Joe Dallesandro

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Joe Dallesandro, 2009

Joe Dallesandro, manchmal auch Joe Dallessandro, eigentlich Joseph Angelo D'Allesandro, (* 31. Dezember 1948 in Pensacola, Florida) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Dallesandro wurde eher zufällig von dem amerikanischen Regisseur Paul Morrissey entdeckt, als die beiden sich in einem New Yorker Appartementhaus kennenlernten. Dallesandro, der schon mit 15 oder 16 Jahren in Kalifornien Erfahrungen als Aktmodel für Bob Mizers Athletic Model Guild gesammelt hatte, schien genau richtig für die Rolle eines jungen Strichers in Flesh, der neben Ausstrahlung auch den Mut zur vollkommenen Nacktheit mitbringen musste. Es lag wohl auch an Joe Dallesandro, dass Flesh zu einem sensationellen Kinoerfolg nicht nur in den Vereinigten Staaten wurde. Der Mann, der nur selten lächelte, dessen Schauspielkunst gar nicht als solche zu bezeichnen war, der zum männlichen Sex-Objekt stilisiert wurde, avancierte in kurzer Zeit zum avantgardistischen Superstar des Underground-Films.

Die Zusammenarbeit mit Andy Warhol und Paul Morrissey endete 1974. Nachdem die Filme Andy Warhol's Frankenstein und Andy Warhol's Dracula in Italien abgedreht waren, entschied sich Dallesandro, in Europa zu bleiben und drehte dort zahlreiche – meist mittelmäßige – Filme. Anfang der 80er Jahre kehrte er nach Amerika zurück und spielte dort unter anderem unter der Regie von Francis Ford Coppola. An die Erfolge, die Joe Dallesandro bei den Morrissey-Filmen hatte, konnte er jedoch nicht mehr anknüpfen.

2009 präsentierte die in Amerika lebende deutsche Filmemacherin Nicole Haeusser auf der Berlinale die Dokumentation Little Joe, ein umfangreiches Porträt des Schauspielers.

Des Weiteren stellte sich Dallesandro als Model für das Cover des Rolling Stones-Albums Sticky Fingers zur Verfügung.[1]

Die englische Band The Smiths benutzte ein Still aus dem Film Flesh mit Dallesandro als Coverfoto ihres selbst betitelten Debutalbums.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1967: ****
  • 1968: Flesh (Flesh)
  • 1968: Lonesome Cowboys (Lonesome Cowboys)
  • 1970: Trash (Trash)
  • 1972: Hollywood (Heat)
  • 1973: Andy Warhols Frankenstein (Flesh for Frankenstein)
  • 1974: Andy Warhols Dracula (Dracula cerca sangue di vergine… e morì di sete!!!)
  • 1974: Das nimmersatte Weib (Donna è bello)
  • 1975: Harley Riders – Sie kannten kein Erbarmen (L'ambizioso)
  • 1975: Black Moon (Black Moon)
  • 1975: Die Saat des Todes (Seeds of Evil)
  • 1975: Die wilde Meute (Il tempo degli assassini)
  • 1976: Action Winners (L'ultima volta)
  • 1976: Je t’aime (Je t'aime moi non plus)
  • 1976: Emanuela 77 (La Marge)
  • 1977: Ein schlichtes Herz (Un cuore semplice)
  • 1978: Geständnis einer Nonne (Suor Omicidi)
  • 1978: Rallye des Todes (6000 km di paura)
  • 1978: Merry-Go-Round (Merry-go-round)
  • 1980: Toy (Vacanze per un massacro)
  • 1984: Cotton Club (The Cotton Club)
  • 1984-87: Miami Vice (Fernsehserie)
  • 1986: Critical Conditions (Critical Conditions)
  • 1986: Fortune Dane (Fortune Dane)
  • 1987: Kampf gegen die Mafia (Wiseguy) - Fernsehserie
  • 1988: Double Revenge (Double Revenge)
  • 1988: Helden USA 3 (Operation Paratrooper)
  • 1988: Der Hitchhiker (Fernsehserie)
  • 1988: Sunset – Dämmerung in Hollywood (Sunset)
  • 1989: Hollywood Detective (The Hollywood Detective)
  • 1990: Matlock (Fernsehserie)
  • 1990: Cry-Baby
  • 1990: Beinahe ein Engel (Almost An Angel)
  • 1991: Wild Angel (WIld Angel)
  • 1992: Wilde Orchidee 2 (Wild Orchid II: Two Shades of Blue)
  • 1992: Guncrazy (Gun Crazy)
  • 1994: Sugar Hill
  • 1995: Theodore Rex (Theodore Rex)
  • 1998: L.A. Without a Map (L.A. Without a Map)
  • 1999: The Limey (The Limey)

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Ferguson, Joe Dallesandro: Little Joe, Superstar: The Films of Joe Dallesandro. Companion Press, Laguna Hills 1998, ISBN 1-889138-09-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joe Dallesandro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michail Hengstenberg: Abschied vom Cover-Lover. In einestages.spiegel.de. Abgerufen am 23. Juli 2011