Johann von O’Brien

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Johann von O'Brien, Lithographie von Josef Kriehuber, ca 1830
Johann von O’Brien
Denkmal in Jedlesee
Denkmal beim Wiener Westbahnhof

Johann Freiherr von O’Brien, Graf von Thomond, (* 1775 bei Karánsebes, Banat; † 5. September 1830 in Pest) war ein österreichischer Generalmajor mit irischen Wurzeln.

Leben[Bearbeiten]

Am 13. Mai 1809 gelang es ihm als Major des niederösterreichischen Infanterieregiments Nr. 49 die Bildung eines Brückenkopfes der Franzosen am linken Donauufer bei Jedlesee zu verhindern und damit den Aufmarsch der Truppen unter Erzherzog Carl im Norden Wiens zu ermöglichen. Die Franzosen unter Napoleon, die gleichentags am rechten Donauufer Wien kampflos besetzten, konnten daher erst am 20. Mai östlich von Wien bei der Lobau über die Donau setzen, wo dann in der Folge die Schlacht bei Aspern stattfand.[1] Als sich im Mai 1809 nach der Einnahme von Wien französische Truppen am linken Donauufer gegenüber Nussdorf festzusetzen begannen, um die Voraussetzungen für einen Donauübergang zu schaffen, erhielt das Infanterieregiment Nr. 49 den Auftrag, das dort befindliche Augebiet Schwarzlackenau hinter dem Donauarm Schwarze Lacke wieder freizukämpfen und gemeinsam mit dem niederösterreichischen Landwehrbataillon des Oberstleutnant Obergfell gegen weitere Übersetzversuche des Feindes zu verteidigen. Dabei hatte das Regiment 6 Grenadier- und 3 Voltigeurkompanien des Korps Oudinot aus der Au zu vertreiben. O´Brien gelang es, mit 50 Freiwilligen in den Rücken des Feindes zu gelangen und ihn durch einen unerwarteten Angriff von dort aus in panischen Schrecken zu versetzen. Die Franzosen verloren dabei 230 Mann an Toten und Verwundeten, 15 Offiziere und 370 Mann gaben sich gefangen. Diese Waffentat war eine Voraussetzung für den Erfolg Erzherzog Carls bei Aspern. O’Brien wurde mit dem Maria-Theresia-Orden[2] ausgezeichnet. Ihm zu Ehren entstand ein Denkmal in Jedlesee,[3] ein von A. Weinguni geschaffener 5 m hoher Obelisk mit Reichsapfel, auf dem sich ein stehender Adler mit ausgebreiteten Schwingen befindet (enthüllt am 17. Juni 1909, 1932 u. 1959 renoviert). Nach ihm ist auch die O'Brien-Gasse im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf benannt (ben. am 27. Juni 1913), beides in der Nähe des einstigen Kampfplatzes. Auch das Denkmal des Infanterieregiments Nr. 49 am Gürtel beim Wiener Westbahnhof hält diese Waffentat fest.

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien in 5 Bänden, Bd. 4, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9
  • J. Lukeš: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder, nach authentischen Quellen bearbeitet von Jaromir Hirtenfeld, Hof- u. Staatsdruckerei Wien 1890.
  • Christoph Hatschek: Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine irischen Mitglieder von seiner Gründung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Seite 24 The Military Order of Maria Theresa and its Irish Members. From its Foundation to the End of World War I side 37, in: Die Wildgänse - The Wild Geese - Irische Soldaten im Dienste der Habsburger, Heeresgeschichtliches Museum Wien 2003, Sonderausstellung 2003–2004.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2009: Bezirksmuseum Floridsdorf: Gefecht in der "Schwarzen Lacken Au", vor 200 Jahren, zu Johann von O’Brien, Joseph Armand von Nordmann und andere Militärstrategen [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder Biographie zu Johann Freiherr von O’Brien, Seiten 961ff.
  2. Miltary Maria Theresia Order Ritterkreuz (RK)
  3. Beethovenweg Kurzbeschreibung zum Denkmal in der Überfuhrstrasse
  4. Stadt Wien Bezirksmuseum 21: Gefecht in der "Schwarzen Lacken Au", Rathauskorrespondenz 26. Juni 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Freiherr von O'Brien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien