Johannes Matthias Sperger

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Johannes Matthias Sperger (* 23. März 1750 in Feldsberg; † 13. Mai 1812 in Ludwigslust) war ein Kontrabassist und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Spergers Wohnhaus in Ludwigslust von 1789 bis zu seinem Tod 1812

Johannes Matthias Sperger[1] wurde in Feldsberg – damals Niederösterreich, heute Valtice, Tschechische Republik – geboren und ab 1767 in Wien zum Kontrabassisten und Komponisten ausgebildet. 1776 heiratete er Anna Tarony aus Linz. Er wirkte ab 1777 in der Hofkapelle des Erzbischofs von Pressburg. Ab 1778 war er Mitglied in der Wiener Tonkünstlersozietät, in deren Konzerten er mit eigenen Werken und als Solist auftrat. Von 1783 bis 1786 war Sperger Mitglied der Hofkapelle des Grafen Ludwig von Erdődy in Kohfidisch. Von 1786 bis 1789 unternahm er Konzertreisen und bemühte sich um eine feste Anstellung, unter anderem am preußischen Hof. Anfang April 1788 spielte er Herzog Friedrich Franz I. in Ludwigslust vor. Nach einer Italienreise fand Sperger im April 1789 sein Anstellungsdekret vor und trat als erster Kontrabassist der Mecklenburgisch-Schweriner Hofkapelle in Ludwigslust im Juni 1789 seinen Dienst an. 1792 führte eine Konzertreise nach Lübeck, 1793 nach Berlin und 1801 nach Leipzig, wo er mit dem Gewandhausorchester konzertierte. 1812 starb er in Ludwigslust an Nervenfieber.

Johannes Sperger schrieb mehr als 44 Sinfonien, Instrumentalkonzerte (Konzert für Viola, Konzert für Violoncello, 18 Kontrabasskonzerte, Konzert für Flöte, zwei Konzerte für Trompete, drei Konzerte für Horn, Sinfonie concertante), Sonaten, Rondos und Tänze, Kantaten, Chöre und Arien. Seine „Feldpartien“ genannten Harmoniemusiken für Bläser stammen zumeist aus seiner Pressburger Schaffenszeit.

Sonstiges[Bearbeiten]

In dem Buch Der Kontrabass von Patrick Süskind findet sich eine Bemerkung über Sperger und seine Kontrabasskompositionen, wobei der Protagonist des Buches wegen ihrer „Unspielbarkeit“ auf diese Werke eher schlecht zu sprechen ist.

Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb[Bearbeiten]

Um das bedeutende Werk Spergers, das er für Kontrabass schrieb, zu würdigen und es wieder bekannter zu machen, gründete sich die Internationale Johann-Matthias-Sperger-Gesellschaft. Diese richtet alle zwei Jahre den „Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass“ aus, der mit 5.000 Euro für den ersten Platz und 3.500 Euro für den zweiten Platz dotiert ist. Am ersten Wettbewerb im Jahre 2000 nahmen 65 Teilnehmer aus über 20 Ländern teil. Schirmherren waren ab 2000 Zubin Mehta und Anne-Sophie Mutter, seit 2010 ist es Nikolaus Harnoncourt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf Meier: Thematisches Werkverzeichnis der Kompositionen von Johannes Sperger (1750–1812). Kultur- und Forschungsstätte Michaelstein, Michaelstein/Blankenburg 1990.
  • Clemens Meyer: Geschichte der Mecklenburg-Schweriner Hofkapelle. Davids, Schwerin 1913.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laut Adolf Meier, s. Lit., verzeichnet das Taufregister den zweiten Vornamen Matthias nicht.
  2. Informationen zum „Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass“