den Vaterländischen Verdienstorden in Silber und 1988 in Gold.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seit 1952 bei Olympia. In: Berliner Morgenpost. 24. April 2010, S. 111; „Lehrzeit für ein deutsches Projekt“. In: Welt am Sonntag. 24. Oktober 1999.
  2. Sport-Bild vom 7. August 1996, S.36