Johann Gustav Heckscher

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Johann Gustav Wilhelm Moritz Heckscher (* 26. Dezember 1797 in Hamburg; † 7. April 1865 in Wien) war ein deutscher Jurist und Politiker.

Johann Gustav Heckscher, Abgeordneter der Paulskirche, 1848
Proklamation des Reichsverwesers mit Unterschrift Heckschers als Justizminister

Biographie[Bearbeiten]

Johann Gustav Heckscher, Sohn eines jüdischen Bankiers, konvertierte 1808 zum evangelischen Glauben und nahm als Freiwilliger 1815 an den Befreiungskriegen teil. Von 1816–1820 studierte er an den Universitäten Heidelberg und Göttingen Rechtswissenschaften und wurde 1820 in Göttingen promoviert. Während seiner Studienzeit wurde er Mitglied der Alten Göttinger Burschenschaft (1816), der Alten Heidelberger Burschenschaft (1817), des Corps Guestphalia Heidelberg (1818) und der Göttinger und Heidelberger Burschenschaft (1818). 1817 war er Teilnehmer am Wartburgfest. Nach einer mehrjährigen Studienreise durch Europa arbeitete er bis 1853 als Anwalt in Hamburg, verfasste mehrere politische und juristische Schriften und engagierte sich in seiner Heimatstadt für die Gründung einer Universität und als Präsident der Anwaltsversammlung.

1848 nahm er am Vorparlament teil, war Delegierter im Fünfzigerausschuss und vertrat die Freie und Hansestadt Hamburg vom 18. Mai 1848 bis zum 30. Mai 1849 als Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. Dort vertrat er eine Art der konstitutionellen Monarchie. Er wollte eine starke monarchische Zentralgewalt mit einer Volksvertretung, welche nur auf die Legislative beschränkt ist. Im Juli 1848 hatte er wesentlichen Anteil an der Gründung der Provisorischen Zentralgewalt und war unter anderem Sprecher der Reichsverweserdeputation. Am 15. Juli wurde der zur Casino-Fraktion zählende Heckscher zum ersten Reichsjustizminister der provisorischen Zentralgewalt unter Ministerpräsident Karl zu Leiningen berufen, am 9. August übernahm er zusätzlich das Reichsaußenministerium. Nach dem Rücktritt Leiningens infolge der Ablehnung des Vertrags von Malmö am 5. September 1848 ging er bis zum Jahresende als Gesandter der Zentralgewalt nach Turin und Neapel. Im Dezember 1848 verließ er die Casino-Fraktion und stimmte fortan mit dem föderaler orientierten Pariser Hof. Anfang 1849 bemühte er sich als Delegierter mehrerer Ausschüsse nochmals vergeblich um eine großdeutsche Lösung.

Von 1853 bis zu seinem Tod 1865 war er als hanseatischer Gesandter und hamburgischer Ministerresident in Wien tätig.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]