Johann II. (Alençon, Herzog)

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Johann II. im Statutenbuch des Ordens vom Goldenen Vlies (Den Haag, KG, 76 E 10, fol. 58r)

Johann II. der Schöne (* 2. März 1409 in Argentan; † 8. September 1476 in Paris) war Herzog von Alençon und Graf von Le Perche. Er war der Sohn von Herzog Johann I. von Alençon aus dem Haus Valois-Alençon und Maria von Bretagne.

Biografie[Bearbeiten]

Er war erst sechs Jahre alt, als sein Vater 1415 in der Schlacht von Azincourt fiel. 1424 wurde er in der Schlacht von Verneuil besiegt und gefangen genommen. Erst 1429 kam er gegen ein Lösegeld wieder frei, das ihn mittellos machte, zumal auch sein Herzogtum unter englischer Kontrolle stand.

Wenig später traf er auf Jeanne d’Arc und wurde ihr wichtigster Unterstützer in der königlichen Familie. Nach der Befreiung von Orléans (1429) kommandierte er die Armee des Königs Karl VII. mit Jeanne d’Arc an seiner Seite. Seine Interessen führten ihn nach Paris, wo Jeanne d’Arc beim Versuch, die Stadt zu besetzen, am 8. September 1429 verwundet wurde, und anschließend in die Normandie, wo er gegen die Engländer und die Bretonen kämpfte.

Die Versöhnung zwischen Frankreich und Burgund durch den Vertrag von Arras (1435) brachte ihn in Opposition zu Karl VII., da er gehofft hatte, durch die Plünderung Burgunds sein Lösegeld und den Verlust seines Herzogtums kompensieren zu können. Er trat den Verschwörungen gegen eine königliche Regierung bei, die seiner Ansicht nach die Interessen der französischen Fürsten nicht ausreichende berücksichtigte. Eine dieser Verschwörungen war die Praguerie von 1439/40, die sich gegen den König nicht durchsetzen konnte; Johann wurde jedoch begnadigt.

Im April 1440 nahm er Verhandlungen mit den Engländern auf. Er wurde auch Ritter des burgundischen Ordens vom Goldenen Vlies – und nahm dennoch 1449/50 an der Eroberung der Normandie durch Frankreich teil.

Kurz nach seiner Zeugenaussage bei der Rehabilitierung Jeanne d’Arcs (1456) wurde er von Jean de Dunois verhaftet und in Aigues Mortes eingesperrt. Die Cour des Pairs verurteilte ihn 1458 wegen Majestätsbeleidigung zum Tod, Karl VII. wandelte die Todesstrafe in eine Haft auf Schloss Loches um. König Ludwig XI., der als Dauphin an der Praguerie teilgenommen hatte, ließ ihn anlässlich seiner Thronbesteigung 1461 wieder frei. Als er sich jedoch mit Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, verbündete, wurde er am 18. Juli 1474 erneut zum Tode verurteilt. Sein Herzogtum wurde beschlagnahmt, die Hinrichtung jedoch nicht ausgeführt. Er starb 1476 in Gefangenschaft im Louvre.

Nachkommen[Bearbeiten]

Seine erste Ehe schloss er 1424 in Blois mit Johanna (1409–1432), Tochter von Herzog Karl von Orléans und Isabella von Frankreich; diese Ehe blieb kinderlos. Seine zweite Ehe schloss er am 30. April 1437 in L’Isle-Jourdain mit Maria von Armagnac (1420–1473), Tochter von Johann IV., Graf von Armagnac, und Isabella von Évreux; Kinder aus dieser Ehe waren:

Darüber hinaus hatte er mehrere uneheliche Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

  • Abbe Émile Cesbron: Jeanne d’Arc et le Bas-Maine, Auszug der Semaine religieuse du diocèse de Laval, Laval, Goupil, 1909, 30 Seiten – Text online (Version vom 6. Februar 2012 im Internet Archive).
  • Raphael de Smedt (Hrsg.): Les chevaliers de l’ordre de la Toison d’or au XVe siècle. Notices bio-bibliographiques. (Kieler Werkstücke, D 3) 2., verbesserte Auflage, Verlag Peter Lang, Frankfurt 2000, ISBN 3-631-36017-7, S. 90–93.
Vorgänger Amt Nachfolger
Johann I. Herzog von Alençon
Blason province fr Alençon.svg

1415–1476
René